Karrieren - made by HRW In dieser Folge: Technik für Menschen. Mensch Technik Interaktion an der HRW. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Karrieren made by HRW, dem Podcast, in dem ihr erfahrt, was mit einem Studium an der Hochschule Ruhr West alles möglich ist. Heute sprechen wir über einen interdisziplinären Studiengang, der Technik, Mensch und Gestaltung verbindet und er heißt Mensch Technik Interaktion als Bachelor und Master an der HRW. Und nicht nur das. Ihr könnt den Bachelor in Teilzeit oder Vollzeit studieren und sogar auch ein duales Studium ist möglich. Ihr lernt da nicht nur, wie technische Systeme funktionieren, sondern vor allem, wie sie für Menschen intuitiv, sicher und nutzbar werden. Es geht um Tablet-PCs, Smartphones oder Fahrerassistenzsysteme und die Frage, wie wir sie steuern. Ich bin Olaf Brinkmann und ich freue mich sehr, heute zwei spannende Gäste zu haben: Geena Harmuth, Masterstudentin in Mensch Technik International und Manuel Fessen, Alumnus des Bachelorstudiengangs und Heute Produktmanager bei Easy Software. Herzlich willkommen, schön, dass ihr beide da seid. Hi. >> Geena Harmuth: Hallo. >> Manuel Fessen: Hi. >> Olaf Brinkmann: Geena, du studierst aktuell im Master. Erzähl mal, wie bist du auf Mensch Technik Interaktion an der HRW damals aufmerksam geworden? >> Geena Harmuth: Ich habe meinen Bachelor schon da gemacht, aber in E Commerce und habe mich, als ich den Bachelor anfangen wollte, mich entscheiden müssen, ob ich jetzt Mensch Technik Interaktion oder E Commerce mache, habe ich mich dann letztendlich für E-Commerce entschieden und dann wurde der neue Master eingeführt für Mensch Technik Interaktion und dann habe ich nicht lange gefackelt und habe direkt gesagt: Das mache ich. >> Olaf Brinkmann: Und warum hast du nicht lang gefackelt? Also was hat dich besonders angesprochen? Informatik, Psychologie, Design oder war es am Ende eine Kombi aus allem? >> Geena Harmuth: Ess war definitiv die Kombi, aber mich interessiert eher Psychologie und Design. Genau. >> Olaf Brinkmann: Und Manuel, du hast ja deinen Weg schon gemacht. Du arbeitest heute als Produktmanager bei Easy Software. Was war denn damals ausschlaggebend dafür, dass du genau diesen Studiengang gewählt hast? >> Manuel Fessen: Mir wurde mal gesagt, dass man seine Interessen mit dem, was man gut kann, verbinden soll, um dann auch naja, ich darf jetzt hier 40 Jahre arbeiten, 50 Jahre je nach Bundesregierung. Und da sollte man das, was man kann und was man gut kann, gut verbinden mit dem, worauf man eben Lust hat. Und das war eben bei mir. Ich war eben Technik war ich hinterher, das konnte ich und habe mich aber sehr interessiert. Naja, das Gestalterische genauso - wie bringe ich es denn den Nutzern näher? Denn das war damals noch sehr schlecht in der Software. >> Olaf Brinkmann: Und welche Erwartungen hattest du an das Studium und wurden die erfüllt? >> Manuel Fessen: Meine Erwartungen an das Studium waren ganz andere als ich sie - Also es hat sich ganz anders herausgestellt am Ende. Ich hatte viel mehr die Erwartung, dass das so ein gestalterischer. Wir sind so halbe Psychologen, die dann da sitzen mit den Nutzern, aber es war dann doch sehr technisch dann im Hintergrund. Und im Nachgang hat es mir sehr geholfen, dieser ganze Informatikteil, dass ich dort eben auch im Laufe meiner Karriere sehr viele Rollen in der Softwareentwicklung auch einnehmen konnte. >> Olaf Brinkmann: Geena, der Studiengang ist interdisziplinär. Informatik, Psychologie, Arbeitswissenschaft, Ergonomie, Soziologie und Design, alles kommt zusammen. Wie würdest du jemanden beschreiben, was man genau lernt? >> Geena Harmuth: Also wenn ich jetzt überlege, ich müsste das jemandem erklären, der gar keine Ahnung davon hat, das passiert häufiger. Meine Mama oder meine Eltern, Oma, Opa, da sage ich, wir sind diejenigen, die dafür sorgen, dass digitale Anwendungen eben so funktionieren, wie sie funktionieren und dass sie für jeden auch funktionieren. >> Olaf Brinkmann: Und gibt es Module oder Themen, die du besonders spannend findest? >> Geena Harmuth: Ich finde vor allem die praxisbezogenen. Also wir machen sehr viel in unserem Master Prototypen. Wir entwickeln sehr häufig Prototypen und testen diese dann dementsprechend auch. Und vor allem, das macht mir Spaß. >> Olaf Brinkmann: Du hast ja eingangs gesagt, im Bachelor hast du E-Commerce studiert. Kannst du trotzdem sagen, was der Unterschied ist zur Masterphase jetzt dann in diesem Studiengang? >> Olaf Brinkmann: Dadurch, dass ich ja den komplett anderen Bachelor gemacht habe, kann ich jetzt nicht inhaltlich irgendwas sagen, aber auf jeden Fall ist der Master intensiver und noch mehr Praxisbezug ist da drin, was im Bachelor schon total viel war, bei mir zumindest, aber der Master eben noch mehr. >> Olaf Brinkmann: Manuel, wie sah denn dein Praxisbezug im Studium aus? Gab es da Projekte, bei denen du reale technische Systeme mit Menschen getestet oder Konzepte für neue Anwendungen entwickelt hast? >> Manuel Fessen: Das haben wir in verschiedenen Modulen. Jetzt ist es bei mir schon etwas her, eigentlich quasi dauerhaft gemacht. Also ohne einen Nutzertest ist da kein Design, kein Endergebnis durchgekommen. Zumindest gewisse Formen davon mussten gewahrt werden. Ich habe aber parallel zum Studium schon die ganze Zeit als Werkstudent gearbeitet und konnte das dann dort in der Praxis einsetzen. Und da war ich dann der Neue mit diesen verrückten Ideen, das zu testen, was man da erstellt hat und hatte dann da schon so ein Alleinstellungsmerkmal. >> Olaf Brinkmann: Das heißt, diese Erfahrungen haben dich auch fit gemacht für deine Arbeit heute bei EasySoftware. >> Manuel Fessen: Zumindest haben sie mir meinen Start dann in die Vollzeitstelle sehr stark vereinfacht. Dafür heute als Produktmanager mache ich auch noch Nutzertests. Es wird aber immer weniger. Mehr ist es jetzt das Gespräch mit den Kunden, mit den Entscheidern dann also quasi die das entscheiden, dass dann die Nutzer am Ende ausbaden dürfen. Dadurch, dass wir uns im Studium sehr breit aufgestellt haben, hat mir das einfach geholfen, dass ich auch dann keine Angst, sage ich mal, vor neuen Aufgaben, die dann im Berufsleben dann doch mal um die Ecke kommen, mit denen man nicht gerechnet hat, die nicht in der Jobbeschreibung drinstehen, damit umzugehen. Denn am Ende ist es einfach nur ein weiteres Problem, das gelöst werden muss und das kriegt man meist schon mit Soft Skills hin und weniger häufig mit Hard Skills, sage ich mal, weswegen ich dann da kein Hardcore Entwickler sein muss, um dann vielleicht auch mal Probleme in der Softwareentwicklung zumindest zu verstehen und dann weitergeben zu können. >> Olaf Brinkmann: Kannst du mal ganz kurz schildern, was genau deine Aufgaben sind? >> Manuel Fessen: Als Produktmanager bei Easy sind wir dafür verantwortlich, den Kunden und auch unseren Arbeitgeber erfolgreicher am Ende zu machen. Das ist jetzt ein schöner Marketing-Satz, aber am Ende ist es viel Kommunikation, viel auch lernen, jeden Tag was Neues dazulernen, denn jeder Kunde nutzt unsere Systeme einen Tick anders, selten so, wie sie mal am Anfang konzipiert waren, also vom Stichtag bis zur endlichen Nutzung. Und da hat mir dann der Studiengang natürlich auch sehr geholfen, das dann zu identifizieren. Wo ist denn jetzt der Unterschied dazu, was wir mal uns am Anfang da überlegt haben und was macht der Kunde jetzt wirklich damit? >> Olaf Brinkmann: Wo hättest du dir denn noch vorstellen können, Manuel, dich zu bewerben? >> Manuel Fessen: Für mich war von Anfang an klar, ich möchte irgendwie in der Softwareentwicklung arbeiten. Also du hattest ja in der Einleitung gesagt, da ist ein Automotive Fokus sehr stark, da haben auch sehr viele meiner Kommilitonen angefangen und dann sind auch heute noch bei Mercedes, bei Porsche, bei Ford. Für mich war das aber von Anfang an klar, ich möchte schon im Softwarebereich per se bleiben. >> Olaf Brinkmann: Und wo siehst du dich in fünf Jahren? >> Manuel Fessen: Wahrscheinlich weiterhin im Produktmanagement, weil dieser Bereich einfach sehr, sehr viel Spaß macht und jeder Tag einfach anders ist als der Tag davor. Ich glaube aber auch, dass ich durch die ganzen Entwicklungen jetzt mit KI, auch in den Entwicklungstools, die es so gibt, die Rollen zwischen UX und Produkt immer näher annähernd aneinander, sodass ich dann wahrscheinlich auch wieder bald doch mal in irgendeiner Form designe und sei es dann im Produkt selber. >> Olaf Brinkmann: Geena, du hast ja eben schon ein bisschen was erzählt, was die Praxis im Master angeht. Ihr testet Prototypen, hast du erzählt. Gibt es noch mehr, was ihr macht? >> Geena Harmuth: Es gibt sehr viel Praxis im Master. Im ersten Semester hat man ein Projekt und im zweiten Semester hat man auch ein Projekt, an dem man arbeitet. Und da kann man sich dann eben natürlich die Schwerpunkte so legen, wie man sie möchte, was einen interessiert. Und gerade arbeite ich sehr viel im UX Space. >> Olaf Brinkmann: UX steht ja für User Experience. Was genau machst du da? >> Geena Harmuth: Wir arbeiten gerade daran, ein System zu entwickeln, was Autofahrern dabei helfen soll, Rettungsgassen zu bilden. Und da sind wir gerade in der Endphase, führen in zwei Wochen die Endevaluation durch und ja, genau das macht man so im UX Space. >> Olaf Brinkmann: Das klingt sehr spannend. Jetzt schulen diese Studiengänge aber nicht nur Fachwissen, sondern auch Kompetenzen wie Problemlösen, Teamarbeit und nutzerzentrierte Gestaltung. Geena, merkst du, wie sich deine Herangehensweise an technische Fragestellungen dadurch verändert hat? >> Geena Harmuth: Ich habe auf jeden Fall gelernt, in Teams zu arbeiten und auch dieses nutzerzentrierte Denken. Definitiv. Das war im E Commerce jetzt noch nicht so, deswegen habe ich das im Master jetzt schon definitiv gelernt. >> Olaf Brinkmann: Welche Berufsfelder interessieren dich denn nach dem Master besonders? Eher die User Experience, also das Nutzererlebnis, Research, die Forschung, oder digitale Produktentwicklung oder ist es was ganz anderes? >> Geena Harmuth: Mich interessiert besonders die UX Richtung, aber ich bin eigentlich für alles offen. Also ich habe da jetzt kein konkretes Ziel oder keinen konkreten Plan und wo es mich hintreibt, da treibt es mich hin. >> Olaf Brinkmann: Dabei schon mal viel Erfolg. So, jetzt drehen wir den Spieß mal um. Gina, ich übergebe dir das Mikro und du kannst Manuel jetzt mal gern die Fragen stellen, die für dich oder Studieninteressierte besonders spannend sind. Bitte schön. >> Geena Harmuth: Also ich bin ja gerade in der Endphase meines Masters und ich frage mich, Manuel, du hast ja gesagt, du hast ja schon als Werkstudent gearbeitet. Richtig? >> Manuel Fessen: Ja. >> Geena Harmuth: Also für mich ist es sehr interessant zu wissen, wie früh du jetzt sagen würdest, sollte man sich umschauen nach Jobs. >> Manuel Fessen: Also ich würde jedem raten, quasi so früh wie möglich im Studium nach Werkstudentenstellen Ausschau zu halten. So kommst du einmal in Kontakt mit den Firmen direkt. So. Es ist natürlich auch dann leichter, wenn man schon Werkstudent dort ist, nochmal nachzufragen, wie sieht es jetzt nach dem Studium miteinander aus? Aber auch um dann mal ein bisschen herausfiltern zu können, was ist jetzt Studien von dem Inhalt, was ich da gelernt habe und wie wird es dann in der Praxis angewendet? Weil da gibt es ja dann doch noch vielleicht den einen oder anderen Unterschied. >> Geena Harmuth: Ah, OK. Dann würde mich interessieren, fandst du es schwer in das Jobleben zu finden oder einen Job zu finden? >> Manuel Fessen: Den Job selber zu finden war jetzt nicht so schwierig, weil ich das in dem gleichen Arbeitgeber gemacht habe, wie ich jetzt meine Werkstudentenstelle dahinter hatte. Aber natürlich war, sage ich mal, die ersten paar Monate schon eine Umstellung dahinter. Das Studium, Studienleben versus das Berufsleben dann in der Vollzeit ist unterschiedlich. Ich sage nicht, dass das eine anstrengender ist als das andere, aber es ist eben unterschiedlich anstrengend. >> Geena Harmuth: Okay, dann würde mich noch interessieren, jetzt ganz speziell, ob du mal mit dem Gedanken gespielt hast, einen Master zu machen, weil den Master gibt es ja auch erst seit anderthalb Jahren, meine ich. >> Manuel Fessen: Exakt. Also habe ich - genau das habe ich damals gemacht. Ich hatte die Auswahl, ich studiere den Master Informatik dann an der HRW oder ich schaue mich ganz woanders um oder ich hatte eben das Job Angebot von Arbeitgeber dann quasi auf dem Tisch liegen und da habe ich mich dann sehr schnell entschieden gegen den Master. Ich habe es dann noch ein, zwei Semester versucht parallel zu machen, aber das hat nicht geklappt. Das war damals noch nicht dafür ausgelegt. Dann, als wir den MTI, also Technik Interaktion Master, noch mal als Angebot hatten, hatte ich es mir auch noch mal angeschaut, aber habe dann festgestellt, brauche ich jetzt nicht mehr. >> Olaf Brinkmann: Manuel, der Leitgedanke an der HRW lautet ja "Never stop growing". Was bedeutet dieser Satz denn für dich vielleicht besonders im Rückblick auf deinen Weg? >> Manuel Fessen: Es ist ein weitreichender, prägender Satz, der in die ähnliche Richtung geht, habe ich da im Kopf vom ehemaligen Vorstand von uns. Er hat gesagt, es wird nie wieder so langsam sein wie heute und es stimmt nun mal einfach. Die Welt entwickelt sich weiter, wir kriegen immer mehr Informationen, die man auf einmal in irgendeiner Form verarbeiten muss. Und auch man selber möchte ja sich weiterentwickeln. Das macht ja auch Spaß. Also wenn du mir jetzt in fünf Jahren, Manuel, bist im gleichen Stand, kannst das Gleiche, hast den gleichen Wissensstand, das wäre für mich eine halbe Dystopie. >> Olaf Brinkmann: Und Geena, welchen Rat würdest du jemandem geben, der überlegt, Mensch Technik Interaktion zu studieren? Was braucht es, um gut in diesem Studium anzukommen? >> Geena Harmuth: Erst einmal natürlich das Interesse dafür und ich hatte selber Zweifel, ob ich nach meinem E Commerce Bachelor überhaupt den Master in Mensch Technik Interaktion machen kann. Aber ich bin super gut da angekommen und ich hatte auch gar keine Probleme, wenn man mal ein bisschen engagiert ist, dann schafft man das auf jeden Fall. >> Olaf Brinkmann: Wir sind tatsächlich schon am Ende. Ganz, ganz herzlichen Dank, Geena und Manuel, für eure offenen Einblicke, eure Erfahrungen und eure Perspektiven auf Mensch Technik Interaktion und das als Studierende und auch als Absolvent. Dankeschön für das Gespräch. >> Manuel Fessen: Danke. >> Geena Harmuth:Danke. >> Olaf Brinkmann: Wenn euch diese Folge gefallen hat, abonniert unseren Podcast, teilt ihn mit euren Freundinnen und Freunden und schaut auf unserer HRW Webseite vorbei. Dort findet ihr alle Infos zu unseren Studienmöglichkeiten. Ich sage danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Euer Olaf Brinkmann. Transkribiert mit Headliner.com, redaktionell nachbearbeitet