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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//news/datensaetze-presse/2019/karriereweg-fh-professur/
Datum: 20.04.2019, 00:31Uhr

Fachkräftemangel an Fachhochschulen

Bottrop / Mülheim an der Ruhr, 09. April 2019.  Die Wirtschaft in NRW ruft nach mehr jungen Ingenieurinnen und Ingenieuren. Doch es fehlt an Professorinnen und Professoren, die sie ausbilden könnten! Insbesondere in den Ingenieur- und Naturwissenschaften. Das NRW Landesprogramm „Karrierewege FH-Professur“ unterstützt junge Wissenschaftler*innen und damit die Hochschulen. An der Hochschule Ruhr West schlagen derzeit drei wissenschaftliche Beschäftigte den Karriereweg zur FH-Professorin bzw. zum FH-Professor ein: Dr. Carolin Straßmann, Dr. Janina Tosic und Dr. Stefan Habel. Studieren, promovieren, einige Jahre in der Wirtschaft arbeiten und dann das Wissen als Professor*in an junge Menschen weitergeben – so der vorgezeichnete Weg zur FH-Professur. Dr. Carolin Straßmann, Dr. Janina Tosic und Dr. Stefan Habel nehmen einen anderen, einen parallelen Weg. 

Das NRW Landesprogramm des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft „Karrierewege FH-Professur“ fördert Wissenschaftler*innen, die mit der Promotion über eine wichtige Voraussetzung verfügen, denen aber die für eine Berufung notwendige Berufserfahrung außerhalb des Hochschulbereichs fehlt. Teilnehmer*innen können über einen Förderzeitraum von bis zu drei Jahren berufspraktische Erfahrungen bei einem externen Kooperationspartner und zugleich Lehr- und Forschungserfahrungen im Fachhochschulkontext sammeln.

„Die Hochschule Ruhr West muss sich wie viele Unternehmen als gute Arbeitgeberin positionieren. Insbesondere den wissenschaftlichen Beschäftigten müssen wir Perspektiven aufzeigen. Denn sie sind gesuchte Expert*innen und Fachkräfte – nicht nur in der Wirtschaft, sondern eben auch in der Wissenschaft“, unterstreicht Prof. Dr.-Ing. Susanne Staude, staatlich beauftragt für die Funktion der Präsidentin, die Notwendigkeit des Landesprogramms. Ganz besonders erfreut ist Prof. Dr. Staude darüber, dass über die HRW gleich drei junge Talente in das Programm aufgenommen wurden. Alle drei sind promovierte Wissenschaftler*innen, die in sogenannten Mangelfächern lehren – Chemie und Physik, Elektrotechnik und Informatik, insbesondere Mensch-Technik-Interaktion.

Dr. rer. nat Janina Tosic ist innovativ tätig im Bayer-Konzern

Janina Tosic studierte Biochemie an der Universität Bielefeld und promovierte 2011 im Bereich der organischen Chemie. Während ihrer Promotion hat sie Marker synthetisiert, mit denen sich aktive Enzyme in komplexen Zellgemischen sichtbar machen lassen. Diese Enzyme spielen bei Krankheiten wie Krebs oder rheumatoide Arthritis eine wichtige Rolle. Sie sind dann aktiver als in gesundem Gewebe. Darüber hinaus konnten die Sonden genutzt werden, um zuvor unbekannte Enzymaktivitäten in Pflanzen nachzuweisen, die aus der Genanalyse vorhergesagt wurden.

Dr. Tosic arbeitete nach ihrer Promotion an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Umfeld der Lehrentwicklung bzw. Hochschuldidaktik. Diese Erfahrungen kann sie an der HRW in die Gestaltung ihrer Physik- und Chemie-Lehrveranstaltungen einbringen. „Die Studierenden einen Schritt in ihrem Entwicklungsprozess an der Hochschule zu begleiten und zu unterstützen, ist dabei meine große Motivation“, so Dr. Tosic. Besonders freue sie sich, wieder mehr Kontakt zu Studierenden zu haben und sei erstaunt, wie höflich, respektvoll und motiviert die HRW Studierenden sind. Nun geht Tosic einen Schritt weiter und sammelt seit September 2018 Berufserfahrungen jenseits der Hochschule als Mitarbeiterin im Bereich Corporate Innovation der Bayer AG. Ihre Mentoren sind Prof. Dr. Francois Deuber und Prof. Dr. Martin Reufer aus dem Institut Naturwissenschaft: „In den Naturwissenschaften, insbesondere in der Chemie, ist ein spürbarer Bedarf bei der Besetzung von Fachhochschulprofessuren zu verzeichnen. Mehr als ein Drittel werden mehrfach ausgeschrieben, um geeignete Kandidat*innen zu finden. Das ist so schwer, weil der gesuchte Dreiklang aus Berufserfahrung, wissenschaftlicher Fachexpertise und Lehrerfahrung in diesem Fach nur selten von einer Person erfüllt wird“, so die beiden Professoren. Beste Aussichten also für Janina Tosic.

Dr. phil. Carolin Straßmann untersucht die Zusammenarbeit von Mensch und Maschine

Carolin Straßmann studierte bis 2014 an der Universität Duisburg-Essen Angewandte Kognitions- und Medienwissenschaften (mit der Vertiefung Psychologie im Masterstudium). In ihrer Dissertation beschäftigte sie sich mit den Auswirkungen des Erscheinungsbildes von virtuellen Agenten (z.B. Siri oder Ikea Anna) auf die Mensch-Agenten Interaktion. Dabei wurden vor allem zielgruppen-spezifische Unterschiede untersucht und der Einfluss in längerfristigen Interaktionen fokussiert. Die Arbeit kategorisiert verschiedene Erscheinungsbildvariablen systematisch, stellt den Einfluss von Nutzereigenschaften (vorrangig des Alters) dar und testet den Einfluss des Erscheinungsbildes hinsichtlich der Mensch-Agenten Beziehung in längerfristigen Interaktionen. Auf Basis von vier empirischen Studien konnte gezeigt werden, dass besonders für Senior*innen das Erscheinungsbild einen positiven Einfluss auf die Mensch-Agenten Interaktion hat. Carolin Straßmann schloss ihre Promotion im Dezember 2018 ab. Bereits seit April 2018 ist sie Lehrkraft für besondere Aufgaben im Institut Informatik und Mitglied im Forschungsinstitut Positive Computing.

„Die Teilnahme am Landesprogramm „Karriereweg FH-Professur“ ermöglicht mir neben weiterer Lehrerfahrung auch Einblicke in die Industrie. Es ist nach meiner Promotion ein nächster Karriereschritt, durch den ich neue Perspektiven und Fähigkeiten gewinnen kann, um mich weiter zu qualifizieren“, erklärt Dr. Straßmann. Neben ihrer Lehrtätigkeit an der HRW ist sie seit März 2019 bei der celano GmbH in Bottrop beschäftigt. Celano ist ein Dienstleistungsunternehmen im Software-Bereich und bietet seinen Kund*innen aus der Industrie maßgeschneiderte IT-Lösungen.

„Nach dem erfolgreichen Abschluss des Landesprogramm kann Carolin Straßmann eine der wenigen weiblichen Kandidatinnen zur Besetzung einer Hochschulprofessur sein. Dadurch kann nicht nur der Bedarf an Hochschulprofessuren in einem Mangelfach Informatik erfolgreich gedeckt werden, sondern gleichzeitig auch der Frauenanteil im Fachgebiet erhöht werden“, erläutern Prof. Dr. Sabrina Eimler und Prof. Dr. Uwe Handmann ihre Unterstützung.

Dr.-Ing. Stefan Habel – vielseitig eingesetzt in seinem Spezialgebiet

Stefan Habel promovierte 2017 an der TU Dortmund im Fach Elektrotechnik. Noch im gleichen Jahr wurde er am Institut Energiesysteme und Energiewirtschaft für die Hochschule Ruhr West als Lehrkraft für besondere Aufgaben (LfbA) tätig. Damit sich der Weg zur FH-Professur eröffnet, sammelt Habel seit August 2018 die notwendige Industrieerfahrung bei der Firma Uniper. Uniper ist ein globales Energieunternehmen, das in großem Maßstab Energie erzeugt, handelt und vermarktet. Zudem beschafft, speichert, transportiert und liefert das Unternehmen Rohstoffe wie Erdgas, Kohle sowie energienahe Produkte. Der Uniper Anlagenservice kümmert sich um die Wartung und Revision von Kraftwerken. Die Funktionsfähigkeit von Generatoren durch ständige Überprüfungen und ständige Kontrollen aufrecht zu erhalten, ist unverzichtbar. Diese Tätigkeit ermöglicht Habel ein breites Aufgabenspektrum. Bei der Projektplanung, der Durchführung und Leitung des Projektes sowie der anschließenden Dokumentation sind immer wieder individuelle Aufgaben zu lösen.

Diese Aufgabe erfüllt er wie seine beiden Kolleginnen in „Teilzeit“ im Unternehmen; parallel ist er weiter als Lehrkraft in verschiedenen Modulen für die Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen- Energiesysteme, Energie- und Umwelttechnik, Energie- und Wassermanagement an beiden HRW Standorten unterwegs. Seine Mentoren sind Prof. Dr.-Ing. Julian Tornow und Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Irrek. „Dr. Habel unterrichtet im Mangelfach Elektrotechnik, insbesondere Energietechnik. In der genannten Fachrichtung gibt es aktuell und auch in Zukunft deutschlandweit einen großen Bedarf an Hochschulprofessoren*innen. So müssen regelmäßig Stellenausschreibungen wiederholt werden, da sich keine geeigneten Kandidaten*innen finden lassen“, so Irrek, der Habel an seinen Erfahrungen teilhaben lässt und fördert. Habel sieht sich durch die positiven Evaluationsergebnisse seiner Lehrveranstaltungen bestärkt. „Ich hatte keinen Masterplan, wie es nach der Promotion weitergehen sollte. Die Industrietätigkeit ist sehr spannend, doch die Lehre macht mir genauso viel Spaß.“

Einer Professorin bzw. einem Professor an einer Hochschule für angewandte Wissenschaften, also der HRW, bietet sich ein breites und spannendes Aufgabenspektrum: Von praxisbezogener Lehre, anwendungsorientierter Forschung bis hin zum Hochschulmanagement. Der Anwendungsbezug steht im Fokus von Studium und Forschung. Die direkte Schnittstelle zur Praxis ist deswegen wichtig. Entsprechend sollen Professor*innen neben der wissenschaftlichen Qualifikation auch über mehrjährige Erfahrung in der beruflichen Praxis verfügen. Die Hochschule Ruhr West unterstützt wissenschaftliche Beschäftigte auf ihrem Weg zur FH-Professur. Wichtige Voraussetzung dabei: viel Freude am Umgang mit Studierenden!

Pressekontakt

Beatrice Liebeheim-Wotruba

Referat Hochschulmarketing
Duisburger Str. 100, 45479 Mülheim an der Ruhr
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beatrice.liebeheim-wotruba hs-ruhrwest "«@&.de