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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//kooperationen/alumni-service/alumnigeschichten/pascal-hauck/
Datum: 29.07.2021, 04:15Uhr

Alumni-Geschichten

Mit dem Firmenstipendium zur Führungskraft

Nach seiner Aus- und Weiterbildung entschied sich Pascal Hauck 2012 für ein Studium an der Hochschule Ruhr West (HRW). Dem Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen – Maschinenbau schloss er den Masterstudiengang Technisches Produktionsmanagement an. Im zweiten Semester lernte Hauck seinen heutigen Arbeitgeber, die Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH in Oberhausen, durch ein Firmenstipendium kennen. Nach Werkstudententätigkeit, Praktika und Abschlussarbeiten bei dem Traditionshersteller von Trieb- und Laufradsätzen für Schienenfahrzeuge wurde er 2017 übernommen. Seit 2020 ist er in seiner ersten Führungsrolle als Produktionsleiter Service tätig.

Wie sieht Ihr Berufsalltag aus? Welche Kenntnisse aus dem Studium brauchen Sie?

Nach dem Studium war ich als Investitionsmanager für die Beschaffung von Großanlagen und Drehmaschinen verantwortlich. Fachlich drehte sich alles um Prozessoptimierung, Industrial Engineering, Lastenhefte, Abnahme und Projektmanagement. Dies beinhaltete die Kommunikation und Zusammenarbeit mit verschiedenen Abteilungen und Zulieferern. Bei einem Jahresbudget von rund 3,5 Mio. Euro entschied ich nach eingehender Analyse, was das Unternehmen bei welchem Anbieter am besten beschafft.

Heute bin ich als Produktionsleiter Service für 20 Beschäftigte verantwortlich. Neben administrativen Aufgaben wie Auswertungen über die Produktivität der Abteilung oder die Planung von Materialbeschaffung und Mitarbeiterschulungen, entwickeln wir neue Prozesse. Dazu gehören Gespräche mit den Mitarbeiter:innen sowie regelmäßige Reviews, um zu prüfen, ob die neuen Prozesse funktionieren. Außerdem stehe ich mit einem Bein in der Werkstatt. Ich beobachte den Fortschritt der Projekte, kläre Herausforderungen und erarbeite mit meinen Teammitgliedern neue Lösungen. Die Aufgaben sind sehr abwechslungsreich und hochinteressant. Ich lerne, wie ich Mitarbeiter:innen gut führen kann, behalte wirtschaftliche Aspekte, wie Umsatzziele im Blick, und priorisiere nach Absprache mit unserem Vertrieb Kundenprojekte.

Viele Kenntnisse aus den BWL-Grundlagen nutzte ich in meiner vorherigen Tätigkeit und brauche ich noch weiterhin. Die HRW gab uns eine Methodenvielfalt an die Hand, die mir heute dabei hilft, wie ich an Problemstellungen herangehe und sie strukturiert bearbeite.

Warum haben Sie sich für die Hochschule Ruhr West und den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen – Maschinenbau entschieden?

Nach meiner Ausbildung zum Industriemechaniker bildete ich mich zwei Jahre zum staatlich geprüften Maschinenbautechniker weiter. Das lief so gut, dass mich das zu einem Studium ermutigte. Ich entschied mich für Wirtschaftsingenieurwesen – Maschinenbau, weil die wirtschaftlichen Aspekte meine solide technische Ausbildung sinnvoll erweiterten. Die Praxisnähe an der HRW ist für das spätere Berufsleben enorm viel wert. Und mir gefiel der familiäre Charakter. Ohne Abitur war der Einstieg für mich schwer, aber es war immer möglich, direkt mit den Profs zu reden. Die kleinen Kurse, der große Zusammenhalt zwischen den Kommiliton:innen und die Lerngruppen halfen mir, das Studium erfolgreich zu gestalten. Ebenso wie mein Professor, Dr. Uwe Lesch, der mich auf Themen hinwies, in denen ich mich weiterentwickeln konnte. Dafür bin ich sehr dankbar.

Auch das Firmenstipendium der Gutehoffnungshütte Radsatz GmbH eröffnete mir viele Möglichkeiten. Mit meinen eher durchschnittlichen Noten rechnete ich nicht damit, bewarb mich bloß auf gut Glück. Durch die Unterstützung konnte ich mich ganz auf das Studium konzentrieren und brauchte keinen Nebenjob. Es gab nie eine Verpflichtung gegenüber dem Unternehmen, doch es entstand eine enge Verbindung. Dadurch konnte ich Praxiserfahrung sammeln, das Praxissemester bei der Konzernmutter in Tschechien absolvieren und meine Abschlussarbeiten mit praktischem, relevantem Bezug schreiben. Schon nach meinem Bachelor bot mir der Produktionsleiter einen Job an, aber ich wollte noch den Master draufsetzen. Meine Entscheidung für Technisches Produktionsmanagement bewährte sich am Ende.

Was möchten Sie Studierenden mit auf den Weg geben?

Schon in der Technikerschule lernte ich: Alles steht und fällt mit der richtigen Lerngruppe. Hast du dir die richtige ausgesucht, pushen sich die Lernenden gegenseitig. Ich bin mit vielen auch heute noch in gutem Kontakt. Außerdem ist es wichtig, durch praktische Tätigkeiten früh in Kontakt mit Unternehmen zu kommen. Studierende sollten nicht unterschätzen, dass der Eindruck, den sie während der Arbeit hinterlassen, bis in die Entscheider-Ebenen vordringt und ihnen in der Bewerbungsphase helfen kann.

Beim beruflichen Start nach dem Studium gilt: Man kann am Anfang nicht alles wissen, das ist auch jedem Unternehmen klar. Wichtig ist das Engagement, dass man sich motiviert und eigeninitiativ einarbeitet und wenn es darauf ankommt, auch mal eine Schippe drauflegt. Ein schneller Anschluss zu den Kolleg:innen hilft, bei Problemen Lösungen zu finden. Als Neuling ist man noch nicht betriebsblind und kann auf Dinge hinweisen, die verbessert werden können. Das zeigt, man denkt mit. Wichtig hierbei ist allerdings, behutsam vorzugehen und nie überheblich zu wirken.