HRW präsentiert Sensorforschung beim IWIS
Montag 19. Oktober 2026
Das Institut Mess- und Sensortechnik der Hochschule Ruhr West (HRW) hat beim 19. International Workshop on Impedance Spectroscopy (IWIS) am 24. und 25. September in Chemnitz aktuelle Forschungsarbeiten aus Sensorik und Messtechnik vorgestellt. Prof. Dr. Andreas Hennig und fünf wissenschaftliche Mitarbeitende vertraten das Institut mit zwei wissenschaftlichen Vorträgen und einer Posterpräsentation.
Der international ausgerichtete Workshop bringt Forschende zusammen, die sich mit Impedanzspektroskopie, Sensorik, Messtechnik und verwandten Technologien beschäftigen. Die drei Beiträge der HRW zeigen dabei unterschiedliche Anwendungsfelder moderner Sensorforschung: von der Stahlindustrie über die Medizintechnik bis zur Verbesserung von MEMS-Beschleunigungssensoren.
Quantensensoren überwachen Veränderungen in Stahl
Marc Simoneit untersuchte in seinem Beitrag „Assessment of Second-Generation Quantum Sensors for Inline Monitoring of Steel Microstructural Transformations“, ob Quantensensoren der zweiten Generation für die hochaufgelöste Inline-Überwachung von Gefügeänderungen in Stahl eingesetzt werden können.
Die Simulationen zeigen, dass insbesondere eine hohe räumliche Auflösung entscheidend ist, um lokale Veränderungen im Material zuverlässig zu erfassen.
Schonendere Sensorik für Frühgeborene
Wie lassen sich Vitalparameter von Frühgeborenen kontinuierlich überwachen, ohne die empfindliche Haut unnötig zu belasten? Mit dieser Frage beschäftigt sich Anika Nietert.
In ihrem Beitrag „Development of a Sensor Concept for Continuous Adhesive-Free Transcutaneous Vital Sign Monitoring in Neonates with Reduced Wiring“ stellte sie ein Sensorkonzept vor, das mit weniger Kabeln und ohne klebende Elektroden auskommen soll. Ziel ist eine schonendere Überwachung von Frühgeborenen, die zugleich auch den Kontakt zwischen Eltern und Kind weniger beeinträchtigt.
Messfehler bei MEMS-Sensoren reduzieren
Dominik Thiem beschäftigte sich mit temperaturbedingten Messfehlern bei MEMS-Beschleunigungssensoren. In seinem Beitrag „Approach for Reducing Thermally Induced Hysteresis in MEMS Accelerometers“ untersuchte er insbesondere Hystereseeffekte bei wechselnden Temperaturverläufen. Der entwickelte Kompensationsansatz soll dazu beitragen, thermisch verursachte Hystereseeffekte zu reduzieren und damit die Messgenauigkeit der Sensoren zu verbessern. Ein mögliches Anwendungsfeld ist beispielsweise die Überwachung von Brückenbauwerken.
Dominik Thiem präsentiert seine Forschung zur Verbesserung der Messgenauigkeit von MEMS-Beschleunigungssensoren beim IWIS in Chemnitz.
Internationaler Austausch und Kooperation mit der TU Chemnitz
Neben der Präsentation der eigenen Forschung bot der IWIS Gelegenheit zum internationalen wissenschaftlichen Austausch und zur Vernetzung mit Forschenden aus unterschiedlichen Ländern. Die Konferenz war stark international geprägt, mit Beiträgen unter anderem aus China, der Türkei, Uruguay, Tunesien und Italien.
Eine besondere Verbindung besteht zwischen dem Institut Mess- und Sensortechnik der HRW und der Technischen Universität Chemnitz: Mehrere wissenschaftliche Mitarbeitende des Instituts promovieren dort und werden von Prof. Dr. Olfa Kanoun betreut. Der Workshop bot damit auch die Möglichkeit, bestehende Kooperationen zu pflegen und neue wissenschaftliche Kontakte zu knüpfen.
Forschung erleben – schon im Studium
Die Forschung am Institut Mess- und Sensortechnik fließt auch in die Lehre an der HRW ein. Themen wie Sensorik, Medizintechnik und intelligente Messsysteme begegnen Studierenden beispielsweise in den Bachelorstudiengängen Gesundheits- und Medizintechnologien, Elektro- und Informationstechnologien und Mechatronik.