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Seite: /news/datensaetze-presse/2011/ob-muehlenfeld/
Datum: 26.11.2020, 13:49Uhr

OB Dagmar Mühlenfeld berichtet aus der Praxis

Mülheim an der Ruhr/Bottrop, 2. Dezember 2011: Rund 50 Studierende des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen-Energiesysteme erlebten heute ein besonderes Seminar. Im Rahmen des Kurses „Unternehmensführung und Management“ interviewten HRW Studentinnen und Studenten des dritten Semesters Mülheims Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld. Nach der Begrüßung durch HRW Präsident Prof. Dr. Eberhard Menzel stellten die Studierenden Fragen zur Rolle der Oberbürgermeisterin als Stadt-Lenkerin und Aufsichtsrätin verschiedener Unternehmen.

Bei den Grundsätzen wirksamer Führung bezieht sich das Seminar Unternehmensführung und Management unter anderem auf die Konzepte von Fredmund Malik, dem bekannten Managementexperten aus St. Gallen. Sein Buch „Führen, Leisten, Leben“ zählt zu einem Klassiker der Management-Literatur. Hierbei bezieht er sich bei der Umsetzung eines erfolgreichen Führungsstils vor allem auf die Einhaltung der folgenden sechs Grundsätze: Resultatorientierung, Beitrag zum Ganzen, Konzentration auf Weniges, Stärken nutzen, Vertrauen und positives Denken.

„Ziel unseres Seminars Unternehmensführung und Management ist das Erlernen des richtigen Managementstils. Für den Beruf des Managers gibt es an Hochschulen in der Regel keine Ausbildung. Dieses Thema kommt häufig zu kurz und findet selbst beim BWL-Studium kaum Eingang. Die Grundsätze guter Führung sind aber im späteren Berufsleben essenziell und sind meines Erachtens ein wesentlicher Erfolgsfaktor eines Managers oder einer Managerin - egal in welchem Bereich. Die Grundsätze, die bereits Malik formuliert hat, werden in unseren Seminaren in Kombination mit Kompetenzen wie Präsentationsfähigkeiten, Zeitmanagement, Kommunikationsvermögen oder Fähigkeiten, wie ein Meeting effektiv geführt wird, vermittelt“, erläutert Prof. Dr. Olga Hördt, Lehrgebiet Allgemeine Betriebswirtschaftslehre mit den Schwerpunkten: Organisation, Personal und Unternehmensführung an der HRW. „In unseren Seminaren legen wir generell großen Wert auf einen hohen Anwendungsbezug. Daher freue ich mich ganz besonders, dass Frau Oberbürgermeisterin Mühlenfeld den Studierenden aus ihrem abwechslungsreichen Arbeitsalltag als Stadt-Chefin berichtet hat. Für unsere jungen Studentinnen war sie darüber hinaus ein beeindruckendes „Role-Model“, so Hördt weiter.

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld hatte sichtlich Spaß beim Beantworten der Fragen der Studentinnen und Studenten: „Ich finde es toll, dass den Studierenden an der HRW von Anfang an Beispiele aus der Praxis vermittelt werden. Als ich gefragt wurde, ob ich von meiner täglichen Arbeit berichten möchte, habe ich sofort ja gesagt. Darüber hinaus bin ich beeindruckt, wie die HRW seit meinem letzten Besuch gewachsen ist. Ich freue mich, dass bereits so viele junge Leute in Mülheim an der Ruhr ihr Studium absolvieren und sich auf eine glänzende Zukunft als Ingenieurin oder Ingenieur oder als Betriebswirt oder Betriebswirtin mit einer technischen Ausrichtung vorbereiten können“.

Studierende stellten Fragen

Die Studentinnen und Studenten interessierten sich bei der Befragung von Frau Mühlenfeld für ganz unterschiedliche Aspekte ihrer Arbeit. Zum einen ging es um das Thema Work-Life Balance oder um ihren persönlichen Führungsstil - beispielsweise wie sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motiviere oder ob ein Chef besser geliebt oder gefürchtet sein sollte. Zur Mitarbeitermotivation seien aus ihrer Sicht Lob, aber auch angemessene Kritik wichtige Instrumente. Führungskräfte sollten es sich ihrer Meinung nach nicht zur Maxime machen, geliebt zu werden. Aber auch Furcht sei sicher kein angemessenes Führungsinstrument. Es gehe als Chef oder Chefin vor allem darum, authentisch zu sein und berechenbar, so dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wüssten, woran sie sind.

Zum anderen stellten Studierende Fragen zur Art und Weise, wie sie mit fachfremden Themen umgehe oder was sie von einer Frauenquote für Führungskräfte hielte. Um bei unbekannten Themen sprachfähig zu sein, ziehe sie den Rat der jeweiligen Fachämter hinzu. Darüber hinaus habe sie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, denen sie voll vertraue und die sie auf die verschiedenen Termine und Themenstellungen vorbereiteten. Zum Thema Frauenquote sprach sich Oberbürgermeisterin Mühlenfeld ganz klar für eine solche Quote aus. Länder wie Norwegen, die bereits vor Jahrzehnten eine solche Quote eingeführt hätten, wären gelungene Beispiele dafür, dass dies positive Auswirkungen auf eine gerechtere Verteilung der Führungspositionen habe. Auch wenn sich in den letzten Jahren in Deutschland viel in Bezug auf die Gleichberechtigung getan habe und bei den Studierendenzahlen sogar etwas mehr Frauen als Männer studierten, seien Unternehmenslenkerinnen noch immer in der Minderheit. Hier gebe es noch viel zu tun und die anwesenden Studierenden könnten dazu beitragen, dass sich hier eine Wandlung vollziehe.