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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//kooperationen/alumni-service/alumnigeschichten/stephan-koprivsek/
Datum: 28.10.2021, 15:43Uhr

Alumni-Geschichten

Wenn die Theorie zum Leben erwacht

Nach seiner Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker nahm Stephan Koprivsek 2016 das Bachelorstudium Mechatronik an der HRW auf. Im Frühjahr 2021 schloss er auch sein Masterstudium Systemtechnik erfolgreich an der HRW ab. Ab Februar 2017 arbeitete Stephan Koprivsek neben seinem Studium als Werkstudent bei der VW Infotainment GmbH in Bochum. Schon im ersten Monat war ihm klar, dass er künftig dort arbeiten möchte. Im Mai 2021 erreichte er dieses Ziel als Entwicklungsingenieur in der Elektronikentwicklung des VW-Tochterunternehmens.

Warum haben Sie sich für die Hochschule Ruhr West und den Studiengang Mechatronik entschieden?

Nach dem Abi schrieb ich mich an der HRW für zwei Semester in Mechatronik ein. Aber es fühlte sich noch nicht richtig an. Deshalb absolvierte ich zunächst eine Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker. Es zeigte sich jedoch, dass ich mehr als rein handwerklich arbeiten und mir weitere Perspektiven schaffen möchte. Mich interessierten Technik, Konstruktion und Mobilbranche. Also nahm ich das Mechatronik-Studium erneut auf. Es schien der richtige Zeitpunkt für mich und die Wahl der HRW zu sein. Als ich mir 2016 den neuen Campus in Mülheim ansah, war ich begeistert. Alles war neu, die Labore beeindruckend. Neben dem Studium arbeitete ich als Werkstudent bei VW Infotainment, woraus sich auch ein Thema für meine Bachelorarbeit ergab. Die Entwicklung eines Mediakonverters war sehr anspruchsvoll, brachte mir dafür aber auch eine Auszeichnung für eine der besten Arbeiten des Jahrgangs ein. Da ich das Bachelorstudium an der HRW so erfolgreich abschloss und ich beruflich in die Entwicklung gehen wollte, war klar, dass ich einen Masterabschluss anschließen würde. Auch die Masterarbeit schrieb ich in meinem heutigen Unternehmen.

Wie sieht ein spannender Arbeitstag aus?

Wir im Team entwickeln innovative Steuergeräte für Fahrzeuge der nächsten Generationen. Eines registriert über den Airbag einen Unfall und löst einen automatischen E-Call bei der Notfallzentrale des Rettungsdienstes aus. Ein anderes kann über eine Sitzerkennung feststellen, wie viele Personen sich im Fahrzeug befinden. So wird der Rettungsdienst auch bei Bewusstlosigkeit der Insassen unverzüglich alarmiert und kann sich auf die Unfallsituation besser einstellen.
Mein Tag startet mit einem Daily Meeting, in dem das Elektronikteam den Stand der Entwicklungen, Fragen und Herausforderungen bespricht. Wir arbeiten projektbezogen und tauschen uns daher auch regelmäßig eng mit anderen Abteilungen aus. In der Planungsphase entwickele ich Schaltpläne, erstelle Lastenhefte, beschalte den neuen Chip für das Steuergerät. In der Testphase messe ich im Labor direkt an der Hardware. Zu sehen, wie die theoretische Planung zum Leben erwacht, begeistert mich immer wieder aufs Neue. Wenn das Steuergerät komplett fertig ist und ich weiß, demnächst fährt es in jedem Golf mit, bin ich stolz, an etwas Großem mitgearbeitet zu haben.

Welches Ereignis aus Ihrer Studienzeit haben Sie in besonderer Erinnerung?

Im vierten Semester wirkte ich im Rahmen eines Wahlmoduls im Formula Student Team mit. Ein Kommilitone und ich fertigten einen Kabelbaum für den Rennwagen an. Der E-Technik-Verantwortliche bereitete uns vor, dass in der Regel eine 70%ige Fehlerquote vorkommt. Wir beeindruckten jedoch ihn und uns selbst, denn wir hatten keinen einzigen Fehler eingebracht. Das war eine tolle Erfahrung. Die Praktika waren zwar anstrengend aber immer cool. Ich habe viel gelernt und es entstanden lustige Situationen, deren Anekdoten wir uns heute noch erzählen. Während des Studiums sind enge Freundschaften entstanden, mit einem Kommilitonen arbeite ich sogar zusammen.

Was möchten Sie Studierenden mit auf den Weg geben?

Sie sollten sich vor dem Studium fragen: Woran habe ich privat Interesse und gibt es Studiengänge, die hier anknüpfen? Berufspraktika können helfen einzuschätzen, ob sie die richtigen Vorstellungen haben. Info-Veranstaltungen oder der Besuch einiger Vorlesungen unterstützen darin, herauszufinden, was sie wollen. Dabei sollten sie am Ball bleiben. Genauso wie während des Studiums. Mir half es, mich an den Studienverlaufsplan zu halten, keine Module schleifen zu lassen. Wenn ich etwas nicht verstand, tauschte ich mich mit anderen aus und wir lernten gemeinsam. Auch die praktische Tätigkeit als Werkstudent half mir, Studieninhalte besser zu verstehen und den Fokus auf mein beruflich angestrebtes Themengebiet zu schärfen.
Anfangs hatte ich das Gefühl, ich habe einen Riesenhaufen Arbeit vor der Brust und gelegentlich spürte ich, es kann sich in die Länge ziehen. Aber am Ende hat es sich gelohnt. Ich kenne mehr ehemalige Studierende als ehemalige Auszubildende, die heute ihren Job lieben. Ich gehöre auch dazu.