Der HRW Podcast der Wissenschaft. In dieser Folge Beulfelder im Stahlbau. So klappt es mit der Promotion an der HRW.
Olaf Brinkmann:
Hallo und herzlich willkommen beim HRW Podcast der Wissenschaft.
Mein Name ist Olaf Brinkmann und schön, dass ihr wieder dabei seid. Wir starten heute gemeinsam ins Jahr 2023 und auch in eine neue Staffel.
Wir werden Promovierende der HRW zu Gast haben. Sie erzählen uns, woran sie arbeiten und wie sie es schaffen, Doktorarbeit und Lehre unter einen Hut zu kriegen.
Außerdem werde ich mit Beschäftigten sprechen, die im wissenschaftsunterstützenden Bereich arbeiten.
Sie erzählen uns, was es alles braucht, um die Hochschule jeden Tag zu dem Ort zu machen, den ihr kennt.
Ihr bekommt also einen Blick hinter die Kulissen, der sonst nicht so möglich ist.
Und heute ist mein Gast Larissa Schönfeld. Sie gehört zum Institut Bauingenieurwesen.
Und jetzt sage ich erst mal Hallo Frau Schönfeld. Schön, dass Sie da sind.
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Hallo.
Olaf Brinkmann:
Zu Beginn wie immer die Frage, wollen wir Sie oder du sagen?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Natürlich du.
Olaf Brinkmann:
Ich bin der Olaf.
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Hallo Olaf.
Olaf Brinkmann:
Hallo Larissa.
Unsere Hörerinnen und Hörer wollen dich ein bisschen besser kennenlernen.
Deshalb machen wir jetzt erst mal ein kleines Spiel.
Ich stelle dir einige Fragen und du wählst zwischen zwei Antworten, okay?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Okay.
Olaf Brinkmann:
Verzicht. Ein Monat ohne Handy oder ohne die beste Freundin?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Oh, ohne Handy würde ich verzichten.
Olaf Brinkmann:
Extreme. Lieber der schlaueste Mensch sein oder der reichste?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Ich glaube der schlaueste.
Olaf Brinkmann:
Lieber Fragen stellen oder Fragen beantworten?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Das ist schwierig. Ich glaube beides, weil durch beide Sachen kann man lernen.
Olaf Brinkmann:
Zukunft. Im Lotto gewinnen oder Traumjob finden?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Traumjob finden.
Olaf Brinkmann:
Larissa, erzähl mal, seit wann bist du an der HRW?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Schon ziemlich lange.
Ich arbeite seit November 2016 an der HRW als wissenschaftliche Mitarbeiterin.
Olaf Brinkmann:
Und du hast in Karlsruhe studiert. Was genau?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Ich habe in Karlsruhe Bauingenieurwesen studiert.
Den Bachelor habe ich dort gemacht und den Master dann in Aachen.
Olaf Brinkmann:
Der Titel deiner Abschlussarbeit war experimentelle und numerische Untersuchungen zum Einfluss der Korngrößenverteilungskurve des Kippsandes auf den Widerstand von Tagebau Restseeböschungen gegen Bodenverflüssigung.
Warum interessierst du dich für so etwas?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Grundsätzlich interessiere ich mich für viele Bereiche.
Im Bachelor habe ich als studentische Hilfskraft im Bereich Bodenmechanik gearbeitet.
Das hat mich so fasziniert, dass ich gesagt habe, ich möchte gerne mehr darüber erfahren, obwohl ich jetzt mein Thema komplett in eine andere Richtung vertieft habe.
Es sind einfach Randthemen, die super interessant sind.
Olaf Brinkmann:
Was hast du denn vor deinem Studium gemacht? Das war ja nicht so der klassische Weg.
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Das stimmt.
Ich komme ursprünglich von der Hauptschule.
Nach der Hauptschule habe ich eine Ausbildung als technische Zeichnerin im Stahl und Metallbau gemacht.
Dann habe ich ein paar Jahre gearbeitet.
Ich habe schnell gemerkt, dass ich das nicht bis zur Rente durchziehen möchte und wollte unbedingt mein Abitur nachholen.
Also habe ich das Abitur nachgeholt.
Dann dachte ich, warum nicht weitermachen.
So kam es eins zum anderen und jetzt bin ich in der Promotion.
Olaf Brinkmann:
Unglaublich, Respekt.
Hast du vielleicht einen Tipp für diejenigen, die einen ähnlichen Hintergrund haben? Was braucht es, um diesen Weg zu gehen von der Hauptschule bis zur Promotion?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Da muss viel Fleiß dahinter sein.
Ich habe das nur geschafft, weil ich fleißig war.
Es gibt einen Spruch von Thorsten Havener:
Talent ist gut, Fleiß ist gut, aber beides zusammen ist unschlagbar.
Olaf Brinkmann:
Jetzt promovierst du.
Es geht um Beulfelder im Stahlbau.
Stell dir bitte vor, du erklärst meiner 13 jährigen Tochter, was du in deiner Doktorarbeit machst.
Was sind Beulfelder?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Beulfelder sind ein Stabilitätsversagen.
Wenn ein Plattenbauteil beansprucht wird und versagt, dann beult es aus der Ebene heraus und steht wie eine Beule.
Deshalb nennen wir das Beulen.
Olaf Brinkmann:
Und womit beschäftigst du dich in deiner Promotion?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Diese Beulfelder kommen hauptsächlich in Brückenbauteilen vor.
Brücken werden immer wieder beansprucht.
Wir bekommen mit, dass viele Brücken marode sind.
Ich versuche, diese Bauteile in der Finite Element Methode abzubilden.
Das ist ein numerisches Modell.
Dieses Modell versuche ich so einfach wie möglich darzustellen.
Der Praktiker draußen soll sagen können, ich habe ein Bauteil und weise es mit bestimmten Parametern nach, also mit mathematischen Gleichungen, um zu sagen, hält es oder nicht.
Olaf Brinkmann:
Was versprichst du dir von deiner Promotion?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Einen Leitfaden für den Praktiker zu erstellen.
Er soll anhand der Parameter sagen können, wenn ich Parameter A, B, C habe, bekomme ich Ergebnis X oder Y.
Mit diesem Leitfaden kann er seine Geometrie, Breite, Höhe, Dicke und die Lagerung berücksichtigen, das Berechnungsverfahren wählen und am Ende sagen, hält mein Bauteil oder nicht.
Olaf Brinkmann:
Wieso hast du dich entschieden zu promovieren?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Ich wollte in einem Bereich richtig gut werden.
Mein Lebenslauf ist nicht linear und ich kenne viele Bereiche.
Ich wollte in einem Bereich tief eintauchen, Klarheit schaffen und für die Praxis etwas Effektives an die Hand geben.
Olaf Brinkmann:
Wer betreut dich an der HRW und wer ist dein Doktorvater?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Mein Betreuer an der HRW ist Professor Christian Ludwig für Stahlbau, Holzbau und Schweißtechnik.
Mein Doktorvater ist Professor Bernd Naujoks von der Bergischen Universität Wuppertal.
Olaf Brinkmann:
Wie weit bist du mit deiner Doktorarbeit?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Ich bin an den Endzügen.
Ich schreibe viel.
Viele Ergebnisse müssen noch ausgearbeitet werden.
Ich bekomme Rückmeldungen von meinem Doktorvater.
Mein Ziel ist, diesen Sommer einzureichen.
Olaf Brinkmann:
Du bist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der HRW. Was sind deine Aufgaben?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Hauptsächlich unterstütze ich Professor Christian Ludwig in der Lehre.
Ich übernehme Übungen, Vorlesungen oder Praktika, wenn es nötig ist.
Ich unterstütze im Hintergrund, arbeite Übungen aus und erledige organisatorische Aufgaben.
Ich unterstütze in Lehre und Forschung, von A bis Z.
Olaf Brinkmann:
Bleibt genug Zeit für deine Doktorarbeit? Wie managst du das?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Das ist schwierig.
Ich arbeite Vollzeit an der Hochschule.
Die Doktorarbeit passiert in meiner Freizeit, also nach der Arbeit oder am Wochenende.
Zum Schluss bekommt man etwas mehr Freiraum.
Am Anfang ist man stark in der Lehre eingebunden.
Jetzt bin ich mehr in meiner Forschung als vorher.
Olaf Brinkmann:
Wo siehst du dich in fünf Jahren?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Ich möchte einen Fuß in der Lehre haben und im akademischen Bereich bleiben.
Es macht mir Spaß, Wissen weiterzugeben.
Außerdem möchte ich ein Startup gründen.
Ich habe Ideen und arbeite daran.
Olaf Brinkmann:
Stichwort Frauen in der Wissenschaft.
Was brauchen Frauen wie du, um sichtbarer zu werden?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Kommunikation und Mut.
Meine Mutter sagt immer, die Augen haben Angst, aber die Hände tun es.
Es gibt nichts, was man nicht machen kann mit Fleiß, Geschick und Kommunikation.
Olaf Brinkmann:
Jetzt kommen wir zum Format Never Stop Growing und du.
Was bedeutet Never Stop Growing für dich als wissenschaftliche Mitarbeiterin?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Neugierig sein und vieles ausprobieren.
Nur dann kann man sagen, das passt oder das passt nicht.
Olaf Brinkmann:
Was brauchen junge Akademiker, um wachsen zu können?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Neugier und Fleiß.
Dranbleiben, auch bei Niederlagen.
Aufstehen, Krönchen richten und weitermachen.
Olaf Brinkmann:
Was macht die HRW, um den wissenschaftlichen Nachwuchs wachsen zu lassen?
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Sehr vieles.
Ich profitiere davon und bin dankbar.
Es gibt Unterstützung im Zeitmanagement, finanziell und technisch.
Es gibt kaum Grenzen an der HRW.
Olaf Brinkmann:
Larissa, wir sind am Ende.
Vielen Dank für das spannende Gespräch.
Dr.-Ing. Larissa Schönfeld:
Danke dir auch, Olaf.
Olaf Brinkmann:
Liebe Hörerinnen und Hörer, wenn euch unser Podcast gefällt, empfehlt uns bitte weiter.
Abonniert uns, dann bekommt ihr eine Nachricht auf euer Smartphone, wenn eine neue Folge da ist.
Jetzt sage ich danke fürs Zuhören.
Bis zum nächsten Mal.
Euer Olaf.