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Wie entstehen Fehler in der Maschinensicherheit? Einblicke aus der Industrie

Montag 11. Mai 2026

Daniela Patricia Fotografie

Warum kommt es in der Praxis immer wieder zu Sicherheitsproblemen – obwohl Maschinen technisch gut abgesichert sind? 

Genau dieser Frage widmete sich ein aktuelles Webinar „Aus Fehlern lernen: Häufige Fehler bei der funktionalen Sicherheit in der Automatisierung“ des Automatisierungsunternehmens Omron mit Sitz in Langenfeld (Rheinland).

Im Mittelpunkt stand dabei weniger die Technik selbst, sondern der Umgang mit ihr. Denn viele Fehler entstehen nicht durch defekte Systeme, sondern durch falsche Annahmen in Planung und Anwendung.

Typische Fehler in der Praxis

Anhand konkreter Beispiele wurde deutlich, an welchen Stellen es besonders häufig zu Schwierigkeiten kommt:

  • Risikobewertung und Sicherheitsniveau:
    Die Einschätzung von Risiken und die Festlegung des passenden Sicherheitsniveaus (Performance Level) werden oft nicht klar voneinander getrennt.
  • Not-Aus und Schutzfunktionen:
    Ein Not-Aus ist wichtig, ersetzt aber kein durchdachtes Sicherheitskonzept. Entscheidend ist, wie verschiedene Schutzfunktionen zusammenspielen.
  • Steuerungssysteme:
    Standard-Steuerungen erfüllen nicht automatisch sicherheitsrelevante Anforderungen. Sicherheitsfunktionen müssen gezielt geplant und integriert werden.
  • Bewegte Maschinenteile:
    Gerade bei Maschinen mit Bewegung wird das Risiko häufig unterschätzt – etwa wenn Geschwindigkeit und Reaktionszeiten nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Was sich durch alle Punkte zieht: Sicherheit ist kein einzelnes Bauteil, sondern das Ergebnis vieler aufeinander abgestimmter Entscheidungen.

Sicherheit als Zusammenspiel von Technik und Mensch

Das Webinar zeigt vor allem eines: Technik allein reicht nicht. Erst wenn Planung, Anwendung und menschliches Verhalten zusammen gedacht werden, entsteht ein belastbares Sicherheitskonzept.

Genau hier liegt eine der zentralen Herausforderungen in der Praxis – und zugleich ein entscheidender Ansatzpunkt für die Ausbildung zukünftiger Ingenieurinnen und Ingenieure.

Verbindung zum Studium an der HRW

Genau an diesem Punkt setzt der Studiengang Sicherheitstechnik an der Hochschule Ruhr West an. Studierende lernen hier, Risiken zu bewerten und technische Systeme so zu gestalten, dass sie auch unter realen Bedingungen zuverlässig funktionieren.

Dabei geht es nicht nur um Technik im engeren Sinne, sondern auch um das Verständnis von Mensch-Technik-Interaktion, Planung und Anwendung – also genau die Aspekte, die in der Praxis häufig über Sicherheit oder Risiko entscheiden. Oder anders gesagt: Wer versteht, warum Fehler entstehen, kann Systeme entwickeln, die sicher bleiben.