Olaf Brinkmann:
Der hrw-Podcast der Wissenschaft. In dieser Folge fit werden für die digitale Arbeitswelt. Wie Studiengänge sich verändern.
Hallo und herzlich willkommen zum hrw-Podcast der Wissenschaft. Mein Name ist Olaf Brinkmann, schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt. Wir starten heute unsere zweite Staffel mit vielen spannenden Themen. Da freue ich mich sehr drauf, denn ich werde hier am Mikro nicht nur mit unseren Professorinnen und Professoren sprechen, sondern beispielsweise auch mit unseren wissenschaftlichen Beschäftigten und Promovierenden.
Auch sie haben viele spannende Projekte im Gepäck. Außerdem geht es um die Frage, was die hrw tut, damit Studierende und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wachsen können. Ihr wisst ja sicher, unser Claim heißt Never Stop Growing.
Heute geht es um Digitalisierung. Als ich studiert habe, da gab es noch Folien auf dem Overhead-Projektor, Schlangen am Kopierer und Karteikarten in der Bibliothek. Aber das ist lange her.
Heute wird überlegt, wie Studierende fit für die digitale Arbeitswelt werden und wie Studiengänge gestaltet sein müssen, damit Berufseinsteiger später bestens gerüstet sind. Und genau darüber spreche ich jetzt mit Prof. Dr. Ellen Roemer vom hrw Wirtschaftsinstitut. Hallo Frau Dr. Roemer, schön, dass Sie da sind.
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Ja, vielen herzlichen Dank für die Einladung.
Olaf Brinkmann:
Zu Beginn immer die Frage, wollen wir Sie oder du sagen?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Gerne du.
Olaf Brinkmann:
Vielen Dank Ellen, ich bin der Olaf und ich bin ganz neugierig auf dich als Menschen. Deshalb habe ich ein kleines Frage-Antwort-Spiel vorbereitet. Ich stelle dir immer eine Frage und du wählst zwischen zwei Antworten, okay?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Ja.
Olaf Brinkmann:
Zum Frühstück lieber Kaffee oder Tee?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Tee.
Olaf Brinkmann:
Auf dem Schreibtisch digitaler Bilderrahmen oder gedruckte Fotos?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Gedruckte Fotos.
Olaf Brinkmann:
Reisen lieber Flug in die Karibik oder ins All?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Karibik.
Olaf Brinkmann:
Kinderbücher Pippi Langstrumpf oder das Sams?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Pippi Langstrumpf.
Olaf Brinkmann:
Im Wartezimmer Handy oder Zeitschrift?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Zeitschrift, aber digital.
Olaf Brinkmann:
Lass uns durchstarten. Im Wirtschaftsinstitut der HRW vertrittst du das Lehrgebiet Marktforschung und internationales Marketing. Außerdem leitest du den Studiengang BWL internationales Handelsmanagement und Logistik. Was machst du genau und was lernen deine Studierenden bei dir?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Sie lernen zunächst die Grundlagen der BWL. Es ist ein klassisches BWL-Studium, in dem alle betriebswirtschaftlichen Funktionen vermittelt werden. Das geht los mit Marketing, dann Rechnungswesen, Kosten- und Leistungsrechnung, Controlling, Investitionen und Finanzierung.
Wir haben uns an der HRW Gedanken gemacht, weil die Hochschule noch recht neu ist und Unternehmen aus der Region stark eingebunden waren. Unser Ziel ist es, Studierende für diese Unternehmen auszubilden.
Im westlichen Ruhrgebiet gibt es viele Unternehmen aus Handel und Logistik. Diese Bereiche sind eng miteinander verwoben. Deshalb haben wir die BWL in diese Richtung vertieft, damit Studierende gut vorbereitet in diese Unternehmen einsteigen können.
Diese Überlegung ist aufgegangen.
Olaf Brinkmann:
Du bist mit dem Studiengang bei Curriculum 4.0.NRW dabei. Was ist das?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Es gab einen Förderaufruf vom Land NRW zusammen mit dem Stifterverband. Studiengänge sollten komplett umgebaut werden, um stärker auf Digitalisierung einzugehen.
Ich hatte vorher ein Digi-Fellowship für ein kleines digitales Projekt. Dann habe ich den Fachbereich zusammengeholt und gefragt, wer mitmachen möchte.
Wir haben eine Skizze eingereicht und sind in die zweite Runde gekommen. Es gab Workshops mit Lehrenden, Studierenden und Unternehmen. Wir haben gefragt, was gebraucht wird.
In der zweiten Phase hatten wir Erfolg und bekommen jetzt für drei Jahre eine Förderung von rund 300.000 Euro.
Mit dem Geld entwickeln wir neue digitale Inhalte, zum Beispiel zu Big Data und Datenschutz. Wir nutzen neue Lern- und Lehrformate wie Tutorials und Comic-Videos.
Wir bauen auch Labore aus, ein VR- und AR-Lab für Logistik und ein Content-Lab für Social Media. Ein weiterer Baustein ist E-Assessment, also digitales Prüfen.
Olaf Brinkmann:
Die Corona-Pandemie hat der Digitalisierung in der Lehre einen Schub gegeben. Wird der Hörsaal irgendwann ausgedient haben?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Ich hoffe nicht. Präsenz ist wichtig, um Themen zu vertiefen, für Gruppenarbeit und Interaktion. Das geht im Klassenraum besser.
Online-Elemente wie Tutorials für Wissensvermittlung werden bleiben. Bei komplexeren Themen brauchen wir Präsenz.
Es wird ein Mix sein. Dieses Konzept nennt man Flipped Classroom. Wenn man beide Welten gut kombiniert, kommen wir weiter.
Das wünsche ich mir auch für die Schule, weil wir sehen, dass viele Studienanfänger wenig digitale Fähigkeiten mitbringen.
Olaf Brinkmann:
Du bist seit 2010 an der HRW. Wo bist du in dieser Zeit gewachsen?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Vor allem menschlich durch den Austausch mit Studierenden. Oft geht es weniger um Fachliches, sondern um Unterstützung, Mut zusprechen und Orientierung.
Gerade in der Pandemie geht es vielen Studierenden mental nicht gut. Das Thema mentale Gesundheit ist sehr präsent. Viele fühlen sich allein und ausgesperrt.
Da müssen wir schauen, dass sie ihr Studium gut beenden können.
Olaf Brinkmann:
In dieser Staffel haben wir das Format Never Stop Growing. Was bedeutet das persönlich für dich?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Nicht an Herausforderungen zu verzweifeln. Fehler machen, hinfallen, aufstehen und daraus lernen. Fehlerkultur ist extrem wichtig, weil man nur so wächst.
Olaf Brinkmann:
Was tut die HRW, damit du dich entwickeln kannst?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Wir haben viele Weiterbildungsangebote. Konferenzen und Forschung werden unterstützt. Die HRW ist als junge Hochschule sehr dynamisch und ermöglicht viel.
Olaf Brinkmann:
Was wünschst du dir mit Blick auf Never Stop Growing?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Dass wir auch an der Pandemie wachsen, das Beste aus beiden Welten mitnehmen und sinnvoll kombinieren. Für Studierende, Kolleginnen und Kollegen und alle Mitarbeitenden.
Olaf Brinkmann:
Bitte vervollständige die Sätze. Studierende können wachsen, wenn?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Wenn sie die nötigen Ressourcen und viel emotionale Unterstützung bekommen.
Olaf Brinkmann:
Wer wachsen will, muss?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Auch Fehler machen.
Olaf Brinkmann:
Die HRW unterstützt Studierende beim Wachsen, indem?
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Indem sie sehr nahbar ist, viel Unterstützung bietet und serviceorientiert arbeitet. Wir versuchen alles möglich zu machen.
Olaf Brinkmann:
Ellen, ganz lieben Dank für deine Antworten.
Prof. Dr. Ellen Roemer:
Vielen Dank, Olaf.
Olaf Brinkmann:
Liebe Hörerinnen und Hörer, spannend bleibt es auch bei unserem Podcast. Wir erscheinen jetzt öfter. Die nächste Folge gibt es bereits in zwei Wochen.
Abonniert unseren Podcast und empfehlt uns gerne weiter. Tschüss und bis zum nächsten Mal.
Euer Olaf Brinkmann.