Sascha Stumpe
Sascha Stumpe
duales Bachelorstudium BWL – Energie- und Wassermanagement
Masterstudium Wirtschaftsingenieurwesen – Energiesysteme
2012 bis 2018
kooperative Promotion 2026
Von der Ausbildung zur Promotion
Nach seiner Ausbildung zum Industriekaufmann in Niedersachsen studierte Sascha Stumpe von 2012 bis 2016 den Bachelorstudiengang BWL – Energie- und Wassermanagement dual praxisintegriert an der Hochschule Ruhr West (HRW) in Mülheim an der Ruhr. Um die technische Sicht zu ergänzen, schloss er den Master in Wirtschaftsingenieurwesen – Energiesysteme 2018 in Bottrop ab. Begeistert von Forschungsthemen, erhielt er kürzlich seinen Doktortitel und arbeitet parallel als Senior Consultant bei der MOcons GmbH & Co. KG. Er berät dort Stadtwerke und wirkt weiterhin in Forschungsprojekten mit.
Warum haben Sie sich für die Hochschule Ruhr West und den Studiengang BWL – Energie- und Wassermanagement entschieden?
Nach meiner Ausbildung zum Industriekaufmann bei einem Stadtwerk in Niedersachsen wollte ich mich unbedingt weiterbilden. Deshalb suchte ich deutschlandweit nach Angeboten und bin schließlich in Mülheim an der Ruhr hängen geblieben. Der Studiengang BWL – Energie- und Wassermanagement sprach mich sofort an, weil er stark ökonomisch ausgerichtet ist und gleichzeitig die Energie- und die Wasserwirtschaft betrachtet. Diese Kombination gab es damals in der Form nur einmal.
Zudem war das Studium dual praxisintegriert organisiert. Ich studierte während der Semester wie ein Vollzeitstudent und arbeitete in den Semesterferien in meinem Unternehmen. So sammelte ich weiterhin praktische Erfahrung und baute gleichzeitig theoretisches Wissen auf. Rückblickend war das ein sehr gutes Zusammenspiel, weil ich viele Inhalte aus dem Studium direkt mit ins Unternehmen nehmen konnte.
Im Anschluss an den Bachelor entschied ich mich für den Master in Wirtschaftsingenieurwesen – Energiesysteme der HRW. Am Campus in Bottrop ging es um mehr technische Aspekte im gleichen Themenfeld, die meine bisherigen Kenntnisse super ergänzten.
Welches Ereignis aus Ihrer Studienzeit haben Sie in besonderer Erinnerung?
Als ich mit dem Studium begann, gab es den Campus Mülheim noch nicht in seiner heutigen Form. Wir studierten in einem Containerdorf, ein klassisches Campusfeeling wie heute existierte noch nicht. Das war für mich aber völlig in Ordnung, denn ohnehin war alles neu: das Studium, die Stadt, das Ruhrgebiet. Insgesamt war es eine sehr ereignisreiche Zeit.
Besonders positiv überraschte mich die Nähe zu den Professorinnen und Professoren. Das hatte ich mir vorher ganz anders vorgestellt. Wir starteten mit rund 60 Studierenden, wurden mit Namen angesprochen und hatten einen sehr direkten Kontakt. Die HRW ist deutlich kleiner als eine Universität, man kennt sich schnell – auch fachübergreifend. Diese persönliche Atmosphäre empfand ich als große Stärke.
Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus und welche Kenntnisse aus Ihrem Studium brauchen Sie dafür?
Nach meinem Bachelor entschied ich mich, mein Unternehmen zu verlassen und mich voll auf den Master zu konzentrieren. In dieser Zeit ergab sich für mich die Möglichkeit, als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei meinem Professor Dr. Mark Oelmann zu arbeiten – parallel zu meinem Masterstudium in Bottrop. Eigentlich konnte ich mir diese Rolle zunächst gar nicht vorstellen, aber mich reizte, mitzuwirken und Einblicke in die Lehre zu bekommen. Die Arbeit mit Bachelorstudierenden ließ mich menschlich und didaktisch sehr wachsen.
Nach dem Masterabschluss blieb ich wissenschaftlicher Mitarbeiter und stieg in die Forschung ein. Inhaltlich beschäftigte ich mich mit dynamischer Bepreisung für industrielle Kläranlagen, also mit der Frage, wie sich industrielle Abwasserzuflüsse über die Festlegung von Preisen steuern lassen. Parallel dazu startete ich 2018 in Teilzeit als Consultant bei der MOcons GmbH & Co. KG, einem Beratungsunternehmen für ökonomische Fragestellungen und Digitalisierungsthemen in der Wasser-, Abwasser- und Energiewirtschaft.
Seit 2024 arbeite ich dort als Senior Consultant. Ich berate Stadtwerke zu Preisthemen, führe Datenanalysen durch und verantworte eine eigens entwickelte Software, mit der Strom- und Gaspreise kalkuliert werden. Mein Arbeitsalltag ist sehr abwechslungsreich: Ich betreue mehrere Stadtwerke, tauche regelmäßig in neue Themen ein und arbeite sowohl an Beratungs- als auch an forschungsnahen Projekten, oft gemeinsam mit Kooperationspartnern, wie großen Wasserversorgern. Die Arbeit findet überwiegend digital und im Büro statt, persönliche Gespräche gehören aber weiterhin dazu. Die im Studium vermittelten Inhalte helfen mir dabei enorm. Insbesondere, Themen aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten, lernte ich an der HRW. Heute profitiere ich besonders davon, Themen aus ökonomischer, technischer und auch juristischer Perspektive zusammenzuführen.
Am meisten Spaß bereiten mir aber die Forschungsprojekte. Ich genieße das „Reinfallen“ in Themen, sich im Detail mit Problemen zu beschäftigen und Dingen auf den Grund zu gehen. Aus dieser Begeisterung heraus habe ich mich wohl auch für eine Promotion entschieden, die ich kürzlich mit meinem Doktortitel abschloss. Ich untersuchte, wie sich die Trinkwassernachfrage durch dynamische Preisentwicklung steuern lässt. Ziel war es, Wasserversorger insbesondere in Spitzenzeiten zu entlasten, die durch Klimawandel und steigende Nachfrage in immer häufiger auftretenden heißen und trockenen Sommern handeln müssen.
Was möchten Sie Studierenden mit auf den Weg geben?
Rückblickend entdeckte ich etwas zu spät, wie wichtig es ist, häufiger Fragen zu stellen. Das ist das einfachste und gleichzeitig effektivste Mittel, um zu lernen. In Vorlesungen möglichst viel zu hinterfragen, sich einzubringen und auch eigene Fragen zu entwickeln.
Das gilt genauso im Berufsleben: Dinge nicht einfach so anzunehmen, wie sie auf den ersten Blick erscheinen, sondern kritisch zu hinterfragen und akribisch dranzubleiben.
Mir ist wichtig zu sagen: Es gibt viele unterschiedliche Wege, die genauso gut funktionieren. Mein Werdegang wirkt im Nachhinein vielleicht sehr geplant, aber vieles hat sich eher ergeben – mit ein bisschen Glück zur richtigen Zeit. Ich glaube, mir hat geholfen, offen zu bleiben und Gelegenheiten auszuprobieren, wenn sie sich ergaben.