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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//forschung/forschung-in-den-instituten/wirtschaftsinstitut/studiengaenge/auslandssemester-ihm/
Datum: 23.02.2020, 11:32Uhr

STUDY-ABROAD GOLD COAST, AUSTRALIEN

STUDY-ABROAD GOLD COAST, AUSTRALIEN

Ein Auslandssemester zu machen war von Beginn an einer meiner Pläne. Da ich BWL - Internationales Handelsmanagement studiere, empfand ich dies als angebracht. Die Auswahl fiel mir zunächst relativ schwer: Man hat so viele Möglichkeiten und sollte sich nicht davor scheuen auch außerhalb der Partnerhochschulen zu schauen. Natürlich scheint dort der Aufwand deutlich höher, aber durch verschidene Institute wird man gut unterstützt. Meinerseits kann ich das Institut Ranke-Heinemann empfehlen, da sie mir sehr ausführliche Empfehlungen hinsichtlich der Auswahl australischer Universitäten gegeben haben und für Fragen während des Bewerbungsverfahrens immer ein offenes Ohr hatten. Bereits einen Tag nach meiner Bewerbung hatte ich eine positive Rückmeldung.

GRIFFITH UNIVERSITY, GOLD COAST CAMPUS

Letztendlich entschied ich mich für die renommierte Griffith University. Sie gehört zu den top 2% der Universitäten weltweit. Ich habe mich für den Standort an der Gold Coast entschieden, da dort die für mich interessantesten Module angeboten wurde und (nicht zu verachten) das Wetter und die Strandnähe im Süden von Queensland absolut vorteilhaft sind. Die Griffith hat ein unglaublich breit gefächertes Modulangebot und als internationaler Student kann man sich auch studienfachübergreifende Module aussuchen wie z.B. aus dem major Marketing, Design oder Psychologie. Ich belegte die Fächer Consumer Psychology, Self-Marketing und Entrepreneurship & New Business Ventures. Die ersten beide im Intensivmodus, d.h. die doppelte Anzahl an Stunden die Woche, allerdings nur 8 Wochen lang. Allgemein ist zu beachten, dass die Griffith seit neustem ihr Studienjahr in Trimester einteilt. Ich besuchte die Universität im Trimester 3 von Oktober bis Februar da es sich perfekt in das deutsche Semestersystem eingegliedert hat. Das Trimester 3 ist noch im Aufbau: Viele Australier nehmen sich die Sommermonate frei und dadurch ist das außercurriculare Universitätsangebot sehr eingeschränkt. So gut wie alle Sportclubs haben eine Sommerpause und auch die Orientierungswoche fällt, verglichen zu Erzählungen über andere Trimester, eher gediegen aus.

Wer glaubt dort ein super entspanntes halbes Jahr zu haben irrt (teils!): Das Studium in Australien ist deutlich zeitintensiver. Zwar hat man vergleichsweise weniger Workshops und Vorlesungen, jedoch werden kontinuierlich über das Trimester verteilt Assignments verlangt. Je nach Modul und Intensitätsgrad variieren diese von Hausarbeiten, online Exams, normalen Exams, Pitches bis hin zu kreativeren Aufgaben wie Videos. Allgemein ist das Lernpensum nicht ganz so breit aber deutlich tiefer als in Deutschland. Wird ein Modell erlernt, wird es praktisch angewendet und analysiert. Dies ist ein Konzept welches mir wirklich gut gefallen hat, da es näher am späteren Berufsleben ist als der hohe Theorie-Input deutscher Universitäten. Man kann sich die Zeit zwischen den Abgaben dennoch gut einteilen und einiges vom Land sehen. Besonders die Weihnachtsferien im Trimester 3 eignen sich dafür.

Die Griffith und ihr Lehrpersonal sind unglaublich freundlich, offen und hilfsbereit. Dies gilt allerdings auch allgemein für alle Australier. Für Deutsche mag dies manchmal fast schon etwas skurril wirken aber man gewöhnt sich unglaublich schnell an die herzliche Art und mag sie später kaum missen.

Der Wochenend-Ausflug in der O-Woche nach Byron Bay (kleines Surferstädtchen) sowie alle Ausflüge die von den „Griffith Mates“ organisiert und Angeboten werden sind absolut zu empfehlen! Das waren unglaublich coole Tage zu einem recht günstigen Preis. Wir haben Tagesausflüge nach Noosa und nach South Stradbroke Island gemacht. Definitiv lohnenswert – vor allem Noosa!

Kontakte knüpfen ist an der Griffith mehr als einfach. Es gibt über das Semester verteilt unterschiedlichste Veranstaltungen wie Trivia Nights oder einfache Free-Burger-Events. Für Masterstudenten gab es zusätzlich noch einiges mehr im Angebot.

FREIZEIT AN DER GOLD COAST

Das Gefühl dort zu leben ist unglaublich.

Stadt, Strand, Regenwald – an der Gold Coast hat man alles greifbar und nah zusammen! Die Auswahl an breiten und hellen Stränden ist groß: Main Beach, Surfer’s Paradise, Coolangatta und und und. In der näheren Umgebung sind viele Nationalparks wie der Lamington, Mt. Tamborine oder Springbrook. Die Wanderwege sind unglaublich schön, riesige Wasserfälle umzäunt von wilder Natur. Man kann sich leicht mit Menschen aus der Uni oder Hostels zusammenschließen und ein Auto mieten um zu den Nationalparks zu kommen, dann ist es auch deutlich günstiger. Achtung: Nicht überall bekommen unter 21-jährige ein Auto vermietet und so gut wie immer gibt es eine Jungfahrergebühr.

Natürlich kommt auch das Feiern im Surfer’s Paradise nicht zu kurz. Jeden Tag in den unterschiedlichsten Clubs. Mit dem Studentenausweis gibt es so gut wie immer freien Eintritt. In Australien gehen die Partys aber nicht ganz so tief in die Nacht hinein – dennoch lässt sich so gut wie jede Nacht leicht am Strand ausklingen. Es ist wirklich einmalig.

FINANZIERUNG, WOHNEN & TRANSPORT

Australien ist schön – und schön teuer. Alleine die Studiengebühren beliefen sich auf knapp 5600€. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten sich dort Unterstützung zu holen z.B. das Auslands-Bafög oder ein Stipendium. Leider hatte ich keinen Anspruch auf Bafög, doch mir hat das PROMOS-Stipendium der HRW sehr geholfen. Die Förderung beträgt 1.650€, welche die Reisekosten und noch etwas mehr decken. Die meisten Stipendien sind allgemein nicht miteinander kombinierbar, das Institut Ranke-Heinemann bietet jedoch im kommenden Jahr neben seiner Voll-Stipendien auch ein Co-Stipendium an, welches mit PROMOS kombinierbar ist. Es ist sinnvoll sich möglichst frühzeitig mit den unterschiedlichen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. Stipendien sind meist leistungsabhängig, die Sinnigkeit des Auslandsaufenthaltes wird bewertet.

Dazu kommen Mietkosten: Auf keinen Fall solltet ihr ins University Village ziehen. Dort ist nichts inbegriffen und es ist doppelt so teuer wie die Wohnungen außerhalb. Wer Geld sparen will, kann sich etwas in Uninähe suchen (ich habe knapp 145 Dollar pro Woche bezahlt) oder für etwas mehr Geld weiter in Richtung Strand/Innenstadt/Surfer’s Paradise ziehen. Southport ist der Stadtteil der quasi auf halber Strecke liegt. Im Nachhinein würde ich jedem empfehlen sich vor allem mit der Lage der Wohnung genauer auseinander zu setzen. Der ÖPNV ist katastrophal, vor allem abends und am Wochenende. Das Hauptverkehrsmittel ist die Tram, mit ihr gelangt man von der Uni direkt in das Herz der Stadt – Surfer’s Paradise. Eine Wohnung sollte unbedingt in der Nähe einer Tram Haltestelle sein, da sonst viel Geld in Uber oder viel Zeit für den Nachhauseweg investiert werden muss.

Zusätzlich ist die Nähe zu einem Supermarkt wichtig, da die Distanzen in Australien deutlich größer sind als in Deutschland. Bis zum nächsten Supermarkt sind es da ganz flott mal 40 Minuten Fußweg, was mit einer vollen Einkaufstasche wirklich anstrengend sein kann.

Für die Verpflegung, Miete und Lebensführung kann man ca. 1000€ pro Monat kalkulieren. Natürlich kommt das alles auf den Lebensstil an.

Um die öffentlichen Verkehrsmittel benutzen zu können, muss man sich eine sogenannte „go card“ gegen 10$ Pfand holen. Online kann man dann die Concession mit dem Studentenausweis anfragen. Eine Fahrt kostet 1,30$ (off-peak)/ 1,66$ (peak-hours) und gilt für 2 Stunden. Sobald man 9 Fahrten innerhalb von einer Woche gefahren ist (Mo-So) bezahlt man nur noch die Hälfte des Preises pro Fahrt in der restlichen Woche.

FAZIT: LET’S DO IT AGAIN

Einer der größten Pluspunkte meines Auslandssemesters in Australien war die Atmosphäre. Für mich war es ein großer Schritt für ein halbes Jahr von Zuhause wegzuziehen, vor allem direkt an das andere Ende der Welt. Doch als ich aus dem Flugzeug gestiegen bin (auch wenn es mitten in der Nacht war) habe ich mich wirklich sofort wohlgefühlt. Direkt in den ersten Tagen hat mich die Freundlichkeit der Menschen in den Bann gezogen und ich kann gar nicht beschreiben wie glücklich ich bin diese Erfahrung an so einem besonderen Ort gemacht zu haben, der mich sofort mit offenen Armen empfangen hat.

Wer Wert auf praxisbezogenes Lernen legt oder möglichst viele Kontakte knüpfen möchte ist vor allem an der Griffith gut aufgehoben. Die Englischkenntnisse werden verbessert, sowohl formell, wissenschaftlich als auch in lockeren Konversationen. Im Modul Entrepreneurship & New Business Ventures wurden uns viele Tools und Events ans Herz gelegt, welche besonders für Start Ups und Menschen mit Business Visionen geeignet waren. Ob der wissenschaftliche Nährwert die hohen Studiengebühren rechtfertigt ist jedoch fraglich.

Trotz der immensen Kosten war es eine unglaubliche Erfahrung Teil eines solchen Universitätsverbundes zu sein und in einer Stadt mit solch einer Atmosphäre zu leben und seinen Alltag aufzubauen.