Nachhaltigkeit in der Medizintechnik: Wie Circular Economy das Gesundheitswesen verändern kann
Montag 3. August 2026
Wie können Gesundheitseinrichtungen nachhaltiger werden, ohne Kompromisse bei Qualität und Patientensicherheit einzugehen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Prof. Dr. Carole Leguy und Studentin Miedia Ali von der Hochschule Ruhr West im Rahmen eines Vortrags beim #CEresearchNRW Webseminar zum Thema „Medizintechnik und Circular Economy“. Mehr als 30 Teilnehmende verfolgten die Veranstaltung und beteiligten sich rege an der anschließenden Diskussion.
Nachhaltigkeit als Zukunftsaufgabe im Gesundheitswesen
Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesellschaft. Gleichzeitig zählen sie zu den ressourcenintensivsten Bereichen unserer Wirtschaft. Einwegprodukte, energieintensive Prozesse und komplexe Lieferketten verursachen erhebliche Umweltwirkungen. Die Frage, wie sich medizinische Versorgung und Nachhaltigkeit besser miteinander verbinden lassen, gewinnt daher zunehmend an Bedeutung.
Im Vortrag zeigten die Referentinnen, welche Rolle Circular-Economy-Ansätze dabei spielen können. Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten, Ressourcen effizienter zu nutzen, Emissionen zu reduzieren und Produkte über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg nachhaltiger zu gestalten.
Von der Abschlussarbeit zum Zukunftsthema
Für die HRW hatte die Veranstaltung eine besondere Bedeutung: Miedia Ali ist Absolventin des Bachelorstudiengangs Gesundheits- und Medizintechnologien (GMT). Die vorgestellten Ergebnisse basieren auf ihrer Abschlussarbeit und zeigen, wie aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen bereits im Studium aufgegriffen und wissenschaftlich bearbeitet werden.
„Besonders gefreut hat mich, dass wir Ergebnisse aus einer Abschlussarbeit unserer GMT-Absolventin Miedia Ali vorstellen konnten. Das zeigt, wie früh Studierende an der HRW an aktuellen Zukunftsthemen mitarbeiten und eigene Beiträge zu einer nachhaltigeren Medizintechnik leisten können“, sagt Prof. Dr. Carole Leguy.
Medizintechnik als Teil der Lösung
Anhand verschiedener Beispiele wurde deutlich, dass Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen weit über Recycling hinausgeht. So können alternative Inhalatoren mit geringerem Treibhauspotenzial oder neue Konzepte für den Umgang mit Narkosegasen dazu beitragen, die Umweltbelastung medizinischer Behandlungen zu reduzieren. Gleichzeitig gewinnen nachhaltige Beschaffung, ressourcenschonende Produktentwicklung und die Betrachtung gesamter Wertschöpfungsketten zunehmend an Bedeutung.
Ein großer Teil der Emissionen im Gesundheitswesen entsteht nicht direkt in Krankenhäusern, sondern entlang der Liefer- und Produktionsketten medizinischer Produkte. Nachhaltige Lösungen müssen daher alle Phasen des Produktlebenszyklus berücksichtigen.
Lebenszyklus eines Medizinprodukts: Nachhaltigkeit entsteht durch die Betrachtung aller Phasen – von der Produktion bis zur Wiederaufbereitung oder Entsorgung.
Anknüpfungspunkt für den neuen Masterstudiengang
Die Themen des Vortrags knüpfen unmittelbar an den neuen Masterstudiengang Nachhaltige Medizintechnologien der Hochschule Ruhr West an. Dort beschäftigen sich Studierende unter anderem mit nachhaltigen Gesundheitstechnologien, Ressourceneffizienz und dem Konzept des Green Hospital.
Der Vortrag machte deutlich: Die Zukunft der Medizintechnik wird nicht nur von technologischen Innovationen geprägt, sondern auch von der Frage, wie sich medizinischer Fortschritt und verantwortungsvoller Ressourceneinsatz miteinander verbinden lassen. Circular Economy bietet hierfür wichtige Impulse – für Forschung, Industrie und Gesundheitswesen gleichermaßen.
