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PROvendis-Jubiläum: Transfer beginnt mit den richtigen Fragen

Freitag 23. Oktober 2026

Prof.in Dr. Ayşegül Doğangün bei der Podiumsdiskussion von PROvendis

 

Wie finden Unternehmen und Gesellschaft wissenschaftliche Expertise, wenn die Herausforderung klar ist, die Lösung aber noch fehlt? Prof.in Dr. Ayşegül Doğangün, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der Hochschule Ruhr West (HRW), erklärte beim 25-jährigen Jubiläum von PROvendis, warum Transfer früh ansetzen muss – und wie Hochschulen, Unternehmen und Netzwerke gemeinsam Innovationen voranbringen.

Eine Herausforderung ist erkannt, doch der Lösungsweg noch offen: Genau hier kann Wissenschaft ihre Stärken einbringen. Doch wie finden Unternehmen und andere Akteur:innen die passende wissenschaftliche Expertise, wenn sie noch gar nicht genau wissen, wonach sie suchen? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion „Perspektiven – Innovation früher und schneller möglich machen“ am 13. Oktober in Düsseldorf.

Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums von PROvendis diskutierte Prof.in Dr. Ayşegül Doğangün mit Dr. Kirsten Bender vom Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE), Prof. Dr. René Fahr von der Universität Paderborn und Florian Hildebrand, CEO und Co-Founder von Greenlyte. Die Journalistin Brigitte Büscher moderierte die Runde.

Innovation entsteht, wenn die richtigen Partner zusammenfinden

Damit aus wissenschaftlichen Erkenntnissen Lösungen für konkrete Herausforderungen werden, müssen Hochschulen und Praxispartner:innen frühzeitig miteinander ins Gespräch kommen. Entscheidend sind dabei nicht nur gute Ideen, sondern auch verlässliche Netzwerke, die Kontakte herstellen, Kompetenzen sichtbar machen und Kooperationen ermöglichen.

„Transfer sollte bereits dann ansetzen, wenn sich eine Herausforderung abzeichnet, auch wenn es noch keine konkrete Lösungsidee gibt. Genau dann wollen wir als Hochschule für angewandte Wissenschaften mit unserer wissenschaftlichen Expertise ansprechbar sein“, sagt Prof.in Dr. Ayşegül Doğangün.

Wie wichtig solche Netzwerke sind, hat sie selbst erfahren: Als bei einem Projekt kurzfristig ein Konsortialpartner ausfiel, unterstützten PROvendis und innovation2business.nrw bei der Suche nach einem geeigneten Ersatz. Das Beispiel zeigt, welchen Unterschied funktionierende Kontakte machen können – gerade dann, wenn sich Rahmenbedingungen kurzfristig ändern und neue Partner gefragt sind.

Wissenschaftliche Kompetenzen leichter zugänglich machen

Doch wie lässt sich die passende Expertise finden, wenn eine Herausforderung noch nicht bis ins Detail beschrieben ist? Die HRW möchte den Zugang zu ihren wissenschaftlichen Kompetenzen künftig erleichtern. Dafür entwickelt die Hochschule eine eigene Matchingplattform, die Bedarfe aus Wirtschaft und Gesellschaft gezielt mit wissenschaftlicher Expertise zusammenbringen soll.

Die Idee dahinter: Nicht erst nach einer konkreten Lösung suchen, sondern gemeinsam herausfinden, welche wissenschaftlichen Kompetenzen bei einer offenen Fragestellung weiterhelfen können. So sollen neue Kooperationen entstehen und bestehende Netzwerke wie innovation2business.nrw noch besser eingebunden werden.

Innovation beginnt nicht erst im Forschungsprojekt

Transfer findet an der HRW nicht nur in Forschungsprojekten oder in der Zusammenarbeit mit Unternehmen statt. Auch in der Lehre sollen Studierende früh lernen, gesellschaftliche und wirtschaftliche Herausforderungen aktiv anzugehen.

Mit Challenge-Based Learning und Praxispartnerschaften arbeiten sie an realen Fragestellungen, bringen ihr Wissen ein und entwickeln gemeinsam mit anderen neue Lösungsansätze. So lernen sie, wissenschaftliche Erkenntnisse praktisch anzuwenden – und gestalten zugleich die Innovationsentwicklung in der Region mit.

Ob in der Forschung, im Austausch mit Praxispartner:innen oder im Studium: Die HRW setzt darauf, wissenschaftliche Expertise frühzeitig einzubringen, Menschen und Kompetenzen zusammenzuführen und gemeinsam Lösungen für die Herausforderungen der Region zu entwickeln. Denn erfolgreicher Transfer beginnt oft nicht mit einer fertigen Idee, sondern mit der richtigen Frage.