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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//die-hrw/hrw-profil/gleichstellung/gendersensible-sprache/
Datum: 21.10.2017, 01:17Uhr

Gendersensible Sprache

„Männer werden fast immer richtig eingeordnet, Frauen fast nie, denn in unserer Sprache gilt die Regel: 99 Sängerinnen und ein Sänger sind 100 Sänger.“
(Luise Pusch, 1990)

Die Verwendung von männlichen Formen, bei denen Frauen „mitgemeint“ sind, ist weit verbreitet und historisch geläufig. Es handelt sich hierbei um das so genannte „generische Maskulinum“, eine verallgemeinernd verwendete männliche Personenbezeichnung.

Unter dem Begriff gendersensible Sprache subsumiert man Anregungen und Regeln für den Sprachgebrauch, unsere Sprache in Vokabular und Schreibweise so zu verändern, dass die Gleichstellung der Geschlechter auch sprachlich ausgedrückt wird. Synonym verwendet werden auch die Begriffe geschlechtergerechte -, geschlechterfaire -, geschlechtergerechte -  oder nicht-sexistische Sprache.

Hierbei werden im Wesentlichen zwei Wege eingeschlagen:

1. Das Geschlecht sichtbar machen. 

Beispiele: „Studentinnen und Studenten“, „Student/-innen“, „StudentInnen“ oder auch Student_innen, Student*innen, um auch transgender und intersexuelle Menschen zu adressieren

2. Die Verwendung geschlechtsneutraler Formulierungen.

Beispiele: „Studierende“, „Lehrkraft“, "Ansprechpersonen", „Dozierende“

Warum gendergerechte Sprache?

  • Die Verpflichtung zur Anwendung einer geschlechtergerechten Sprache ist gesetzlich verankert.
  • Durch die Adressierung und Nennung von Menschen beider Geschlechter werden stereotype Rollenbilder aufgehoben. Gendergerechte Sprache zeigt implizit, dass sowohl Frauen wie Männer für verschiedene Tätigkeiten geeignet und befähigt sind (Quelle: geschicktgendern.de)
  • Durch Sprache entstehen Bilder in unseren Köpfen. Werden nur Männer genannt, spiegelt sich das in useren gedanklichen Vorstellungen wider. (Quelle: geschicktgendern.de)
  • Texte richten sich fast immer an Frauen und an Männer. Damit sich Frauen angesprochen fühlen, sollten sie auch explizit genannt werden. (Quelle: geschicktgendern.de)
  • Gendergerechte Sprache zeigt Wertschätzung gegenüber allen Menschen, unabhängig ihres Geschlechts. (Quelle: geschicktgendern.de)
  • Menschen, die sich keinem Geschlecht zuordnen können oder wollen, wie transgender oder intersexuelle Personen, werden durch geschlechtersensible Sprache besser adressiert.

Was bedeutet "Gender"?

Das Wort "Geschlecht" bezieht sich in erster Linie auf den biologischen Aspekt. Der Begriff "Gender" hingegen beschreibt das soziale Geschlecht; hier kommen eine Vielzahl von Zuschreibungen, Tätigkeiten und Verhaltensweisen hinzu, die als weiblich oder männlich bewertet werden.

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Geschickt gendern

Gesetzlich verankert:

Seit 1999 schreibt § 4 des Landesgleichstellungsgesetzes NRW die geschlechtergerechte Sprache für den öffentlichen Dienst in NRW vor:

„Gesetze und andere Rechtsvorschriften sollen sprachlich der Gleichstellung von Frauen und Männern Rechnung tragen. Im dienstlichen Schriftverkehr ist auf die sprachliche Gleichbehandlung von Frauen und Männern zu achten. In Vordrucken sind geschlechtsneutrale Personenbezeichnungen zu verwenden. Sofern diese nicht gefunden werden können, sind die weibliche und die männliche Sprachform zu verwenden.“