Der hrw-Podcast der Wissenschaft. In dieser Folge mit Mentoring zum Erfolg. Das ist hrw-Navi.
Olaf Brinkmann:
Hallo und herzlich willkommen beim hrw-Podcast der Wissenschaft. Ich bin Olaf Brinkmann. Schön, dass ihr wieder dabei seid.
Ich kann mich noch ganz gut an mein Studium erinnern. Ich musste damals alles selber organisieren. Viele Unterstützung gab es da nicht.
Die ersten Tage und Wochen waren deshalb gar nicht so einfach. Heute ist das anders. Die hrw hat ein Mentoring-Programm.
Es heißt hrw-Navi und es soll Studierende von Beginn ihres Studiums an bis zum Schluss unterstützen. Wie das funktioniert, das weiß Stefanie Lessing. Sie koordiniert all die Angebote.
Hallo Frau Lessing, schön, dass Sie da sind.
Stefanie Lessing:
Hallo.
Olaf Brinkmann:
Zu Beginn wie immer die Frage, wollen wir sie oder du sagen?
Stefanie Lessing:
Gerne du.
Olaf Brinkmann:
Ich bin der Olaf. Hi, Steffi.
Steffi, unsere Hörerinnen und Hörer wollen dich erst mal gerne kennenlernen. Deshalb machen wir ein kleines Spiel. Ich stelle dir einige Fragen und du wählst zwischen zwei Antworten.
Okay?
Stefanie Lessing:
Okay.
Olaf Brinkmann:
Eigenes Büro oder eigener Parkplatz?
Stefanie Lessing:
Weder noch. Ich mag es, mir Büros zu teilen und ich wohne in der Großstadt, da gibt es keine eigenen Parkplätze.
Olaf Brinkmann:
Nutella mit Butter oder ohne?
Stefanie Lessing:
Mit Butter.
Olaf Brinkmann:
Geburtstag oder Weihnachten? Was ist dir wichtiger?
Stefanie Lessing:
Geburtstag.
Olaf Brinkmann:
Und auf die Pommes Ketchup oder Mayo?
Stefanie Lessing:
Mayo.
Olaf Brinkmann:
Steffi, seit wann bist du an der hrw und seit wann gibt es hrw-Navi?
Stefanie Lessing:
Ich bin seit 2016 an der Hochschule und das hrw-Navi gibt es seit dem Wintersemester 14 15.
Olaf Brinkmann:
hrw-Navi ist ein Mentoring-Programm. Wer sind die Mentorinnen und Mentoren und wer sind die Mentees?
Stefanie Lessing:
Die Mentorinnen und Mentoren sind erfahrene Studierende ab dem zweiten Semester. Sie müssen das erste Semester durchlaufen haben und dann können sie Mentorin oder Mentor werden. Die Mentees sind die Erstsemester.
Wenn man an der hrw anfängt zu studieren, wird man automatisch in das Mentoring aufgenommen und dort durch erfahrene Studierende begleitet.
Olaf Brinkmann:
Warum gibt es so etwas heute? Ich musste früher ohne solche Hilfe durchs Studium kommen.
Stefanie Lessing:
Ich glaube, weil man erkannt hat, dass es gar nicht so einfach ist, an der Hochschule durchzustarten. Es geht viel ums Netzwerken und darum, sofort in den Austausch zu gehen. So kann man leichter durchs Studium kommen.
Olaf Brinkmann:
Lass uns ins Detail gehen. Wenn ich an die hrw komme und ganz neu bin, wie werde ich unterstützt? Wie geht das los?
Stefanie Lessing:
Erst mal durch die O-Wochen, also die Orientierungswochen. Da gibt es Einstiegs-Workshops, zum Beispiel wie erstelle ich einen Stundenplan. Es gibt viele Treffen und Austauschtreffen.
Die Fachschaften und der AStA stellen sich vor, also die Gremien der Studierendenvertretung. Auch im Studiengang und im Fachbereich gibt es viel.
In den Orientierungswochen lernen die Erstsemester auch gleich ihre Mentorinnen und Mentoren kennen. Dann gibt es immer wieder Mentoring-Treffen oder Sprechstunden, wo sie hinkommen können.
Man trifft sich auf dem Campus, geht gemeinsam in die Mensa. Es ist alles niedrigschwellig, sodass man keine Hemmungen haben muss.
Olaf Brinkmann:
Wenn ich als Ersti durchstarte an der hrw, bin ich automatisch im Mentoring-Programm drin. Ich muss mich also nicht anmelden.
Wie erfahre ich dann von den Angeboten?
Stefanie Lessing:
Es gibt unterschiedliche Wege. Man bekommt eine Willkommens-Mail, wenn man sich eingeschrieben hat. Dann gibt es eine hrw-Seite speziell für Erstsemester mit Videos, Tutorials und Vorstellungen der Mentorinnen und Mentoren.
Wir passen das immer wieder an. Als ich 2016 angefangen habe, haben die Mentorinnen und Mentoren Facebook-Gruppen gebildet. Das ist jetzt nicht mehr der Fall.
Jetzt läuft viel über WhatsApp. Zurzeit gibt es die Internetseite und man wird dort weiter navigiert. Man kann sich im Moodle-Raum anmelden, das ist eine Lernplattform bei uns an der Hochschule. Dort bekommt man alle Informationen.
Olaf Brinkmann:
Habt ihr genug ältere Semester, die Mentor oder Mentorin sein wollen?
Stefanie Lessing:
Auf jeden Fall. Die Motivationen sind unterschiedlich. Manche sagen, mir ist es am Anfang schwer gefallen, ich hatte keine Vorbilder und möchte jetzt Vorbild sein.
Andere haben selbst am Mentoring-Programm teilgenommen und sagen, ich hatte so einen coolen Mentor, ich will das zurückgeben.
Viele finden es auch gut, neue Leute kennenzulernen und mehr über die Hochschule zu erfahren. Als Mentor erfährt man mehr über Abläufe, hat Kontakt zu Lehrenden und zum wissenschaftlichen Personal.
Es wirkt sich positiv auf den weiteren Verlauf des Studiums aus. Und man bekommt später ein Zertifikat über die Tätigkeit und die Qualifizierung.
Da steht, welche Kompetenzen man erworben hat, zum Beispiel Beratung, Moderation, Planung und Organisation. Das kommt in Bewerbungsgesprächen gut an.
Olaf Brinkmann:
Ist das eine Art Zeugnis?
Stefanie Lessing:
Es gibt eine Teilnahmebescheinigung, auf der genau steht, was gemacht wurde, zum Beispiel Planung und Organisation von Mentoring-Treffen, Moderation in Vorgruppen, Beratung.
Dann gibt es ein Zertifikat mit einem Learning Outcome, wo steht, wie sie qualifiziert wurden. Wir haben Präsenztrainings und sie lernen die Serviceeinrichtungen der Hochschule kennen.
Es geht viel ums Weitervermitteln. Welche Angebote gibt es an der Hochschule? Wenn ein Erstsemester Rat braucht oder professionellen Rat, weiß der Mentor, wohin er vermitteln kann.
Olaf Brinkmann:
Wie kann ich Mentorin oder Mentor werden? Was muss ich mitbringen?
Stefanie Lessing:
Man sollte Interesse haben, eigene Erfahrungen zu teilen und Erstsemester im ersten Semester zu begleiten. Man sollte ein bisschen Zeit mitbringen.
Es lässt sich gut mit dem Studium vereinbaren, weil man ohnehin an der Hochschule ist. Ein Mentoring-Treffen oder eine WhatsApp-Gruppe zu betreuen, ist machbar.
Bisher hat noch kein Mentor gesagt, dass es zu viel Zeit war. Viele erzählen, dass sie viel Wertschätzung von den Erstsemestern bekommen und merken, dass sie helfen konnten.
Olaf Brinkmann:
Was sind die Aufgaben konkret, gerade zu Beginn des Semesters?
Stefanie Lessing:
Es gibt feste Slots, zum Beispiel Pausen mit Mentorinnen und Mentoren. Es gibt eine Rallye-Station, wo man ins Gespräch kommt, und eine Sprechstunde zur Veranstaltungsanmeldung und Stundenplanerstellung.
Danach startet man ins Semester. Das ist etwas freier. Die Mentorinnen und Mentoren können wählen, wann sie das Treffen starten. Es gibt einen Mentoring-Raum.
In den ersten zwei Vorlesungswochen soll jeweils ein Treffen stattfinden, weil da großer Bedarf ist. Danach einmal im Monat ein Treffen.
Olaf Brinkmann:
Ihr habt ein Qualifizierungsprogramm entwickelt. Wie sieht das aus?
Stefanie Lessing:
Am ersten Tag sprechen wir über Rolle und Haltung, aber auch über die Angebote an der hrw, damit weitervermittelt werden kann.
Wir sprechen darüber, wie Tutorien, Mentoring-Treffen oder Beratungssituationen aufgebaut sind und worauf man achten muss. Kommunikation ist ein großes Thema.
Am zweiten Tag gibt es einen Präsentationsworkshop. Wie spreche ich mit Vorgruppen? Wie gehe ich mit Lampenfieber um? Wie mit Herausforderungen, wenn Studierende nicht freundlich sind oder ich an einer Infotheke stehe und nicht weiß, wie ich mit einer Situation umgehen soll?
Es gibt eine Hospitationseinheit, wo sich die Peers gegenseitig beobachten und Feedback geben.
Am ersten Tag gibt es auch eine Einheit zum Thema Feedback. Alles wird so vorbereitet, dass sie in die Hospitation gehen können.
Am Ende des Semesters gibt es eine Abschlussreflexion. Wie war mein Semester? Was habe ich gelernt? Was waren meine Herausforderungen?
Dann gibt es eine feierliche Zertifikatsüberreichung. Professoren und das Präsidium sprechen. Es ist durchweg positiv und es macht Spaß.
Es ist schön zu sehen, wie Leute in ihrer Aufgabe wachsen.
Olaf Brinkmann:
Ich bin im dritten Semester und möchte Mentor werden. An wen wende ich mich?
Stefanie Lessing:
Sofort an mich per E-Mail mit Studiengang. Dann lade ich zu einem Infogespräch ein, erkläre die Abläufe und Termine und kläre Unsicherheiten.
Viele fragen sich, ob sie das mit Nebenjob, Studium und Freizeit schaffen. Die meisten haben Interesse und machen es dann auch.
Olaf Brinkmann:
Ganz lieben Dank bis hierher.
Lass uns auf den Claim der hrw schauen, Never Stop Growing. Dafür haben wir das Format Never Stop Growing. Ich stelle dir drei Fragen und du antwortest kurz und spontan.
Was bedeutet Never Stop Growing für dich als Koordinatorin vom hrw-Navi?
Stefanie Lessing:
Das Mentoring ist der Claim schlechthin. In diesem Programm kann man wachsen, Hemmschwellen abbauen und sich entwickeln. Es passt super zum Mentoring.
Olaf Brinkmann:
Warum braucht es solche Programme, um wachsen zu können?
Stefanie Lessing:
Empowerment ist ein großes Thema. Es gehört zur beruflichen und persönlichen Entwicklung dazu. Ein Studium ist mehr als nur fachliche Auseinandersetzung.
Olaf Brinkmann:
Wieso wächst die hrw selbst durch hrw-Navi?
Stefanie Lessing:
Es ist ein echtes Aushängeschild und etwas Besonderes, so begleitet zu werden durch qualifizierte Mentorinnen und Mentoren, die gut vorbereitet sind. Das sollte jeden bestärken, ein MINT-Fach zu studieren.
Olaf Brinkmann:
Steffi, wir sind am Ende. Ganz lieben Dank, es war ein spannendes und schönes Gespräch.
Stefanie Lessing:
Danke, hat mich auch gefreut.
Olaf Brinkmann:
Liebe Hörerinnen und Hörer, wenn euch unser Podcast gefällt, dann empfehlt uns bitte weiter. Schickt ihn gerne auch an jene, die künftig an der hrw studieren möchten. Für sie ist es wichtig zu wissen, dass sie unterstützt werden.
Abonniert uns bitte auch, dann bekommt ihr eine Nachricht auf euer Smartphone, wenn eine neue Folge da ist. Ein paar Sternchen bei Spotify wären toll.
Danke fürs Zuhören, bis zum nächsten Mal.
Euer Olaf.