Baupraxis hautnah: Wie aus Plänen Gebäude werden
Mittwoch 1. Juli 2026
Angehende Bauingenieur:innen der HRW tauschten den Hörsaal gegen eine echte Großbaustelle
Wie entsteht ein ganzes Wohnquartier? Welche Entscheidungen fallen täglich auf einer Großbaustelle? Und was unterscheidet einen Bauträger eigentlich von einem Generalunternehmer? Antworten auf diese Fragen und viele Einblicke in eine Großbaustelle gab es für 19 Studierende der Bachelorstudiengänge Bauingenieurwesen und Wirtschaftsingenieurwesen–Bau. Nicht im Hörsaal, sondern direkt vor Ort, im „Parkquartier Heubruch" in Wuppertal. Im Rahmen der HRW-Projektwoche hatte Prof. Dr. Peter Vogt, Leiter des Instituts Bauingenieurwesen, gemeinsam mit dem Bauunternehmen Ten Brinke die Exkursion im Juni organisiert.
Ein echtes Großprojekt als Lernfeld
Das Parkquartier Heubruch in Wuppertal-Barmen umfasst 102 barrierefreie Wohnungen und 59 Reihen- und Doppelhäuser in drei Bauabschnitten. Für die Studierenden bedeutete das: kein abstraktes Lehrbuchbeispiel, sondern ein reales Projekt mit echten Herausforderungen und Zeitplänen. Nach einem Überblick über das Unternehmen Ten Brinke, verschiedene Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten und Einblicke, wie vielfältig und modern die Baubranche heute arbeitet, bot sich bei einem gemeinsamen Mittagessen viel Raum für einen persönlichen Austausch.
Besonders aufschlussreich war für die Studierenden: die praxisnahe Erläuterung, worin sich die Arbeit als Bauträger von der eines Generalunternehmers unterscheidet – ein Thema, das im Studium zwar behandelt wird, aber erst im Kontext eines konkreten Projekts wirklich greifbar wird.
Das Highlight war der direkte Austausch mit den Projektverantwortlichen während des Rundgangs über das Baufeld. Dabei standen aktuelle Themen im Fokus, die den Arbeitsalltag auf Großbaustellen prägen: digitale Mängelerfassung per iPad, die Koordination von Nachunternehmern und ein vertiefter Einblick in den Stand der Fertigstellung in den Bauabschnitten 1 bis 3. Die Studierenden konnten dem Projektleiter direkt Fragen stellen und erhielten so Einblicke, die kein Lehrbuch vermitteln kann.
Warum Praxis im Studium den Unterschied macht
Exkursionen wie diese sind fester Bestandteil der Baustudiengänge an der HRW. Prof. Dr. Peter Vogt betont: „Solche Exkursionen sind essenziell, um ein echtes Verständnis für die Herausforderungen, Lösungen und Learnings auf Großbaustellen zu entwickeln." Genau das mache die Absolventinnen und Absolventen stark für den Berufseinstieg.
Der Projekttag ist ein gutes Beispiel dafür, was das Studium an der HRW ausmacht: kleine Gruppen, engagierte Lehrende mit Praxishintergrund und regelmäßige Einblicke in die Berufswelt. Die Bachelorstudiengänge Bauingenieurwesen und Wirtschaftsingenieurwesen – Bau sind zulassungsfrei und können an der HRW in Vollzeit oder dual studiert werden. Bewerbungen für das Wintersemester sind noch bis zum 15. September 2026 möglich.
Ein herzlicher Dank geht an Sarah Tekaath und das gesamte Team von Ten Brinke Deutschland für die hervorragende Organisation und die Gastfreundschaft. Solche Kooperationen zwischen Hochschule und Wirtschaft machen den Praxisbezug im Studium lebendig und zeigen Studierenden, welche Karrierewege ihnen offenstehen.