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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//news/datensaetze-presse/2020/tag-der-zirkulaeren-wertschoepfung/
Datum: 28.01.2022, 02:59Uhr

Tag der zirkulären Wertschöpfung

Prosperkolleg: Erfolgreicher virtuelle Konferenz vernetzt Forschungsakteure

Mülheim an der Ruhr/Bottrop, 12. März 2020:  Anfang März hat das Coronavirus das Land erreicht, erste Organisationen untersagen Dienstreisen, erste Konferenzen werden abgesagt. Das Prosperkolleg-Team möchte die geplante Konferenz ungern absagen oder verschieben. Nach fundiertem Überlegen die Entscheidung: Die Konferenz findet statt – mit einer kleinen, wichtigen Anpassung. Getagt wird virtuell! So zeigt das Projektteam den Netzwerkpartner*innen neben einem tollen Programm auch alternative Wege des Zusammenarbeitens auf. Das dies die einzig richtige Entscheidung war, zeigen die späteren Ereignisse deutlich.

Grauel, Szabo-Müller und das Team testen die virtuellen Tools und geben Referent*innen und Teilnehmenden die Chance, ihre Technik vorab zu testen. Von der Flexibilität, Akzeptanz und dem großen Interesse der Teilnehmenden überwältigt, moderieren Grauel und Szabo-Müller am 10. März 2020 durch einen Tag der zirkulären Wertschöpfung.

Nach einer kreativen Vorstellungsrunde dank virtuellem Whiteboard und einer Kurzvorstellung des Projekts Prosperkolleg durch Projektleiterin Svenja Grauel beginnt die Vortragsreihe der Veranstaltung.

„Warum den Designer ins Boot holen oder was machen die eigentlich?“ Dieser Frage widmet sich Diplom Designer Jörg Gätjens der ecosign und zeigt auf, warum Designer ganzheitlich in Prozesse der zirkulären Wertschöpfung einbezogen werden müssen. Im Anschluss betrachtet Dominik Ebert, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Metallurgie der Stahl- und Eisenerzeugung von Prof. Rüdiger Deike (UDE), die zirkuläre Wertschöpfung aus Sicht eines Metallurgen. Ebert untersucht unter anderem, wie Metalle aus Schlacken, die bei der Verbrennung von Restmüll übrigbleiben, gewonnen, aufbereitet und dem Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden können.

Nach einer kurzen Pause regt Professorin Christa Liedtke, Abteilungsleiterin 'Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren' am Wuppertal Institut gemeinsam mit Manuel Bickel (ebenfalls Wuppertal Institut) und Christoph Tochtrop (Folkwang Universität der Künste) zum Nachdenken an: „Wir machen das aus Metall, dann ist das nachhaltig, oder?“ Mit der Frage, wie Wertstoffe nach ihrer Nutzung idealerweise aufbereitet und weiterverarbeitet werden können, beschäftigen sich die drei HRW Professoren Dr. Saulo Seabra, Dr. Uwe Handmann und Dr. Wolfgang Irrek innerhalb des Prosperkollegs. Prof. Seabra stellt das Circular Digital Economy Lab (CDEL) des Prosperkollegs vor, welches sich zurzeit im Aufbau befindet. Hier sollen bald u.a. Elektrogeräte automatisch identifiziert, analysiert, demontiert und aufbereitet werden, um so die Verwendung der Wertstoffe zu ermöglichen und Verbesserungsvorschläge für das Design zirkulärer Produkte zu liefern.

Zum Abschluss der Vortragsreihe erhalten die Teilnehmenden spannende Einblicke in die Förderlandschaft zur zirkulären Wertschöpfung: Dr. Jean-François Renault, Experte vom Kompetenzfeld Zirkuläre Wirtschaft (KO-ZIWIT) des Projektträgers Jülich, gibt einen umfassenden Überblick über aktuelle Fördermöglichkeiten und ermutigt die Teilnehmenden, ihre vielen guten Ideen in Anträgen zu formulieren und auch die Förderberatung des Bundes in Anspruch zu nehmen.

Das Projektteam freut sich besonders darüber, dass die Teilnehmeranzahl über den Tag hinweg konstant geblieben ist, und auch die Technik im Großen und Ganzen gut funktionierte. So diskutieren die etwas 40 Teilnehmenden rege die fünf vielseitigen Vorträge und entwickelten schließlich in Arbeitsgruppen ihre eigenen Wunschprojekte im Bereich der zirkulären Wertschöpfung.

Was folgt? Das Feedback der Teilnehmenden bestärkt eindeutig den Wunsch nach weiteren virtuellen Veranstaltungen. Es zeigt sich auch, dass es sehr anstrengend sein kann, einen ganzen Tag lang einer virtuellen Konferenz zu folgen. Die Teilnehmenden wünschen sich kürzere Meetings mit spezifischen Fragestellungen. Basierend auf diesem wertvollen Feedback entwickelt das Prosperkolleg nun eine virtuelle Veranstaltungsreihe, die dem Forschungsnetzwerk zirkuläre Wertschöpfung NRW jeden ersten Donnerstag im Monat die Möglichkeit geben soll, innerhalb von zwei Stunden Impulse zu vermitteln und zu diskutieren. Und sobald es wieder möglich ist, freut sich das Prosperkolleg darauf, die Netzwerkpartner*innen dann auch endlich face-to-face kennenlernen zu dürfen. Stay tuned and healthy!

 

Beatrice Liebeheim-Wotruba

Referat Hochschulmarketing & Kommunikation
Duisburger Str. 100, 45479 Mülheim an der Ruhr
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