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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//die-hrw/news/details/
Datum: 08.08.2022, 11:37Uhr

Mit einer Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft gegen den Fachkräftemangel an Fachhochschulen

01. August 2022 News

Dr. Carolin Straßmann absolvierte erfolgreich das „Karrierewege FH-Professur“-Programm

Der Fachkräftemangel ist auch in der akademischen Spitze angekommen: An vielen Fachhochschulen mangelt es an geeigneten Kandidat:innen zur Besetzung von Professuren. Dies bedeutet konkret, dass für die praxisnahe Ausbildung von Studierenden und die anwendungsbezogene Forschung das Personal fehlt. Besonders in MINT-Fächern - wie Informatik - fehlt es an geeigneten Personen, die sowohl sehr gut in der Lehre und Forschung ausgebildet sind als auch über die notwendige Berufserfahrung außerhalb des Hochschulkontexts verfügen.

Dank des NRW Landesprogramms des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft „Karrierewege FH-Professur“ ist Dr. Carolin Straßmann nun eine geeignete Kandidatin für eine solche Stelle. Die promovierte Expertin für soziale Robotik und mensch-zentrierte Technologiegestaltung lehrt bereits seit 2018 im Bereich Mensch-Technik Interaktion des Instituts Informatik an der Hochschule Ruhr West. Hier bildet sie Studierende im Bereich Psychologie, Statistik und soziale Robotik aus. In den letzten 3 Jahren hat sie im Rahmen des „Karrierewege FH-Professur“-Programms erfolgreich ihre notwendige Berufserfahrung in der freien Wirtschaft gesammelt und gleichzeitig ihre Lehr- und Forschungskompetenzen weiter ausgebaut. Seit April 2019 war sie daher jeweils Teilzeit sowohl bei dem Bottroper IT-Dienstleister celano GmbH als auch der Hochschule Ruhr West tätig. Trotz Doppelbelastung konnte Dr. Carolin Straßmann viel aus der Zeit mitnehmen und ist dankbar für die Erfahrungen, die sie innerhalb der Förderzeit gemacht hat: „Das Förderprogramm war für mich die optimale Möglichkeit, neben meiner Lehr- und Forschungstätigkeit mein Wissen in die freie Wirtschaft transferieren zu können. Gleichzeitig konnte ich meine Erfahrungen bei der celano GmbH direkt an die Studierenden weitergeben. Ich bin sicher, die Kooperation wird noch lange bestehen und hoffe, dass auch in Zukunft viele Studierende weiterhin Einblicke in echte Industrieprojekte der celano GmbH gewinnen“.

„Ein tolles Förderprogramm für die Gewinnung von Nachwuchsprofessorinnen!“ findent die betreuende Professorin Prof. Dr. Sabrina Eimler, Expertin für Human Factors und Gender Studies. „Die Förderung bietet den Kandidat:innen eine ausgezeichnete Chance, das eigene Profil zu schärfen und eignet sich auch insbesondere für die Gewinnung von weiblichen Nachwuchskräften in der Informatik. Durch die parallele Tätigkeit in Wirtschaft und Wissenschaft können Synergien genutzt werden und auch interdisziplinäre Fragestellungen, z.B. auf der Schnittstelle von Informatik und Gesellschaft, qualitativ hochwertig vorangetrieben werden Das ist eine große Chance für innovative Denk- und Lösungsansätze, die bisher die weibliche Perspektive in der Technologieentwicklung nur unzureichend berücksichtigen.“

Auch das beteiligte Unternehmen sieht viele Vorteile in dem „Karrierewege FH-Professur“-Programm und einer Kooperation mit der Hochschule Ruhr West generell. „Die Kooperation mit der Hochschule Ruhr West ist für uns enorm wichtig, da wir ebenfalls permanent vom Fachkräftemangel betroffen sind. Es war eine exzellente Möglichkeit, den Bereich Nutzerzentrierung, Forschung und Social Media Marketing aufzubauen.“, schilderte Maria Niehoff, Gesellschafterin und Personalverantwortliche der celano GmbH. „Frau Straßmann hat uns als IT-Dienstleister mit ihrer psychologischen Expertise neue Perspektiven geliefert und einen großen Mehrwert geschaffen. Wir würden uns immer wieder an einem solchen Kooperationsprogramm beteiligen.“, ergänzte Lorenzo Croce, Geschäftsführer der celano GmbH.

Die celano GmbH ist ein Softwareunternehmen, das IT-Dienstleistungen für Industriekunden, zu einem großen Teil aus dem Stahlbereich, anbietet und durchführt. Seit seiner Gründung im Jahr 2002 entwickelt das interdisziplinäre Team aus mittlerweile 30 Beschäftigten maßgeschneiderte Lösungen in Prozessoptimierung. Zudem unterstützen die Produkte von celano kleine und mittelständische Unternehmen bei der Digitalisierung bürokratischer Prozesse: Das Zeiterfassungs- Personal- und Projektmanagement-Tool tamplus ist eine Allround-Software, welche die moderne Unternehmensführung und den damit verbundenen bürokratischen Aufwand erleichtert. Im Rahmen der Forschungstätigkeiten trägt die celano GmbH zur Vereinfachung und Verbreitung von zirkulären Wirtschaften bei. Insgesamt ist die celano GmbH auch durch die Kooperation und enge Verzahnung in der Nachwuchsausbildung mit der Hochschule Ruhr West ein agiles und innovatives Unternehmen, dass Digitalisierungsprozesse regional, national und international vorantreibt.

Obwohl alle beteiligten Partner den Nutzen und die Effektivität des Förderprogramms schätzen, vergibt das Land NRW diese Förderung aktuell nicht mehr und hat das Programm eingestellt. „Wir sind froh, dass Dr. Carolin Straßmann durch die Förderung erfolgreich ihre außeruniversitäre Berufserfahrung sammeln konnte und die Erfahrungen in unserem Institut in die Lehre und Forschung trägt. Dennoch bedarf es neuer Maßnahmen, die das FH-Karrierewege Programm ersetzen, um sowohl die Ausbildung zukünftiger Professor:innen zu unterstützen als auch die Studierendenausbildung durch praxisnahe Lehre zu bereichern.“ fasst der Leiter des Instituts Informatik und Dekan des Fachbereichs, Prof. Dr. Uwe Handmann, zusammen.

Auch Dr. Stefan Dorschu vom Institut ESEW des Fachbereichs 1, Campus Bottrop, hat das Programm FH Karriereweg durchlaufen. Im Juli 2022 hat er das Landesprogramm erfolgreich abgeschlossen. Für den Praxisteil des Programms war Dr. Stefan Dorschu bei Uniper im Anlagenservice tätig und dort mit der Projektierung, Durchführung und Bewertung von Revisionen an Kraftwerksgeneratoren beschäftigt.