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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//news/datensaetze-presse/2017/zirkulaeres-wirtschaften/
Datum: 27.04.2017, 16:01Uhr

HRW und Bottrop erhalten vom Land bis zu 4,5 Mio Euro

Pressekontakt

Heike Lücking
Leiterin des Referats Kommunikation & PR / Pressesprecherin

Referat Kommunikation & PR
Duisburger Str. 100, 45479 Mülheim an der Ruhr
Gebäude 03

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heike.luecking hs-ruhrwest "«@&.de

Büro für Zirkuläre Wertschöpfung kommt nach Bottrop

Mülheim an der Ruhr/Oberhausen, 21. April 2017: Das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen möchte den Aufbau eines Kompetenzzentrums für Zirkuläre Wertschöpfung in Bottrop mit 4,5 Millionen Euro fördern. Dies erklärte heute Wirtschaftsminister Garrelt Duin bei einem Besuch der Hochschule Ruhr West in Bottrop.

Worum es beim Zirkulären Wirtschaften geht, lässt sich am Beispiel des Autofahrens gut erläutern: Im Jahr 2030 will eine Person vom Standort Bottrop nach Mülheim zur Hochschule Ruhr West gelangen. Über die App „Nutzen statt besitzen“ wird ein in der Nähe befindliches selbst fahrendes Fahrzeug gebucht, das sicher dorthin fährt, während die Person zwischen zwei Terminen entspannen kann. Das Fahrzeug ist nach dem „Cradle-to-Cradle“-Design-Prinzip des Hamburger Professors Dr. Michael Braungart konstruiert (von der Wiege zur Wiege), das heißt es wird mit erneuerbaren Energien betrieben und alle Materialien, die für seine Herstellung verwendet wurden, werden am Ende der Nutzungszeit wieder für die Produktion neuer Güter verwendet. Denn Rohstoffe sind in der dynamisch wachsenden Weltwirtschaft knapp geworden. Schon heute stehen 20 Rohstoffe auf der Liste der „kritischen“ Rohstoffe, die eine große wirtschaftliche Bedeutung besitzen und ein hohes Risiko aufweisen zu Versorgungsengpässen zu führen. Die Informationstechnik unterstützt Hersteller und Mobilitätsdienstleister dabei, die Materialien über den gesamten Wertschöpfungsprozess hinweg zu verfolgen, die Mobilitätsdienstleistung wirtschaftlich zu optimieren und bereits die Entwicklung von Fahrzeug- und Produktionstechnik bedarfsgerecht und nachhaltig zu gestalten. Neue Geschäfts- und Betreibermodelle entstehen rund um die gesamte Wertschöpfungskette der eingesetzten Roh- und Werkstoffe und ihrer jeweiligen Nutzung. Letztlich geht es dabei also um die Frage, wie Materialien in Produkten und Produktionsprozessen nützlich und wertvoll bleiben können.

Das geplante Kompetenzzentrum Zirkuläre Wertschöpfung in Bottrop setzt genau bei dieser Frage an. Es hat zum Ziel, über die Steigerung von Energie- und Materialeffizienz in industriellen und gewerblichen Wertschöpfungsketten hinaus (Ressourceneffizienz) eine Steigerung der Verwertbarkeit, der Qualität und der Leistung von Materialien und Energien (Ressourceneffektivität) im industriellen und gesellschaftlichen Kontext zu erreichen. Im Mittelpunkt stehen innovative Geschäfts- und Betreibermodelle und die damit verbundenen innovativen Verfahrens- und Informationstechnologien, mit deren Hilfe die Produktivität der Unternehmen der Region erhöht werden kann. Darüber hinaus ist der Aufbau eines Qualifizierungszentrums für die mittelständische Wirtschaft („Prosperkolleg“) geplant. Durch Information, Qualifizierung, Vernetzung und Umsetzungsbegleitung wird in Kooperation mit Partnerinnen und Partnern des Kompetenzzentrums Fachexpertise in den Unternehmen aufgebaut.

"Der Aufbau eines Büros für Zirkuläre Wertschöpfung in der Emscher-Lippe Region ist ein wichtiger Beitrag, Alternativen zur linearen Wirtschaft regional zu etablieren. Deshalb freue ich mich, dass wir dieses Vorhaben mit Landesmitteln unterstützen können", erklärte Garrelt Duin, Minister für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen bei einer Besichtigung der Hochschule Ruhr West und des Gründerzentrums Prosper III in Bottrop. Möglicherweise eignet sich das revitalisierte Areal der Zeche Prosper III, das in der Nähe des HRW Campus Bottrop liegt, als Standort für das Kompetenzzentrum. Das Büro soll sich neben Netzwerkarbeit und Weiterbildungsangeboten zur zirkulären Wertschöpfung für regionale Unternehmen vor allem auf die Erforschung und Verbreitung zirkulärer Geschäftsmodelle konzentrieren, die digital basiert sind.

Bernd Tischler, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop, dankt dem Ministerium und allen Beteiligten für das entgegengebrachte Vertrauen: "Unsere Stadt hat als Innovation City bereits bewiesen, dass wir nachhaltige Konzepte für Energieeffizienz und die CO2-Reduzierung entwickeln und umsetzen können. Ich freue mich sehr über die Chance, uns nun als Kompetenzzentrum auf dem Gebiet der Zirkulären Wertschöpfung weiter zu entwickeln und damit einen wichtigen Beitrag für die ganze Region zu leisten. Denn durch das Anstoßen von Innovationen zu diesem Thema, durch Qualifizierung der Partnerinnen und Partner, durch Netzwerkbildung, Beratung und Begleitung bei der Umsetzung profitiert die Wirtschaft der Region auf besondere Weise und wird nachhaltig gefördert."

Auch Prof. Dr.-Ing Gudrun Stockmanns, Präsidentin der Hochschule Ruhr West, sieht in dem neuen Kompetenzzentrum eine große Chance für Wissenschaft und Wirtschaft: "Das neue Kompetenzzentrum Zirkuläres Wirtschaften soll als Ideengeber bei der Entwicklung innovativer Geschäfts- und Betreibermodelle, damit verbundener technischer Verfahren und Produkte sowie intelligenter informationsverarbeitender Systeme fungieren. Wir nehmen diese Herausforderung gerne an, denn sie deckt sich hervorragend mit unseren Leitthemen „Ressourcen & Energie“ sowie „Digitalisierung & Vernetzung“. Die Hochschule Ruhr West bündelt dazu ihre betriebswirtschaftlichen, informationstechnischen, verfahrenstechnischen und materialwissenschaftlichen Kompetenzen und bindet relevante Kooperationspartner in Netzwerken ein. Als moderne Hochschule in der Region für die Region ist uns schließlich sehr daran gelegen, die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Region zu fördern und sie damit zukunftssicher zu machen."

 

 

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von links:
Prof. Dr. Uwe Handmann, Leiter des Instituts Informatik, Dekan Fachbereich 1
Klaus Strehl, Bürgermeister Stadt Bottrop
Garrelt Duin, NRW Wirtschaftsminister
Prof. Dr. Gudrun Stockmanns, Präsidentin der Hochschule Ruhr West
Sabine Wißmann, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung der Stadt Bottrop
Prof. Dr. Wolfgang Irrek, Leiter des Instituts Energiesysteme und Energiewirtschaft, Prodekan Fachbereich 1