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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//news/datensaetze-presse/2018/marie-borowycz/
Datum: 29.06.2022, 10:57Uhr

HRW: Erste Absolventin im Studiengang Energie-und Umwelttechnik

Bottrop / Mülheim an der Ruhr, 17. April 2018.  Nach sieben Semestern erhielt Marie Borowycz im Februar ihren Abschluss in Energie- und Umwelttechnik an der Hochschule Ruhr West Bottrop. Ihre Bachelorarbeit schrieb sie zum Thema „Einfluss der Pyrolyseparameter auf die physikalischen und chemischen Brennstoffeigenschaften pyrolysierter Biomassebriketts“. Die Arbeit wurde mit „sehr gut“ bewertet. Der Studiengang war zum Wintersemester 2014/15 gestartet. Nun schließen die ersten Studierenden ihr Studium ab. Zu einem passenden Zeitpunkt.

Denn Ende 2018 schließt in Bottrop die Zeche Prosper. Damit geht die Bergbauära im Ruhrgebiet zu Ende. Dennoch wird in der Eisen- und Stahlindustrie für jede Tonne gefertigtes Stahlprodukt mindestens 250 kg an fossilem Kohlekoks benötigt. Und Stahl ist einer der dominierenden Werkstoffe unserer Zeit. Erneuerbare Energiesysteme wie Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen, Netze zur Energieverteilung, Elektroautos, Blockheizkraftwerke und viele industriell gefertigten Produkte kommen nicht ohne Stahl und somit nicht ohne fossile Kohle aus.

Im internationalen Verbundprojekt COBI forscht Prof. Dr.-Ing. Saulo H. Freitas Seabra da Rocha an einer nachhaltigen Substitutionsmöglichkeit für Hüttenkoks. Da Forschung und Lehre an der HRW stark verbunden sind, ergab sich für die Studentin Marie Borowycz die Möglichkeit, zu diesem Thema ihre Bachelorarbeit zu schreiben.

Sie beschäftigte sich mit ungenutzten holz- und halmgutartigen Biomassereststoffen, die zu Briketts agglomeriert und über ein Pyrolyseverfahren (Kohleverkokung) zu einem CO2-neutralen Biokoks umgewandelt werden können. Ziel der Bachelorarbeit war die Generierung und Analyse dieses Biokoks, bezüglich seiner Einsatzmöglichkeit im Hochofen. Dabei wurden unterschiedliche Pyrolysetemperaturen von 200, 350 und 500 °C angewendet.

Physikalische (mechanische Festigkeit) und chemische Brennstoffeigenschaften (Aschegehalt, flüchtige Bestandteile, spezifischer Brennwert, elementare Zusammensetzung, fixer Kohlenstoff) wurden mit entsprechenden Tests untersucht. Borowycz stellte fest, dass eine steigende Pyrolysetemperatur die physikalischen Brennstoffeigenschaften negativ und die chemischen positiv beeinflusst. Keine der gewählten Pyrolysetemperaturen bewirkt die Produktion eines Biokoks, welcher den bisher typisch verwendeten Hüttenkoks mit allen Charakteristika vollständig substituieren kann. Es sind weitreichende Erkenntnisse über das Verhalten verschiedener Brennstoffeigenschaften bei der Erhöhung der Pyrolysetemperatur gewonnen worden.

Die Thematik der Arbeit passt sehr gut zu den Inhalten des Studiengangs Energie- und Umwelttechnik: Bereitstellung von Energie unter Berücksichtigung der Auswirkungen auf die Umwelt.

Denn der Studiengang Energie- und Umwelttechnik befasst sich mit den technischen Möglichkeiten und Problemen der Energiewende. Die Studierenden lernen Chancen, Potentiale und die technische Machbarkeit von Verfahren kennen, die zu einer möglichst ökologisch sinnvollen Umsetzung von Prozessen dienen. Nach ihrem Abschluss können die Studierenden in Ingenieurbüros sowie in Konzernen – vom Energiekonzern, Anlagenplanern, -bauern und -betreibern bis hin zu den entsprechenden Behörden tätig werden. Nahezu alle Unternehmen und Institutionen haben Abteilungen, die sich mit dem Thema „Umwelt“ beschäftigen und somit potentielle Arbeitgeber sind.

Doch Marie Borowycz schlägt vorerst einen anderen Weg ein: als wissenschaftliche Mitarbeiterin kann sie im Forschungsprojekt COBI an der Hochschule Ruhr West bis zum Projektende tätig sein und weitere Erfahrungen sammeln.

Beatrice Liebeheim-Wotruba

Referat Hochschulmarketing & Kommunikation
Duisburger Str. 100, 45479 Mülheim an der Ruhr
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beatrice.liebeheim-wotruba hs-ruhrwest "«@&.de