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Datum: 20.01.2021, 15:05Uhr

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Kategorien: News

Ein Gespräch über die Entwicklung des HRW Wirtschaftsinstituts

Im vergangenen Jahr feierten die Hochschule Ruhr West und ihre Institute ihr 10-jähriges Bestehen. Mit dem Aufbau der HRW entstanden neue Institute wie das Wirtschaftsinstitut (gegründet im Frühjahr 2010). Zeit für einen Blick zurück und mindestens zwei Blicke in die Zukunft.  Ein Gespräch  mit Dekanin Prof. Dr. Jutta Lommatzsch und Prodekan Prof. Dr. Werner Halver.

 

Zurück geblickt auf die vergangenen zehn Jahre: Was waren die größten Herausforderungen und die sog. ‚Lessons Learned' aus dem Erlebten? Sowohl positiv als auch mal negativ? 
Die 2010 angelegten Institutsstrukturen mit der Matrixorganisation sind seit Anbeginn eine große Chance für unsere Hochschule, aber auch immer wieder eine Herausforderung. Es war und ist die Idee, eine besondere Art von Vernetzung innerhalb der HRW zu erreichen, um Lehr- und Forschungsstrukturen zu verbessern, bzw. deren Zustandekommen zu erleichtern. Tatsächlich arbeiten die sieben Institute in Lehre und Forschung eng zusammen. Wir kennen uns. Es macht Freude, in anderen Fachbereichen zu lehren und gemeinsam interdisziplinär zu forschen. Betriebswirt*innen, Volkswirt*innen und Jurist*innen unterrichten u.a. angehende Ingenieur*innen und Wirtschaftsingenieur*innen – dies kommt den Studierenden zugute und bereichert die eigene Lehre. Forschungsvorhaben werden nicht einseitig betrachtet: Es können technische, wirtschaftliche und rechtliche Gesichtspunkte verzahnt erforscht werden.


Die reine Matrixstruktur wurde aber bereits nach zwei Jahren defacto wieder aufgegeben, weil wichtige Voraussetzungen nach dem Hochschulgesetz nicht erfüllt werden konnten. Die vorgegebene Struktur des Gesetzes mit Dekanaten ließ sich nur durch eine Umstrukturierung abbilden. Das Funktionieren der reinen Matrixstruktur war zudem schwierig, weil weitere Voraussetzungen nicht gegeben waren. Zum einen ein Bonus- und Malus-System für die Lehrleistung von Professor*innen und zum anderen wird ein hoher Grad an Eigenverantwortlichkeit in den Instituten bzw. nachfolgenden Fachbereichen vorausgesetzt, also eine dezentrale Entscheidungsstruktur. Beides ließ sich leider nicht umsetzen. Dennoch bleibt die Grundidee einer Institutsorganisation an einer deutschen Hochschule eine gute Idee. Eine Hochschule ist und bleibt allerdings keine betriebswirtschaftliche Organisationseinheit, so dass - anders als zum Beispiel in der Republik Österreich, wo Hochschulen als GmbHs organisiert sind - die Umsetzung derzeit nur sehr eingeschränkt möglich.

Gibt es eine ‚skurrile' Anekdote?
Noch heute verstehen Studierende den Unterschied zwischen dem Wirtschaftsinstitut und dem Fachbereich 2 nicht. Der besteht zwar formal, aber nicht defacto. In einer Sprechstunde mit Studierenden wurde ich gefragt: sie müssten gleich noch zum Wirtschaftsinstitut. Ob das weit weg sei vom Fachbereich 2?

Welche Schwerpunkte in der aufgebauten Fachkompetenz konnten gesetzt werden?
Die Entwicklung der Fachkompetenzen spiegelt sich in den Studiengängen wider. Die Berufungen zu den Studiengängen fanden entsprechend der sektoralen Schwerpunktsetzung statt, neben der betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und wirtschaftsjuristischen Grundausrichtung des Instituts/des Fachbereichs 2. Alle Studiengänge der Betriebswirtschaft sind durch technische Elemente ergänzt. So wurden am Fachbereich auch 2 Ingenieure*innen berufen. 

Welche Schwerpunkte gibt es bei den Forschungsprojekten? 
Forschungsschwerpunkte gab es bisher vor allem im Bereich der Netzwerk-Ökonomie (hier: Energie- und Wasserwirtschaft), des Marketings und temporär der e-Mobilität. Erfreulicherweise entwickelt sich der Forschungsbereich sehr gut: Ein fachbereichsinterner Forschungsschwerpunkt wird die „Künstliche Intelligenz". Zudem wurde aktuell der Antrag zur Digitalisierung des Studiengangs Internationales Handelsmanangement und Logistik (Curriculum 4.0 NRW) positiv beschieden. An den beiden neuen Forschungsvorhaben sind zahlreiche Kolleginnen und Kollegen des Fachbereichs beteiligt.

Gibt es eher kontinuierliche Projekte oder parallel verlaufene, unabhängige Projekte?
Ein zentrales Projekt, das studiengangsübergreifend von Bedeutung ist, ist die Internationalisierung. Neben dem allgemeinen Studierendenaustausch gibt es einen Schwerpunkt im Bereich ‚Internationale Wirtschaft - Emerging Markets' und im Bereich ‚Internationales Handelsmanagement und Logistik'.  Studierende werden motiviert, ihre Praktika im Ausland durchzuführen. Im erstgenannten Bereich ist Asien ein bevorzugter Standort. 

Im Bereich der Lehrentwicklung wurde schon vor der Corona Krise die Entwicklung digitaler Lehrformen in den berufsbegleitenden Bachelor- und Masterstudiengängen konzipiert und erprobt. Der Aufbau und die Durchführung von Masterstudiengängen im Verbundstudium, die das berufsbegleitende Studieren ermöglichen, ist ein dauerhaftes und sehr erfolgreiches Projekt im Fachbereich.  

Welche zukünftige Ausrichtung wird das Institut anstreben?
Noch immer sind nicht alle Professor*innen, die für den Fachbereich vorgesehen sind, berufen. Die Berufungen sollte schnellstmöglich erfolgen, um Lehr- und Forschungsarbeiten vorantreiben zu können. Durch die Mittel des Zukunftsvertrages sollen die Lerngruppen verkleinert werden. Die Internationalisierung wird weiter vorangetrieben. 

Gibt es einen Aufbruch zu neuen Forschungsschwerpunkten? 
Innerhalb der Betriebswirtschaftslehre wird es im Zusammenhang mit der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz (KI) in den kommenden Jahren zu erheblichen Veränderungen kommen, was zunächst einmal die Wertschöpfungsketten und das Marketing stark beeinflussen wird. Hier gilt es forschungsseitig anzuknüpfen. Ferner wird die Zukunft der internationalen Zusammenarbeit, im Kontext der Fortentwicklung des Globalisierungsprozesses das Forschungsinteresse im Fachbereich beleben. 
Die digitalen Lehr- und Lernangebote werden weiter ausgebaut.

Wie ist es gelungen, Kooperationspartner für die HRW zu begeistern? 
Im westlichen Ruhrgebiet ist die praxisorientierte Hochschularbeit bis zum Jahre 2010 - historisch bedingt - weitgehend unterentwickelt gewesen. Die Gründung der Hochschule Ruhr West fand auf Initiative der regionalen Wirtschaft statt. Entsprechend interessiert zeigten sich Wirtschaftsvertreter*innen von Beginn an am Aufbau der HRW. Für das Wirtschaftsinstitut, respektive den Fachbereich 2, bezog sich die Wahrnehmung der örtlichen Wirtschaft vor allen Dingen auf die Integration von naturwissenschaftlichen und technischen Berufen in betriebswirtschaftliche Abläufe.

Wie viele Partner sind eng mit dem Institut verbunden? 
Das Wirtschaftsinstitut beziehungsweise der Fachbereich 2 unterhält heute circa 30 enge wirtschaftliche Kooperationen.

Wie wird das Institut die regionale Vernetzung weiter vorantreiben? 
Mit der Einrichtung von Beratungsgremien für die Weiter- und Neuentwicklung von Studiengängen bzw. Forschungsaktivitäten, soll die Integration der HRW in die regionale Wirtschaftsstruktur vorangetrieben werden. Es besteht ein enger Kontakt zum Förderverein der HRW, welcher die Vernetzung intensiv unterstützt.

Das Gespräch führte Sabine Zieren, Referat für Hochschulmarketing und Kommunikation. 

Bachelor-Studiengänge des Fachbereichs

BWL - Energie- und Wassermanagement

BWL - Industrielles Dienstleistungsmanagement

BWL - Internationales Handelsmanagement und Logistik

Finanzwirtschaft und Management (im Verbundstudium)

Internationale Wirtschaft - Emerging Market