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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//prosperkolleg-part2/
Datum: 04.08.2022, 13:16Uhr

Produkte und Prozesse im Kreislauf denken

Prosperkolleg versorgt Unternehmen mit notwendigem Wissen zur zirkulären Wertschöpfung

Bottrop, 26. April 2022:  Die Versorgungssicherheit mit Rohstoffen und Materialien wird angesichts gestörter Lieferketten, politischer Instabilität und der Konzentration auf wenige Förderländer zunehmend in Frage gestellt. Um Engpässe zu vermeiden, wird es immer wichtiger, Sekundärrohstoffe einzusetzen und Stoffkreisläufe nachhaltig zu schließen. Hier setzt die zirkuläre Wertschöpfung an und bietet Möglichkeiten für Innovation und wirtschaftliche Entwicklung.

Rohstoffeinsatz vermeiden, in Kreisläufen denken und den Erhalt von Produkten und Materialien sichern. Die zirkuläre Wertschöpfung (englisch: Circular Economy) gibt Impulse für langlebiges Produktdesign und Optimierung der Produktionsprozesse, innovative Geschäftsmodelle und Unternehmensgründungen, schafft Jobs und schont Ressourcen und Klima. Seit 2019 trägt das Prosperkolleg in Bottrop dazu bei, Unternehmen und Institutionen mit dem notwendigen Wissen zu versorgen und bei der Umsetzung zu unterstützen. Initiativen und Projekte wie diese benötigen die Unterstützung von Bund und Land und somit auch der Politik. Daher lud das Team am Dienstag, 26.4.2022 zu einem Besuch auf Prosper III ein. Die CDU -Politiker:in und NRW-Landtagsabgeordnete Dr. Anette Bunse und ihre Mitarbeiter:innen Helma Josten und Max Fockenberg informierten sich über das Projekt und seine Erfolge.


Einst wurde auf Prosper III in Bottrop Steinkohle abgebaut. Heute entwickelt das vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW geförderte Projekt Prosperkolleg am ehemaligen Zechenstandort nachhaltige Ideen und betreibt Transformationsforschung zur zirkulären Wertschöpfung. Im dazugehörigen Entwicklungs- und Demonstrationslabor „Circular Digital Economy Lab“ (CDEL) werden technisch-wirtschaftliche Lösungsansätze zur zirkulären Wertschöpfung für die mittelständische Wirtschaft erarbeitet.

Während sich die europäische Union im Rahmen des Aktionsplans Kreislaufwirtschaft mit dem Thema beschäftigt, „fehlen kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) oft Ressourcen und das erforderliche Wissen“, fasst Friederike von Unruh, Projektleiterin, zusammen. Das Prosperkolleg hat es in den vergangenen drei Jahren geschafft, zahlreiche mittelständische, produzierende Unternehmen in der Region für das Thema zirkuläre Wertschöpfung zu sensibilisieren und diese zur Umsetzung anzuregen. Beispielsweise hat das Prosperkolleg Potenziale in zirkulären Handlungsfeldern bei Unternehmen identifiziert und für sie individuelle Strategien entwickelt: Ein Unternehmen fokussierte sich auf das Handlungsfeld Produkt-Service-Systeme unter Berücksichtigung intelligenter Services und neuer Bezahl- oder Mietmodelle. Bei einem anderen Unternehmen stand die Entwicklung eines Rücknahmesystems für die eigenen Produkte im Vordergrund, um einzelne Komponenten aus Rücksendungen zurückzugewinnen, aufzubereiten und als Bestandteil neuer Produkte wieder in den Herstellungsprozess zu bringen.

Die Unternehmen stehen dabei vor der Herausforderung, sich krisenfest und nachhaltig für die Zukunft aufzustellen. Die Erkenntnisse zeigen, dass es den KMU an Sensibilisierung und Anreizen sowie Prozess- und Umsetzungswissen fehlt. Häufig sind ihnen das Konzept der zirkulären Wertschöpfung sowie der Mehrwert kaum bekannt. Finanzielle Anreizsysteme und regulatorische Vorgaben fehlen. Ohne externe Unterstützung fällt es ihnen schwer, Handlungsmöglichkeiten zu identifizieren und einen Startpunkt zu finden. Zudem mangelt es oft auch an qualifizierten Mitarbeiter:innen.

Mit Veranstaltungen und Web-Seminaren, mit regelmäßigen Informationen, die per Newsletter oder über die Social-Media-Kanäle versendet wurden hat es das Prosperkolleg geschafft viele Unternehmen in der Region für das Thema zirkuläre Wertschöpfung zu sensibilisieren. Insgesamt kontaktierten die Projektmitarbeiter:innen etwa 800 KMU in Nordrhein-Westfalen. Auf Basis dieser Erkenntnisse wurde ein Potenzialcheck entworfen: Eine Circularity Matrix identifiziert die Potenziale zur zirkulären Wertschöpfung eines jeden Betriebes.  Neben der Arbeit mit Unternehmen ist das Prosperkolleg mit vielen Akteuren aus der Wissenschaft und der Gesellschaft vernetzt.

Das Circular Digital Economy Lab als Demonstrationslabor zeigt die Perspektiven des Elektroschrott-Recyclings. Kern des CDELs ist eine modulare, vernetzte und auf verschiedene Produkte flexibel anpassbare, digitalisierte Demontage- und Verwertungslinie. Dabei werden Alt-Produkte automatisch erkannt, möglichst optimal zerlegt, effektiv in Reststoffe getrennt und neuen Produktionswegen zugeführt. Diese Erkenntnisse werden für ein verbessertes Produktdesign genutzt.

„Die Vision des Prosperkollegs ist es, ein Kompetenzzentrum für zirkuläre Wertschöpfung für Unternehmen in der Region aufzubauen. Unternehmen benötigen Unterstützung, die an einem Ort gebündelt werden sollte. Hierzu zählen neben niederschwelligen Einstiegsangeboten und Kommunikation die Netzwerkbildung und Qualifizierung von Mitarbeiter:innen. Ein solches Zentrum kann die Kompetenzen zur zirkulären Wertschöpfung im Land Nordrhein-Westfalen bündeln und als zentrale Anlaufstelle für Unternehmen dienen. erklärt Prof. Dr. Uwe Handmann als einer der Gesamtprojektverantwortlichen des Prosperkolleg.

Gefördert vom NRW Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie hat das Projekt Prosperkolleg die Aufgabe, die Transformation zur zirkulären Wertschöpfung in der Region Emscher-Lippe erforschen und zur Umsetzung anzuregen. Die Hochschule Ruhr West und die WiN Emscher-Lippe GmbH schlossen sich mit der Stadt Bottrop, der Effizienz-Agentur NRW und dem Verein Prosperkolleg e.V. zusammen, damit gemeinsam mit Unternehmen in der Emscher-Lippe-Region Produktentwicklungen und innovativen Geschäftsmodellen einer zirkulären Wertschöpfung der Weg geebnet werden kann. So werden Synergieeffekte zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen geschaffen.


Ausblick | Gipfeltreffen der Circular Economy

Eines der größten Zusammenkünfte in diesem Themengebiet ist der Circular Economy Hotspot, welcher aufgrund der hohen Wichtigkeit dieses Jahr nach Bottrop geholt wurde und vom 12.-14. September in Bottrop stattfindet. Gemeinsam mit dem Projekt Prosperkolleg und der Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW veranstaltet die Stadt Bottrop dieses internationale Event, um die Transformation zur Circular Economy voranzutreiben und Unternehmen zur Umsetzung anzuregen. Es werden wegweisende Ansätze und kreislauffähige Geschäftsmodelle aus der Region präsentiert und Synergien zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft geschaffen. Renommierte Expert:innen und Delegierte aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und öffentlichen Initiativen kommen zusammen, um sich über aktuelle Themen und Herausforderungen auszutauschen und zirkuläre Geschäftsmodelle, soziale und öffentliche Projekte sowie unternehmerische Ideen der zirkulären Wertschöpfung aufzuzeigen.

Beatrice Liebeheim-Wotruba

Referat Hochschulmarketing & Kommunikation
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