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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//die-hrw/hrw-profil/hochschuldidaktik/interne-lehrfoerderung/
Datum: 22.05.2017, 14:18Uhr

Interne Lehrförderung

Weitere Informationen und Beratung:

Nina Friese
Referentin für Hochschuldidaktik

Dezernat I
Duisburger Str. 100, 45479 Mülheim an der Ruhr
Gebäude 03

Telefon: +49 208 88254-197
Fax: +49 208 88254-239

nina.friese hs-ruhrwest "«@&.de

Ziele des Programms:

Durch die Interne Lehrförderung werden neue oder wesentlich verbesserte Lehr-Lernkonzepte und -Maßnahmen bzw. deren Anschubfinanzierung unterstützt, die zur Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen an der Hochschule Ruhr West beitragen. Die HRW stellt durch die Förderung neuer und innovativer Ideen und Projekte in Lehre und Studium sicher, dass sich die Hochschule stetig innovativ weiterentwickeln kann und kreative Ideen aller Akteure/-innen unterstützt werden.

Rahmenbedingungen:

Jährliche Ausschreibung. Max. Förderzeitraum: zwei Jahre. Frühester Projektstart ist der 01.01. des Jahres nach der Ausschreibung. Die bewilligten Projekte werden aus Qualitätsverbesserungsmitteln (QVM) finanziert.

Förderbedingungen:

  • Bereitschaft zur öffentlichen Präsentation des Innovativen Projektes
  • Rechenschaftsbericht über Mittelverwendung und Projekterfolg
  • Bereitschaft zur Evaluation und zu didaktischem Monitoring

Antragsteller/-innen:

Alle an der HRW tätigen Personen sowie die Fachbereiche, Institute und Dezernate

Laufende Projekte

Projekt „Digital Reality“

Das Projekt "Digital Reality" wird von einem interdisziplinären Team aus Vertretern der Institute Maschinenbau und Bauingenieurwesen durchgeführt und in geeignete Lehrveranstaltungen eingebunden. Unter Einsatz eines 3D-Laserscanners sollen Fabrik- und Gebäudestrukturen erfasst, in ein digitales Modell überführt und anschließend für unterschiedlichste Analysen Anwendung finden.

Das Wahlmodul "Fabrikplanung und Prozessoptimierung", welches von Prof. Dr. Uwe Lesch und Robert Zaczek für die Studierenden der Bachelorstudiengänge Maschinenbau und Wirtschaftsingenieurwesen Maschinenbau angeboten wird, basiert zunächst auf der Vermessung der Lage von Maschinen sowie des damit zusammenhängenden Materialflusses. Die messtechnische Aufnahme mit konventionellen Messmethoden ist aufwendig, relativ ungenau und stört den Betriebsablauf im Unternehmen. Da mit herkömmlichen Methoden nur vereinfachte Modelle von Fabrikhallen erstellt werden können, sind oft mehrere Besuche im Unternehmen notwendig. In Zukunft sollen die benötigten Informationen mit einem 3D-Laserscanner aufgenommen, durch 360° Videos ergänzt und so von den Studierenden für den Einsatz von Virtual Reality für die nachfolgenden Fabrikplanungsaufgaben aufbereitet werden. Die optimierten Fabrikhallen können im Anschluss in der virtual reality begangen werden

Das Pflichtmodul "Digitales Planen und Bauen" wird von Prof. Dr. Peter Vogt und Stefan Niewerth durchgeführt und ist im neuen Masterstudiengang Bauingenieurwesen angesiedelt. Darin werden aktuellste Entwicklungen zur Digitalisierung sämtlicher Projektphasen eines Bauprojektes aufgezeigt und angewendet. Die auch unter dem Begriff BIM (Building Information Modeling) bekannte Methodik soll sicherstellen, dass Planungen, die bisher überwiegend in der 2D-Flächenprojektion dargestellt wurden, auch im dreidimensionalen Raum erlebbar werden. Ziel ist die Erarbeitung von 3D-Modellen, um spätere Konflikte mit anderen Bauwerkskomponenten oder jene, die aus baubetrieblichen Abläufen erwachsen, frühzeitig zu erkennen. Die 3D-Scanlasertechnik soll die Studierenden dabei unterstützen, mit vertretbarem Aufwand ein 3D-Modell von einer Gebäudestruktur zu entwickeln. Im Weiteren sollen die 3D-Modelle dazu genutzt werden, Umbau- und Sanierungsmaßnahmen zu bewerten oder Zwischenbauzustände weiter zu entwickeln.

Blended Learning Lab

A         Na, wie läuft bei Dir das Praktikum?

B         Geht so. Die Aufgabenstellungen sind interessant und jetzt kapiere ich endlich die Rätseltechnik, aber die Zeit bei den Praktikumsversuchen ist immer zu knapp.

A         Genau so geht es mir auch, insbesondere da wir am Ende noch eine praktische Prüfung haben.

B         Da wird es der nächste Jahrgang besser haben.

A         Wie meinst Du das?

B         Nächstes Jahr werden die Studierende von zu Hause aus fast zu jeder Tages- und Nachtzeit auf die Prüfstände im Regelungstechniklabor zugreifen können, um an den Praktikumsaufgaben zu arbeiten und die Prüfung vorzubereiten.

A         Tatsächlich?

B         Ja, Professor Ulrich entwickelt für die Regelungstechnik im Maschinenbau ein sogenanntes Blended Learning Lab. Das wird eine Mischung aus Präsenzlehre im Labor und E-Learning über Fernzugriff auf die Prüfstände.

A         Cool!

Mit dem Projekt Blended Learning Lab wird eine an der HRW neue Lernumgebung geschaffen. Die Studierenden können sowohl in den Präsenzphasen an den technischen Einrichtungen des Labors für Regelungstechnik arbeiten, als auch von zu Hause durch Fernzugriff. Das Blended-Learning Lab ermöglicht den Studierenden ein intensives, praktisches und zeitunabhängiges Training an den Prüfständen und eine individuelle Vorbereitung auf die praktische Prüfung.  

Projektleitung: Hartmut Ulrich

Interne Lehrförderung 2015

Kurs zur Entwicklung und Evaluation mobiler, kultursensitiver, offener Wissensressourcen und Kompetenzen (EMKOW)

Prof. Dr. Jan M. Pawlowski, M.Sc. Res Julia Stoffregen

Mit dem Lehrangebot werden Studierende auf die Relevanz einer mobilen, kultursensiblen Entwicklung und Evaluierung von offenen Bildungsressourcen aufmerksam gemacht. Sie erhalten in Workshops bzw. Seminarvorträgen Anregung und die Aufgabe, selbst eigene Ressourcen zu erstellen und zu testen. Die Zielgruppe sind benachteiligte Bildungsgruppen und Flüchtlinge, die sich in die Entwicklung der Wissensressourcen einbringen und die Ergebnisse nutzen können.

Die Ergebnisse werden sowohl innerhalb der HRW also auch innerhalb der Zielgruppe verbreitet und bewertet. Der Austausch mit KoordinatorInnen und Verbänden wird aufgebaut, um einen mobilen Lerntag zu gestalten. Als spezifische Erweiterung der e-Learning Kurse und des Forschungsbereiches e-Learning der HRW, bietet das Angebot Studierenden an, sich in dem Gebiet der digitalen Wissensvermittlung zu üben und zu vertiefen. Mit dem Ziel, Wissensressourcen zur Lösung gesellschaftlicher, kultureller Probleme zu entwickeln, wird zudem eine praxisrelevante und gefragte Materie aufbereitet.

eLearning for entrepreneurship

 

Prof. Dr. Christian Müller-Roterberg

Mit dem hochschulweiten und interdisziplinären Lehrangebot wird der Aufbau einer Gründung- und Innovationskultur unterstützt sowie die Studierenden für Geschäftschancen und Gründungsthemen sensibilisiert.

Die Studierenden aller Fachrichtungen bekommen die Möglichkeit sich u.a. mittels Online-Selfassessmenttests zu Gründungskompetenzen, Wikis, online blackboards, einem elektronischen Gründerleitfaden, Webinaren und cloudbasierten Präsentationen selbstständig in Themen aus dem Bereich Gründung einzuarbeiten und lernen die wichtigsten Schritte auf dem Weg in die berufliche Selbstständigkeit. Zusätzlich bietet das innovative Projekt die Möglichkeit, via Diskussionen im Forum und Chat Feedback zu konkreten Gründungsvorhaben zu bekommen.

Blended-Learning Kurs zur Sensibilisierung für Stereotype (Präsenzkurs mit ergänzenden ELearning Materialien)

Prof. Dr. Sabrina Eimler

Der Mensch als „kognitiver Geizhals“ macht täglich und oft unbewusst Gebrauch von Stereotypen, um kognitive Ressourcen für andere Aufgaben zu sparen. Dies allerdings hat weitreichende Folgen, nicht nur für die Individuen, die von der mit Stereotypen und Vorurteilen oft einhergehenden Diskriminierung betroffen sind, sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes. Nur wenn wir uns des Einflusses dieser sozial vermittelten und gesellschaftliche geteilten Strukturen bewusst sind und genug Aufmerksamkeit und Motivation mitbringen, uns gegen den Autopiloten zu entscheiden, können wir selbst das Steuer in die Hand zu nehmen. Hierdurch können wir unter anderem ein offeneres und faires Miteinander erreichen und auch bessere (Personal-)Entscheidungen treffen. Der Kurs besteht aus Präsenzphasen und ergänzenden ELearning Einheiten zum Selbststudium. Auf Basis theoretischer Hintergründe zur Definition, Mechanismen, Inhalten und Folgen von Stereotypen, soll eine Vielfalt kreativer Erzeugnisse (z.B. Filme, Comics, Spiele, etc.) entstehen, die ein Publikum innerhalb und außerhalb der HRW für Stereotype sensibilisieren.

Virtuelle Sprechstunde

 

 

Prof. Dr. Klaus Giebermann, Evelyn Schirmer

Sprechstunden werden von Seiten der Studierenden leider nur selten wahrgenommen. Dies mag daran liegen, dass es terminliche Gründe gibt oder dass die Vorstellung, dem Lehrenden direkt gegenüber zu treten, viele Studierenden abschreckt.

In dem Projekt “virtuellen Sprechstunde” soll dieses Problem mit Hilfe innovativer Technik begegnet werden. Hierzu soll ein web-basiertes System aufgebaut werden, mit dem Studierende Fragen in Form von Sprache und Skizzen stellen können. Der Lehrenden kann die handschriftlichen Eingaben direkt bearbeiten und mit eigenen sprachlichen Anmerkungen versehen. Dadurch können die Studierenden auch komplizierte Fragen auf elektronischem Weg leicht stellen und der Lehrende kann diese ebenso einfach beantworten.

 

Bei entsprechender Einwilligung durch den Fragenden, sollen die Fragen mitsamt den Antworten archiviert und anderen Studierenden zur Verfügung gestellt werden. Auf diese Weise soll ein Fundus häufig gestellter Fragen aufgebaut werden.

Mittelfristig ist geplant, das System auch für andere Veranstaltungen zu öffnen und damit zur besseren Kommunikation zwischen den Lehrenden und den Studierenden an der HRW beizutragen.

 

Interne Lehrförderung 2014:

Flipped Classroom X

Im Projekt Flipped Classroom X setzen die Projektleitungen Prof. Ellen Römer (FB 2) und Prof. Hartmut Ulrich (FB 3) in Modulen der Studiengänge Maschinenbau B.A. und Betriebswirtschaftslehre M.A. das didaktische Konzept des  umgekehrten Unterrichts ein. Ziele des Projektes sind es, unterschiedlichen Lerntypen und -geschwindigkeiten gerecht zu werden und die Studierenden zur kontinuierlichen und selbständigen Auseinandersetzung mit dem Lernstoff zu motivieren. Zudem werden mehr Freiräume zur praktischen Anwendung des Gelernten in der Präsenzzeit geschaffen und die Interaktion zwischen Lehrenden und Studierenden wird gefördert.

Im Rahmen des Projektes Flipped Classroom X wurden die Module „Fluidtechnische Antriebe und Steuerungen“ und Internationales Kundenbeziehungsmanagement neu konzipiert. Die Anwendung des neuen Lehrkonzepts wird im Wintersemester 2015 / 2016 erprobt und wissenschaftlich untersucht. Die übliche Form der Wissensvermittlung wird im Flipped Classroom umgekehrt. Die Studierenden eignen sich theoretische Inhalte in Vorbereitung auf die Präsenzveranstaltungen durch Lernvideos an, die im Projektkontext entstanden sind. In den Präsenzveranstaltungen vertiefen die Studierenden die Inhalte mittels Übungen und Diskussionen. Studierende nehmen so nicht mehr ohne Vorwissen an den Lehrveranstaltungen teil. In der Präsenzveranstaltung bietet sich dadurch die Möglichkeit offene Fragen vertieft zu klären und mittels Übungen, z.B. durch die Bearbeitung von Fallstudien und praktischen Anwendungen, die theoretischen Inhalte intensiv zu bearbeiten. Die Lernvideos können flexibel von den Studierenden bearbeitet werden. Eine individuelle Anpassung an das eigene Lerntempo wird ermöglicht.

Inwieweit das Konzept zum Lernerfolg der Studierenden beiträgt wird im Projekt Flipped Classroom X durch quantitative und qualitative Studierendenbefragungen erhoben. Das Projekt trägt zur innovativen Weiterentwicklung der Lehre an der HRW bei. Nicht nur die Studierenden erproben diese neue Form der Lehre und des Lernens. Auch die Lehrenden sammeln Erfahrungen mit dem Konzept und nicht zuletzt auch im Umgang mit der Technik und der mediendidaktischen Gestaltung. Bei der Erstellung der Lernvideos, die im Videolabor des Fachbereichs 2 aufgenommen werden, sind die wissenschaftlichen Mitarbeiter Bruno Lindner (FB 3) und Lukas Burs (FB 2) unterstützend tätig. Dabei kommen nicht nur Aufzeichnungen einzelner inhaltlicher Sequenzen zum Einsatz. Das Projektteam legt Wert darauf verschiedene Medien, wie z.B. handschriftliche Aufzeichnungen auf Dokumentenkameras und Tabletcomputern oder Mitschnitte von Interviews, einzusetzen.

Projekt „Filmteam“

Bereits seit sieben Semestern erstellt ein überfachliches Team aus Studierenden der ersten Semester in selbstständiger Teamarbeit tutorische Lehrfilme für das Fach Mathematik unter der fachlichen Leitung von Prof. Miriam Primbs (FB 4, Institut Naturwissenschaften).

Zu den wesentlichen und größtenteils bereits realisierten Zielen zählen:

  1. Die Erstellung tutorischer Lehrfilme als unterstützendes digital verfügbares Lehrangebot zur Verstärkung der Aktivitäten des Instituts Naturwissenschaften des FB 4 im Bereich der Mathematik in Bezug auf Homelearning/Vertiefung.
  2. Die Nutzung der hohen Identifikation von Studierenden als Lernende mit Studierenden als Tutoren
  3. Die Erstellung einer Internetplattform (u.a. auf den HRW-Internetseiten, YOUTUBE und im Ecampus) zur Verbreitung der Lehrfilme
  4. Einbindung der Studierenden in den fachlichen Aufbau der HRW.
  5. Fachübergreifende Zugänge durch Einbezug Studierender aus unterschiedlichen Disziplinen.
  6. Heranführung an die ingenieurtechnisch relevanten mathematischen Grundlagen.
  7.  Übertragung der Grundlagen in einen direkten technischen Anwendungsbezug in den zentralen ingenieurtechnischen Disziplinen (Elektrotechnik, Maschinenbau, Bauingenieurwesen).

Zur Validierung und Evaluation werden Nutzungsstatistiken geführt, die zeigen, dass das Angebot auch weit über die HRW hinaus angenommen wird. Somit ist neben der erzielten Verbesserung des internen Lehrangebots der HRW auch eine Wahrnehmung bei potenziellen zukünftigen Studierenden außerhalb unserer Hochschule erreicht worden.

Projektarbeit zur Analyse der Ursachen für Kostenüberschreitungen bei Bau-Grossprojekten

Das Projektmodul „Baugroßprojekte“ wurde von Prof. Dr. Peter Vogt und Stefan Niewerth - FB 3 Bauingenieurwesenzum Sommersemester 2015 in den Studienverlaufsplan des Bachelorstudiengangs Bauingenieurwesen integriert. Es wird im 6. Semester als Wahlmodul angeboten. Die Studierenden setzen sich darin mit realen Bauprojekten auseinander, die infolge enormer Kosten- und/oder Terminüberschreitungen eine breite öffentliche Wahrnehmung erfahren haben.

Die Studierenden sollten durch die größtenteils selbständige Projektarbeit befähigt werden, Bauprojekte anhand realer Beispiele ganzheitlich zu betrachten und zu analysieren. Damit einher ging die Erkenntnis, dass jedes Bauprojekt – ganz im Gegensatz zur industriellen Massenproduktion – unter sehr individuellen Rahmenbedingungen abläuft und von unterschiedlichsten Entscheidungsträgern/-innen gesteuert wird. Es wurde den Studierenden deutlich, dass neben der reinen Fachkenntnis die Kommunikation unter den Projektbeteiligten bereits ab einer sehr frühen Planungsphase einen großen Stellenwert besitzt. Die Studierenden lernten, Fehlentwicklungen systematisch zu identifizieren und deren Auswirkungen strukturiert zu bewerten. Die im Zuge der Projektbearbeitung erworbenen Methoden und Kompetenzen bereiten auf den Berufsalltag vor, insbesondere betrifft dies die Projektarbeit im Team, die Auswertung eigener Datenerhebungen sowie die Dokumentation und Präsentation von Arbeitsergebnissen. Im Sinne einer ganzheitlichen Ingenieursausbildung wurde hier der Erwerb von fachlichen und außerfachlichen Kompetenzen fokussiert. Interviewgespräche mit Projektverantwortlichen und der Besuch von Großbaustellen verliehen den Studienprojekten eine außergewöhnliche Praxisnähe.

Durch die direkten Kontakte zu den Projektverantwortlichen haben sich zwei der elf Studierenden dazu entschlossen, das Wissen über „ihr“ Großprojekt während des Praxissemesters zu vertiefen.

Das Pilotmodul wurde qualitativ und quantitativ evaluiert. Auf der Grundlage der Ergebnisse wird es weiterentwickelt und fester Bestandteil der Lehre in den Studiengängen Bauingenieurwesen und Wirtschaftsingenieurwesen-Bau. Das didaktische Konzept bietet Anregungen und Möglichkeiten für die Umsetzung auch in anderen Fachbereichen.

Die Ergebnisse und Erkenntnisse wurden im Juli 2015 im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gute Lehre HRW“ präsentiert. Für die Tagung „ForumLehre 2015“ wurde ein Abstract eingereicht, um das Projekt und das didaktische Konzept vorzustellen. Insbesondere soll der Beitrag aufzeigen, wie durch klar definierte und transparente Lernziele in Verbindung mit einem darauf abgestimmten forschungs- und projektorientiertem Lernformat sowie einem Mix an Prüfungsformen Kompetenzentwicklung sichtbar gemacht werden kann.

MathWeb - Interaktive Online Demonstrationen und Aufgaben zur Ergänzung von Mathematikvorlesungeninteraktive

Im Rahmen des Pilotprojekts MathWeb wurde von Prof. Dr. Klaus Giebermann ein webbasiertes System zur Ergänzung  der  Mathematik-Grundvorlesung entwickelt und eingesetzt. Ziel dieses Projektes ist es, die Studierenden weg von der Konsumhaltung hin zu einer aktiven Teilnahme und wirklichen Auseinandersetzung mit dem Lernstoff zu führen. Hierzu werden spezielle interaktive Aufgaben bereitgestellt, die es den Studierenden erlauben, das Gelernte anzuwenden und durch eine sofortige Rückmeldung mögliche Lücken zu erkennen oder, bei richtigen Antworten, das Selbstvertrauen und die Lernmotivation durch das direkt Erfolgserlebnis zu stärken. Der Kern von MathWeb besteht aus einer umfangreichen Sammlung von JavaScript Programmen, die jeweils eine interaktive Aufgabe mit verschiedenen Parametern implementieren und die über eine einheitliche Schnittstelle verfügen. Durch die zufällige Wahl der Aufgabenparameter kann eine Vielzahl von Variationen der Aufgabe generiert werden.

Neben den interaktiven Aufgaben bietet MathWeb eine Reihe von interaktiven Demonstrationen. Beide Elemente kommen sowohl in den Vorlesungen und Übungen als auch in den Selbstlernphasen zum Einsatz. MathWeb kann somit übergreifend eingesetzt werden um den Lernprozess in jeder Phase begleitend zu unterstützen. In MathWeb kommen  moderne Web-Technologien (HTM5, CSS3 und JavaScript) zum Einsatz. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die Beispiele und Aufgaben plattformunabhängig verwendet werden können, d.h. auf PCs (Windows, MacOS, Linux), auf Tablets (Android, iOS) und auf SmartPhones (Android, iOS, Windows).

Die Studierenden profitieren von MathWeb durch:

  • eine Vielzahl von parametrisierbaren Übungsaufgaben, die jeweils eine große Menge an Variationen bietet,
  • ein ortsunabhängig nutzbares Medium, 
  • eine intensive (automatisierte) Betreuung, 
  • die Möglichkeit zur kontinuierlichen eigenen Kompetenzeinschätzung und
  • den Einsatz der entwickelten Techniken auch in anderen Fachrichtungen bzw. Fachbereichen.

Neben der Entwicklung geeigneter Techniken für interaktive Beispiele und Aufgaben wurde die Akzeptanz dieses Systems durch Befragung der Studierenden und Analyse der Zugriffsstatistiken untersucht.

Zurzeit wird das Konzept weiterentwickelt und der Einsatz auf andere Fachbereiche übertragen.

Das Konzept und die Projektergebnisse werden von Prof. Giebermann im November auf dem Hanse-Kolloquium zur Hochschuldidaktik der Mathematik 2015 in Lübeck dem Fachkollegium vorgestellt.

Aufgaben für mathematische Tutorien

Durch Dr. Alexandra Dorschu wurde ein breites Angebot an mathematischen Tutorien geschaffen, die die Studierenden in ihrer Lernphase unterstützen. Dazu wurden verschiedene Tutorien zur Wiederholung (Grundlagen des Schulstoffs, Inhalte aus Mathe I& II), sowie semesterbegleitende Angebote und auch eine intensive Klausurvorbereitung vor der jeweiligen Klausur implementiert.

Um eine optimale Förderung in den Tutorien erreichen zu können, musste ein breiter Fundus an Aufgaben entwickelt werden, die jeweils die einzelnen Lehrveranstaltungen abbilden und ergänzen. Darüber hinaus soll den Studierenden ein Angebot an Workbooks zum Selbstlernen für problematische Themenbereiche, wie beispielsweise dem Bruchrechnen, dem Rechnen mit Potenzen und Wurzeln oder dem Rechnen mit Einheiten, bereitgestellt werden.

Im Rahmen des von Dr. Alexandra Dorschu geleiteten Projekts  wurden zahlreiche Aufgaben in die Tutorien integriert. Die Studierenden wurden zu den erstellten Aufgaben befragt und äußerten sich alle positiv zur Gestaltung und zum Umfang der bereitgestellten Aufgaben. Viele Studierenden geben an, dass ihnen die Aufgaben bei der Vorbereitung helfen. In den Klausurvorbereitungen wird die Nähe der verwendeten Aufgaben zur jeweiligen Veranstaltung gelobt, sodass sich die Studierenden dadurch optimal für die Klausur vorbereitet fühlen.  Ein Vergleich der Bestehensquoten mit und ohne Klausurvorbereitungstutorien in einigen Veranstaltungen legt über alle Erhebungen hinweg einen zum Teil deutlichen objektiven Lernerfolg durch die Teilnahme am Tutorium nahe (s. Tab.1).

Tabelle 1.

Erfolg der Klausurvorbereitungstutorien gemessen an den Bestehensquoten der angemeldeten Teilnehmer/-innen

Veranstaltung

Bestehensquote in %

Mit Tutorium               ohne Tutorium

Veranstaltung 1

100%

68%

Veranstaltung 2

75%

56%

Veranstaltung 3

Veranstaltung 4

67%

78%

57%

69%

 

Zudem wurde ein Workbook zum Thema „Rechnen mit Einheiten“ erstellt, das die Problembereiche Bruchrechnen, Rechnen mit Potenzen und Wurzeln behandelt. Zur Themenfindung wurden Professoren/-innen an der HRW nach großen, elementaren Problembereichen bei den Studierenden befragt. Das Ergebnis hat gezeigt, dass fast alle Befragten das Rechnen mit Einheiten als zentrales Element in ihren Fächern ansehen, mit dem Studierende   häufig zahlreiche Probleme haben. Das Workbook soll daher ein weiteres Aufarbeiten und Festigen von den grundlegenden mathematischen Fertigkeiten  zum Thema „Rechnen mit Einheiten“ ermöglichen und bildet so ein wichtiges Element in der Selbstlernphase über die Mathematikvorlesungen hinaus. Je nach Erfolg des Pilotworkbooks sind weitere Workbooks zu anderen Themen geplant.

Das erstellte Workbook wurde noch nicht eingesetzt. Die Erstellung wurde im SS2015 abgeschlossen. Eine Evaluation soll im WS2015/16 erfolgen.

Insgesamt konnte mithilfe des Projekts in den mathematischen Tutorien ein breiteres Lernangebot geschaffen werden, das den Studierenden vor Ort und zuhause eine weitere Auseinandersetzung mit dem Stoff ermöglicht.