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Seite: /parcura-forschungsprojekt/
Datum: 30.09.2020, 15:04Uhr

Datenbrillen sollen die Pflegearbeit erleichtern

HRW Institut Positive Computing an interdisziplinären Forschungsprojekt beteiligt

Wie können Datenbrillen interaktive Pflegearbeit erleichtern? Beschäftigte in der Krankenhauspflege sind stark belastet. Das Projekt PARCURA entwickelt daher Anwendungen für Datenbrillen, die dabei helfen soll, die Zusammenarbeit verschiedener Beschäftigter in Krankenhäusern gut zu gestalten und wichtige Informationen jederzeit parat zu haben. Das HRW Institut Positive Computing beteiligt sich mit der menschzentrierten Entwicklung und Bewertung durch die Nutzer*innen und Patient*innen.

Bottrop / Rheine, 21. August 2020:  Personalmangel, Zeitdruck, große Arbeitsmengen – für Beschäftigte in der Krankenhauspflege gehört das zum Alltag. Auf Stationen der Kardiologie (Herz und Gefäße) kommt eine kurze Verweildauer von Patient*innen hinzu. Die Versorgung dieser zunächst unbekannten Patient*innen und jener, deren Betreuung mit einem hohen Überwachungsbedarf verbunden ist, geht mit einem deutlich höheren Arbeitsaufwand einher. Im Nachtdienst kommt erschwerend hinzu, dass Ärzt*innen nur selten vor Ort sind. Um negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Mitarbeiter*innen und die Qualität der Pflegearbeit zu verhindern sowie die Bedingungen für gute Interaktionsarbeit zu verbessern, können Datenbrillen ein passendes Hilfsmittel sein.

Ziel des Forschungsprojektes PARCURA ist es, auf die konkrete Bedarfslage zugeschnittene Softwaremodule für Datenbrillen zu entwickeln und zu testen. Damit wird die Zusammenarbeit krankenhausinterner Akteur*innen erleichtert, die Bereitstellung pflegerelevanter Informationen optimiert und die Pflegekräfte in ihrer Arbeit mit Patient*innen unterstützt. Funktionen, wie das Einblenden von Patientendaten (Name, Allergien, Medikamente etc.), die Kommunikationsmöglichkeit mit Kolleg*innen via Foto- und Videotransfer sowie die Dokumentation über Spracheingabe sparen Wege und geben der Pflegekraft eine erhöhte Handlungssicherheit und mehr Zeit für die Patient*innen.

Partner im Projekt für die Hochschule Ruhr West ist das Institut Positive Computing. Das Team beschäftigt zwei wissenschaftliche sowie zwei studentische Mitarbeiter*innen; geleitet wird es von Prof’in Dr. Sabrina Eimler und Prof. Dr. Stefan Geisler.

Im ersten Schritt werden Arbeitsabläufe, Anforderungen, Chancen, aber auch Hemmnisse und Risiken zu erfassen und zu analysieren sein. Dazu wird Pflegepersonal befragt. Aufbauend darauf werden geeignete Datenbrillen identifiziert, ein Prototyp wird umgesetzt und anschließend mit dem Pflegepersonal in einem Testbetrieb evaluiert. Beispielhafte Fragestellungen sind etwa die zielgerichtete Auswahl der anzuzeigenden Informationen im richtigen Moment, die möglicherweise erhöhte Belastung durch das längere Tragen der Datenbrille, die Veränderungen der Arbeit durch ein erhöhtes oder vermindertes Vertrauen in die Angaben des Geräts und die Wirkung auf die Kommunikation mit den Patient*innen. „Im Projekt können wir beobachten, ob die Datenbrille als modernes Hilfsmittel in diesem sensiblen Umfeld Entlastung bringt, Vertrauen und Wohlbefinden erhöhen kann oder ob sie das Miteinander eher stört,“ erklärt Sabrina Eimler.

Ein besonderes Augenmerk soll auf die Eckpfeiler des Positive Computing geworfen werden, die Potentialentfaltung der Pflegekräfte und insbesondere das Wohlbefinden aller Personen, die mit dieser Technologie in Berührung kommen könnten. „Durch die Kooperation mit den Krankenhäusern ist es möglich, direkten Kontakt zu den Pflegekräften und Patient*innen zu erhalten. Dies ermöglicht eine optimal auf die menschlichen Bedürfnisse angepasste Entwicklung des Systems“, beschreibt Stefan Geisler die guten Bedingungen im Konsortium.

 

Wissenschaftliche Ansprechpartner*in:

Hochschule Ruhr West

Institut Informatik / Institut Positive Computing

Prof. Dr. Stefan Geisler
Telefon: 0208/ 882 54-804

E-Mail: stefan.geisler hs-ruhrwest "«@&.de

 

Hochschule Ruhr West

Institut Informatik / Institut Positive Computing

Prof. Dr. Sabrina Eimler
Telefon: 0208/ 882 54-813

E-Mail: sabrina.eimler hs-ruhrwest "«@&.de

 


Projektpartner und -aufgaben:

TAT Technik Arbeit Transfer gGmbH

Erfassung und arbeitswissenschaftliche Analyse der Belastungsszenarien aus der Perspektive guter Interaktionsarbeit in der Pflege

Institut Positive Computing, Hochschule Ruhr West

Menschzentrierte Entwicklung der Interaktionskonzepte, Technologiebewertung und Prototypentwicklung der Software für die Datenbrille

Münster School of Health, Fachhochschule Münster

Entwicklung des pflegepädagogischen Rahmenkonzepts, ganzheitliche Wirkungsanalyse

 

St. Franziskus-Hospital GmbH

Entwicklung und Erprobung mit Schwerpunkt Optimierung des eingesetzten Assistenzsystems

 

Maria-Josef-Hospital Greven GmbH

Einführung des Assistenzsystems in den Realbetrieb

FAC’T IT GmbH

Entwicklung eines IT-Schnittstellenkonzepts unter besonderer Berücksichtigung von Datensicherheit und Datenschutz

Projektlaufzeit:

01.05.2020 bis 30.04.2023

Gefördert durch:

Das Vorhaben wird im Rahmen des Programms "Zukunft der Arbeit" vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

Beatrice Liebeheim-Wotruba

Referat Hochschulmarketing & Kommunikation
Duisburger Str. 100, 45479 Mülheim an der Ruhr
Gebäude 03

Telefon: +49 208 88254-251
Handy: +49 151 55 11 7450

beatrice.liebeheim-wotruba hs-ruhrwest "«@&.de