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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//die-hrw/news/details/
Datum: 30.11.2021, 14:26Uhr

Unternehmen produzieren eigenen Strom

16. November 2021 News

Studie bestätigt großes wirtschaftliches Potenzial für Solarstrom auf Gewerbedächern in Mülheim-Broich

Mülheim an der Ruhr, 15. November 2021: In einer Kooperation mit dem Verein Broichstrom e.V. ermittelten Studierende der Hochschule Ruhr West das Potenzial für Solarstrom-Anlagen auf Gewerbedächern in Mülheim-Broich. Dazu untersuchten die Studierenden die Dachflächen mittelständischer Unternehmen im Gewerbegebiet Xantener Straße in unmittelbarer Nachbarschaft zur Hochschule Ruhr West: die August Penkert GmbH, die GST Gesellschaft für Sicherheitstechnik mbH, die Graf Rohrleitungs- und Tiefbau und Harke Chemicals GmbH. Martin Eberhard, Prokurist bei der August Penkert GmbH, freut sich, mit der Hochschule Ruhr West einen kompetenten Kooperationspartner in direkter Nachbarschaft zu haben: „Die Kooperation mit unserem Nachbarn, der Hochschule Ruhr West, ermöglicht es uns, Bedarf, Fachexpertise und Wissenschaft sinnvoll und effektiv miteinander zu verknüpfen.“

„Über 50 Prozent des produzierten Solarstroms können die Firmen selbst nutzen“, erwartet Artem Tschaly, Student des Masterstudiengangs Wirtschaftsingenieurwesen-Energiesysteme der Hochschule Ruhr West. Hierdurch würden die zwischen 29 und 99 kWp großen Anlagen für die Eigentümer:innen wirtschaftlich.

Untersucht wurde dies mit Hilfe eines speziellen Simulationsprogramms, das Faktoren wie Dachausrichtung und Dachneigung oder mögliche Verschattungen detailliert berücksichtigt.Auch konnten die Studierenden mögliche Geschäftsmodelle zur Realisation der Solarstrompotenziale aufzeigen. „Die Vergütungszahlungen aus dem Erneuerbaren Energien Gesetz werden auslaufen. An ihre Stelle rücken Modelle zur besseren Nutzung des dezentral erzeugten Stroms vor Ort und langfristige privatwirtschaftliche Stromkaufvereinbarungen, sogenannte Purchasing Power Agreements“, erläutert Prof. Dr. Wolfgang Irrek, der die Studierenden bei ihrer Projektarbeit begleitet hat.

Insgesamt könnten die Photovoltaik-Anlagen auf den Gewerbedächern der vier Broicher Unternehmen jedes Jahr 191.700 MWh klimaneutralen Strom erzeugen und dabei den Ausstoß von über 140 Tonnen Kohlendioxid vermeiden. Über einen Zeitraum von 20 Jahren ließen sich somit insgesamt 2.837 Tonnen CO2 einsparen. Zudem reduzieren sich die Stromkosten der Unternehmen deutlich. „Bereits heute hat Strom aus Photovoltaik-Anlagen die mit Abstand günstigsten Gestehungskosten; das macht es gerade für Unternehmen wirtschaftlich besonders attraktiv, weil es ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig erhöht“, wie Dr. Hans-Peter Winkelmann, Vorstand von Broichstrom, mit Blick auf die Studie ausführt. Allerdings gilt es, Unternehmen, die auf Photovoltaik setzen wollen, besser über die Realisierungsmöglichkeiten zu informieren. „Auch müssen die vielen nach wie vor bestehenden rechtlichen und bürokratischen Hürden, die die Energiewende behindern, endlich beseitigt werden. Aber das ist dann eine Forderung an die Politik“, so Dr. Winkelmann weiter. Die Ergebnisse sollen auch Eingang finden in die neue „Mehr Photovoltaik auf Gewerbedächern Kampagne 2021+“ der Landesregierung NRW. Im nächsten Schritt sollen im Rahmen dieser Kampagne die konkrete Realisierung der Photovoltaik-Anlagen in den beteiligten Unternehmen verfolgt und darüber hinaus noch mehr Broicher Unternehmen von den Vorteilen einer klimafreundichen Nutzung von Solarenergie überzeugt werden.


Über Broichstrom:

Broichstrom e.V. wurde 2019 auf Initiative der Innogy-Stiftung (heute E.ON-Stiftung) von Broicher Unternehmern als Projekt im KlimaQuartier Broich gegründet. Ziel ist die Förderung der lokalen Energiewende durch den Ausbau von erneuerbaren Energien durch Photovoltaik in Broich als Beitrag zur Klimaneutralität in Mülheim. Im Fokus stehen dabei die Gewerbedächer der Broicher Unternehmen, zukünftig will Broichstrom aber auch den Bau von Photovoltaik-Anlagen auf privaten und öffentlichen Gebäuden in Broich unterstützen.


Wissenschaftlicher Kontakt:

Hochschule Ruhr West | Institut Energiesysteme und Energiewirtschaft
Prof. Dr. Wolfgang Irrek
T: 0208 882 54-838 (-836 / -876)
E: wolfgang.irrek@hs-ruhrwest.de