Der hrw-Podcast der Wissenschaft. In dieser Folge: Hilfe zur Selbsthilfe. Das ist das Lernzentrum Upgrade. Olaf Brinkmann: Hallo und herzlich willkommen beim hrw-Podcast der Wissenschaft. Mein Name ist Olaf Brinkmann. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Ich kann mich ja noch gut an meine eigene Studienzeit erinnern. Wenn ich da mal keinen Durchblick mehr hatte, bei den Hausarbeiten zum Beispiel, und nicht wusste, wie ich die nächste Prüfung meistere, dann sah das schon ganz schön mau aus. Viel Unterstützung gab es da nicht, außer man hat sich untereinander geholfen, unter den Studierenden. Heute ist das durchaus anders, zumindest bei uns an der hrw. Die hrw punktet mit ihrem Lernzentrum Upgrade. Das Lernzentrum ist eine wichtige Anlaufstelle für viele Studierende. Die kriegen hier Unterstützung beim Lernen. Und wie genau das funktioniert und wie es ist, dort zu arbeiten, das erzählt mir Leska Sauder. Sie leitet das Lernzentrum Upgrade und weiß auch, was die hrw antreibt, einen solchen Lernraum zu schaffen. Jetzt sage ich aber erst mal Hallo, Frau Sauder. Schön, dass Sie da sind. Leska Sauder: Hallo. Olaf Brinkmann: Zu Beginn wie immer die Frage. Wollen wir Sie sagen oder du? Leska Sauder: Sehr gerne du. Olaf Brinkmann: Super. Ich bin der Olaf. Leska, unsere Hörerinnen und Hörer wollen dich erst mal kennenlernen und deswegen machen wir ein kleines Spiel, wie immer am Anfang. Ich stelle dir einige Fragen und du wählst zwischen zwei Antworten. Leska Sauder: Okay, geht klar. Olaf Brinkmann: Chips oder Schokolade? Leska Sauder: Chips. Olaf Brinkmann: Geburtstag feiern oder wegfahren? Leska Sauder: Wegfahren. Olaf Brinkmann: Tee oder Kaffee? Leska Sauder: Kaffee. Olaf Brinkmann: Leska, erzähl mal, seit wann bist du an der hrw und wie hat es dich hierher verschlagen? Leska Sauder: Ich bin seit 2018 an der hrw. Ich habe vorher an der Uni Wuppertal studiert, bin von Haus aus Bauingenieurin, habe aber auch parallel noch ein bisschen Mathematik studiert, weil mir das nicht ganz ausgereicht hat im Ingenieurstudium. Während meiner Zeit, sowohl als Studierende als auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin danach, habe ich viel in der Lehre gearbeitet und festgestellt, mir macht die Arbeit mit den Studierenden wahnsinnig viel Spaß. Ich habe Freude daran, mein Wissen weiterzugeben. Dann hat sich die Möglichkeit ergeben, genau das an der hrw umzusetzen, mit der Leitung des Lernzentrums. Olaf Brinkmann: Und du bist Lehrkraft für besondere Aufgaben im Institut Naturwissenschaften. Was bedeutet das? Leska Sauder: Genau richtig. Lehrkräfte für besondere Aufgaben nehmen im Prinzip in der Lehre die gleichen Aufgaben wahr wie Professorinnen und Professoren auch. Es ist im Prinzip aber eine reine Lehrtätigkeit. Was wegfällt, ist der Forschungsanteil, den die Professorinnen und Professoren auch innehaben. Olaf Brinkmann: So, Lernzentrum Upgrade. Wie kommt es zu dem Upgrade im Namen? Für was steht das? Leska Sauder: Die Idee an der Stelle ist, dass die Studierenden unterstützt werden sollen, insbesondere in der Studieneingangsphase, um einen guten Start ins Studium zu haben und nicht frustriert aufgeben zu müssen, weil vielleicht das eine oder andere doch noch nicht so gut läuft. Im Prinzip ist es ein Upgrade für die Studierenden in dem Sinne, dass sie sich nicht alles selbst erarbeiten müssen, insbesondere am Anfang des Studiums, wenn eben auch viele Informationen kommen, insgesamt sehr viel zu tun ist und ganz viel neu ist. Wir gucken, wo wir wirklich helfen können, damit es dann reibungslos läuft. Olaf Brinkmann: Das heißt, es sind vor allem Studienanfänger, die zu euch kommen oder gibt es auch noch eine andere Zielgruppe? Leska Sauder: Genau. Unsere Zielgruppe sind primär die Studierenden aus dem ersten Studienjahr und wir bieten insbesondere ganz konkret Unterstützung in den Grundlagenfächern im ersten Studienjahr an. Aber auch in den höheren Fachsemestern stoßen die Studierenden oft auf Schwierigkeiten, die eigentlich auf Grundlagenlücken zurückzuführen sind. Dann nehmen sie sehr gerne unsere Angebote auch noch wahr, um Hilfe bei den Dingen zu bekommen, die die Professorinnen und Professoren in den höheren Veranstaltungen schon voraussetzen. Olaf Brinkmann: Für die, die es noch nicht kennen und nicht wissen, wo finde ich das Lernzentrum? Leska Sauder: Das Lernzentrum ist am Campus Mülheim im Gebäude 1 in der vierten Etage. Also die komplette vierte Etage im Gebäude 1 ist das Lernzentrum Upgrade. Die schönste Aussicht des ganzen Campus. Es lohnt sich grundsätzlich mal vorbeizuschauen. Es ist einfach ein Ort für die Studierenden. Die komplette Etage ist für Studierende reserviert. Wir haben Lernflächen, wir haben Seminarräume, die auch zum Lernen genutzt werden können. Olaf Brinkmann: Und ihr bietet Tutorien an. Was passiert da? Leska Sauder: Tutorien sind im Prinzip Zusatzveranstaltungen, abgestimmt auf die Vorlesungen und Übungen zu bestimmten Modulen. Da schauen wir uns einfach noch mal an, was ist in der Vorlesung in der Vorwoche passiert, was war besonders wichtig, was müssen wir uns auf jeden Fall merken, was ist vielleicht auch nur Herleitung und mehr für den Hinterkopf. Insbesondere können einfach alle Fragen geklärt werden. Fragen, die aus Vorlesungen oder Übungen noch offen geblieben sind, wo man sich vielleicht als Ersti auch nicht unbedingt traut, in der Vorlesung die Hand zu heben und noch mal nachzufragen, weil die Hürde dann doch vielleicht groß ist oder die Angst, etwas falsch zu machen. Da können wir ganz niederschwellig und in Ruhe, im Tempo der Studierenden, das Ganze noch mal besprechen. Olaf Brinkmann: Und wer hält die Tutorien? Wer macht das? Leska Sauder: Das ist eine Besonderheit an der hrw. Das sind fast alles wissenschaftliche Mitarbeitende. Ich selbst mache Tutorien, wir haben noch eine weitere Lehrkraft für besondere Aufgaben und eine halbe wissenschaftliche Mitarbeiterstelle. Die Tutorien werden von uns gehalten. Vereinzelt machen das auch Studierende. Aber weil wir festgestellt haben, dass gerade bei Fragen, die nicht ganz konkret nur zu einem Thema sind, sondern vielleicht auch ein bisschen darüber hinausgehen, der Überblick wichtig ist, haben wir als Hochschule entschieden, dass wir dafür wissenschaftliches Personal einsetzen. Olaf Brinkmann: Wie erfahre ich denn oder wo erfahre ich, welche Tutorien es gibt? Leska Sauder: Es gibt zu jeder Mathematikveranstaltung auf jeden Fall ein Tutorium. Primär sind die Tutorien für die Mathematik in allen Studiengängen. Das wird vor allem über die entsprechende Lehrveranstaltung, zu der das Tutorium ganz eng gehört, beworben. Das heißt, als Studierender bekomme ich in der ersten Vorlesung von meinem Professor die Info, dass es dieses Tutorium gibt und wie das abläuft. Es ist klar, dass es zur Veranstaltung gehört und dass wir mit den Kolleginnen und Kollegen ganz eng im Austausch sind. Wir bekommen auch mit, wenn in der Vorlesung oder Übung anscheinend etwas nicht so gut verstanden worden ist, damit wir das im Tutorium noch mal aufgreifen können. Olaf Brinkmann: Aber die sind ja freiwillig. Was glaubst du, macht das einen Unterschied oder wie groß ist der Unterschied, wenn ich da war und wenn ich nicht da war? Leska Sauder: Es macht tatsächlich einen Unterschied. Das lässt sich auch belegen. Die Teilnahme am Tutorium macht tatsächlich einen signifikanten Unterschied bei der Bestehensquote in der Klausur. Olaf Brinkmann: Die Tutorien sind ja das eine. Es gibt aber auch noch den Helpdesk bei euch. Für was ist denn dieser Bereich da und wie muss ich mir das vorstellen? Ist der Helpdesk immer besetzt oder gibt es da Sprechstunden? Leska Sauder: Genau. Der Helpdesk ist im Prinzip nichts anderes als eine offene Sprechstunde über die Tutorien hinaus. Das ist dann nicht mehr veranstaltungsspezifisch wie die Tutorien, sondern für alle Fragen rund um Mathematik, Physik, Naturwissenschaften, Mechanik und Elektrotechnik. Die Studierenden können einfach kommen und Fragen stellen, sodass man nicht, wenn man sich mit einer Hausübung beschäftigt, nach zwei Stunden frustriert aufgeben muss, sondern einfach zu uns in den Raum kommen kann und eine Idee bekommt, wie es weitergeht, einen Schritt in die richtige Richtung. Das ist die eine Sache. Die andere Sache ist, wenn wir zum Beispiel im Tutorium feststellen, da fehlt jemandem ein bisschen mehr, weil vielleicht die Schule schon ewig lang her ist und das irgendwo im Hinterkopf vergraben ist. Der braucht vielleicht mehr Unterstützung an der Stelle. Dann ist der Helpdesk auch eine ganz sinnvolle Anlaufstelle, weil wir dort noch individueller auf die Leute eingehen können. Öffnungszeiten gibt es natürlich. Wir können nicht permanent vor Ort sein, weil wir auch in den Tutorien unterwegs sind. Wir haben aber täglich Öffnungszeiten. Das sind jeden Tag mindestens zwei Stunden, an den meisten Tagen vier Stunden. Ab der Woche vor der Prüfungsphase und in der Prüfungsphase selbst sind wir im Prinzip ganztägig als Ansprechpartner da. Olaf Brinkmann: Muss ich mich trotzdem anmelden oder kann ich einfach kommen? Leska Sauder: Genau. Einfach vorbeikommen. Keine Anmeldung erforderlich. Olaf Brinkmann: Ich weiß, ihr kümmert euch auch darum, dass bei Hausarbeiten und Co. sprachlich alles passt. Lest ihr die Arbeiten dann durch oder wie funktioniert das? Leska Sauder: Die Hilfe für Hausarbeiten ist im Prinzip eine Kooperation mit dem ZFK, also dem Zentrum für Kompetenzentwicklung. Da bieten die Kolleginnen und Kollegen aus dem ZFK im Rahmen unserer Helpdesk-Zeiten seit einiger Zeit auch ein Helpdesk Wissenschaftssprache Deutsch an. Dort geht es um Fragen zu Abschlussarbeiten und generell zu Texten. Auch da wird wieder sehr individuell betreut. Es fängt bei Leuten an, die das erste Mal eine Projektarbeit schreiben und auf der Suche nach einem Thema sind. Wie mache ich das? Wie muss ich das strukturieren? Wie funktioniert Literaturrecherche? Es gibt im Prinzip Unterstützung in alle Richtungen. Olaf Brinkmann: Ein wichtiges Stichwort ist ja auch Chancen- und Bildungsgerechtigkeit. Da trägt das Lernzentrum ja auch zu bei. Leska Sauder: Ja, absolut. Das ist auch an der Fachhochschule noch mal deutlich entscheidender als an der Universität, denke ich. Dadurch, dass wir eine sehr heterogene Studierendenschaft haben. Es kommen Leute, die gerade Vollabitur gemacht haben. Die haben in der Regel am Anfang mit Mathe weniger Schwierigkeiten als Studierende, die zum Beispiel eine Ausbildung gemacht haben, vielleicht auch schon ein paar Jahre im Beruf gearbeitet haben und sich dann wieder an das Lernen begeben. Da ist ganz viel in Vergessenheit geraten. Diejenigen, die mit einem Fachabitur zu uns kommen, haben ebenfalls ganz andere Voraussetzungen. Sie haben inhaltlich einfach weniger gemacht als diejenigen mit Vollabitur und starten an einer anderen Stelle. Das versuchen wir über unsere Angebote im ersten Studienjahr ein Stück weit anzugleichen, damit danach wirklich jeder die gleiche Chance hat. Olaf Brinkmann: Leska, lass uns noch auf den Claim der hrw schauen. Der heißt ja Never Stop Growing und wir haben dafür hier im Podcast das Format Never Stop Growing. Dafür stelle ich dir jetzt drei Fragen und du antwortest bitte ganz kurz und spontan, was dir einfällt. Wie trägt das Lernzentrum Upgrade zu diesem Claim bei, Never Stop Growing? Leska Sauder: Ich glaube ganz massiv dadurch, dass die Studierenden im ersten Studienjahr extrem wachsen, einfach an den Herausforderungen, die an sie gestellt werden. Dabei unterstützen wir massiv und sehen auch die Entwicklung über das erste Studienjahr. Das ist ganz toll. Olaf Brinkmann: Hochschule ist ja das eine. Was glaubst du denn ganz allgemein braucht es, damit Menschen wachsen können? Leska Sauder: Ich glaube, Menschen brauchen zum Wachsen vor allem ein gutes Umfeld. Menschen können dann gut wachsen, wenn das soziale Umfeld passt und bei Bedarf Unterstützung da ist. Dann funktioniert das auch. Olaf Brinkmann: Und wie wächst du an der Hochschule? Leska Sauder: Eigentlich jeden Tag mit meinen Studierenden. Es ist einfach so schön, dass man so viele verschiedene Menschen kennenlernt. Dadurch, dass jedes Jahr neue Erstsemester kommen, lernt man eigentlich nie aus. Es ist schön, so viele unterschiedliche Menschen kennenzulernen und zu betreuen. Daran wachse ich auch. Olaf Brinkmann: So Leska, es war sehr, sehr schön, dich kennenlernen zu dürfen. Vielen, vielen lieben Dank. Leska Sauder: Ich bedanke mich. Danke für das spannende Gespräch. Olaf Brinkmann: Liebe Hörerinnen und Hörer, schaut doch mal im Lernzentrum vorbei. Es ist am Campus Mülheim, hat uns Leska schon gesagt, und zwar in der vierten Etage von Gebäude 01. Am Campus Bottrop findet ihr den Helpdesk in Raum 02.112 und in der angrenzenden Lernfläche. Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr auch eine Mail schreiben, und zwar an lernzentrum@hs-ruhrwest.de. Zum Schluss wie immer die Bitte: Unterstützt unseren Podcast, indem ihr ihm ein Herzchen verpasst und ihn teilt. Bestimmt gibt es auch Kommilitoninnen und Kommilitonen oder Kolleginnen und Kollegen, die ebenfalls gerne reinhören und für die diese oder frühere Folgen spannend sind. Für all das sagen wir Danke. Ich sage Tschüss und bis zum nächsten Mal. Euer Olaf Brinkmann.