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Neuigkeiten

1. Green Healthtech Challenge: Nachhaltige Lösungen für das Gesundheitswesen

Donnerstag 6. August 2026

Gewinner:innen und Jury der Green Healthtech Challenge der Hochschule Ruhr West

Wie lassen sich Krankenhäuser nachhaltiger gestalten, ohne Kompromisse bei Hygiene, Sicherheit oder Patientenversorgung einzugehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Studierende des Masterstudiengangs Nachhaltige Gesundheitstechnologien bei der 1. Green Healthtech Challenge der Hochschule Ruhr West (HRW). Krankenhäuser verursachen rund sieben Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen und stehen damit vor der Herausforderung, ihren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, ohne die hohe Qualität der medizinischen Versorgung zu beeinträchtigen. Vor diesem Hintergrund analysierten die Studierenden Produkte und Prozesse im Krankenhaus – von nachhaltigen Operationsinstrumenten über OP-Masken und Krankenhauswäsche bis hin zu neuen EcoDesign-Konzepten für Medizinprodukte. Ziel war es, ökologische, wirtschaftliche und soziale Auswirkungen zu bewerten und nachhaltige Alternativen zu entwickeln. 

Ausgezeichnete Ideen

Im Rahmen der Module „Green Hospital“ und „Gendergerechte und nachhaltige Medizinprodukte“ entwickelten die Studierenden wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze für reale Fragestellungen aus dem Gesundheitswesen. Insgesamt präsentierten 14 Teams ihre Projekte einer internationalen Fachjury. Im Modul „Green Hospital“ sicherten sich Joud Idlbi, Zozan Karli und Sanae Lamrini mit ihrem Projekt „A Life Cycle Sustainability Assessment of Reusable and Disposable Linen in the ICU“ den 1. Platz, während im Modul „Gendergerechte und nachhaltige Medizinprodukte“ zwei Gewinnergruppen ausgezeichnet wurden: Miedia Ali und Peljin Han mit „EcoDesign for an Infusion Pump“ sowie Joud Idlbi und Zehra Avci mit „EcoDesign for a Blood Glucose Meter“. 

Gewinner:innen und Jury der Green Healthtech Challenge der Hochschule Ruhr West

Preis für „Green Hospital“: (von links) Annette Nürnberg, Prof. Dr. Frans van de Vosse, Joud Idlbi, Sanae Lamrini, Zozan Karli, Prof. Dr. Carole Leguy, Prof. Dr. Andreas Hennig, Dr.-Ing. Mandana Banedj-Schafii 

Gewinner:innen und Jury der Green Healthtech Challenge im Modul Gendergerechte und nachhaltige Medizinprodukte

Preis für „Gendergerechte und nachhaltige Medizinprodukte“: (von links) Prof. Dr. Frans van de Vosse, Annette Nürnberg, Zehra Avci, Joud Idlbi, Miedia Ali, Prof. Dr. Carole Leguy, Prof. Dr. Andreas Hennig

Im Rahmen ihres Life Cycle Sustainability Assessment (LCSA) verglich das Gewinnerteam für „Green Hospital“ Einweg- und Mehrweg-Wäschesets für Krankenhäuser anhand ökologischer, ökonomischer und sozialer Kriterien. Die Ergebnisse zeigen, dass wiederverwendbare Wäschesysteme ein großes Nachhaltigkeitspotenzial bieten. Wie groß dieser Vorteil ausfällt, hängt jedoch unter anderem von Wiederverwendungszyklen, Energieversorgung, Transportwegen und den jeweiligen Standortbedingungen ab.

Die Teams von Frau Idlbi und Frau Avci sowie von Frau Ali und Frau Han präsentierten die Ergebnisse einer Ökobilanzierung für ein handelsübliches Blutzuckermessgerät und eine Infusionspumpe. Dabei wurden die einzelnen Komponenten der Geräte vollständig analysiert und die Umweltauswirkungen während der Herstellung sowie über die Nutzungsdauer ermittelt. Abschließend stellten die Teams zahlreiche Maßnahmen vor, mit denen sich die Nachhaltigkeit der Geräte durch Ecodesign verbessern lässt. Besonders beeindruckend war, dass bereits durch teils einfache und praxistaugliche Änderungen eine spürbare Verbesserung erreicht werden konnte. 

Zum Einsatz kamen etablierte wissenschaftliche Methoden wie Life Cycle Assessment (LCA), Life Cycle Costing (LCC) und Social Life Cycle Assessment (S-LCA). So konnten die Teams ihre Konzepte ganzheitlich analysieren und miteinander vergleichen.

Forschung, Lehre und Praxis verbinden

Mit der Green Healthtech Challenge verbindet die Hochschule Ruhr West wissenschaftliche Methoden mit praxisnahen Fragestellungen aus dem Gesundheitswesen. Die Studierenden präsentierten ihre Ergebnisse vor einer Fachjury und diskutierten ihre Konzepte mit Expert:innen aus Hochschule, Klinik und Medizintechnik. Die Jury setzte sich unter anderem aus Vertreter:innen der Universität Eindhoven, der Medizintechnikbranche, sowie des HRW-Start-up-Teams zusammen.

 „Mich hat beeindruckt, mit wie viel Engagement und Kreativität unsere Studierenden an die Herausforderungen herangegangen sind. Die Green Healthtech Challenge zeigt, dass nachhaltige Innovationen dort entstehen, wo wissenschaftliche Methoden auf reale Fragestellungen treffen", so Prof. Dr. Carole Leguy. 

Neues Lehrformat für den Masterstudiengang

Die Green Healthtech Challenge wurde als neues Lehrformat für den Masterstudiengang Nachhaltige Gesundheitstechnologien entwickelt. Sie ermöglicht es Studierenden, aktuelle wissenschaftliche Methoden auf reale Fragestellungen anzuwenden und Lösungen mit hoher Praxisrelevanz zu entwickeln. Darüber hinaus stärkt das Format den internationalen Austausch sowie die Vernetzung mit Unternehmen und Gesundheitseinrichtungen.

Prof. Dr. Andreas Hennig betont: „Mit der Green Healthtech Challenge wurde erstmals ein Lehrformat etabliert, das wissenschaftliche Methoden, internationale Zusammenarbeit und praxisnahe Projektarbeit in einem Wettbewerbsformat zusammenführt.“

Förderverein stärkt innovative Lehre

Ermöglicht wurde die 1. Green Healthtech Challenge durch die Unterstützung des Fördervereins der Hochschule Ruhr West. Gefördert wurden unter anderem der Jurypreis sowie die Durchführung der Veranstaltung. Ziel der Förderung ist es, den Masterstudiengang Nachhaltige Gesundheitstechnologien weiter zu stärken, innovative Lehrformate auszubauen und den Austausch mit internationalen Partnerinnen und Partnern zu fördern.

Künftig soll das Format weiterentwickelt und als fester Bestandteil des Masterstudiengangs Nachhaltige Gesundheitstechnologien am Institut Mess- und Sensortechnik etabliert werden.