Köpfe der HRW, ein Podcast der Hochschule Ruhrwest. Nachhaltig in die Zukunft. So sorgt die HRW für Klimaschutz. Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge von Köpfe der HRW. Olaf Brinkmann: Mein Name ist Olaf Brinkmann und ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid. Wie ist das eigentlich? Kennt ihr euren ökologischen Fußabdruck? Wisst ihr, wo ihr da steht? Mein heutiger Gast weiß das und nicht nur das. Er überlegt sich nicht nur für sich selbst, wie er nachhaltiger unterwegs sein kann. Er macht das auch für unsere komplette Hochschule. Dr. Tobias Matusch ist der Klimaschutzmanager der HRW. Was seine Aufgaben sind, das verrät er gleich. Jetzt sage ich erst mal Hallo, Herr Matusch. Schön, dass Sie heute da sind. Dr. Tobias Matusch: Hallo Herr Brinkmann, ich grüße Sie. Olaf Brinkmann: Wollen wir beim Sie bleiben oder wollen wir Du sagen? Dr. Tobias Matusch: Sehr gerne können wir zum Du wechseln. Olaf Brinkmann: Jawohl, Tobias, ich bin Olaf. Erzähl erst mal kurz ein bisschen über dich selbst. Ich weiß, du hast schon richtig viel gemacht. Du warst sogar schon einige Zeit in Vietnam. Dr. Tobias Matusch: Richtig. Ich bin Geograf vom Hause aus mit Leidenschaft und bin die letzten Jahre an einigen Hochschulen und Universitäten gewesen. Zwei Jahre in Vietnam, von 2015 bis 2017. Da hat mich das Fernweh gepackt. Ich war Entwicklungshelfer in Hanoi und in Xuan Mai an der Vietnam National University of Forestry. Dann war ich in Heidelberg eine Zeit lang und dann in Cottbus. Und jetzt bin ich glücklicherweise hier in Mülheim an der Hochschule Ruhrwest gelandet. Olaf Brinkmann: Genau, und jetzt bist du seit 2023 hier und bist Klimaschutzmanager. Was ist denn da deine Hauptaufgabe? Dr. Tobias Matusch: Als Klimaschutzmanager ist die Hauptaufgabe, dass ich in diesen zwei Jahren, die ich angestellt bin, erst mal als Drittmittelprojekt ein Klimaschutzkonzept entwickle. Das ist jetzt kurz vor der Vollendung. Und dann werden wir uns als Hochschule überlegen müssen, wie wir das umsetzen und fortführen. Olaf Brinkmann: Du arbeitest an einem integrierten Klimaschutzkonzept. Was genau bedeutet denn da das Wort integriert? Dr. Tobias Matusch: Integriert heißt, dass es verschiedene Handlungsfelder gibt. Es integriert verschiedene Komponenten. Es ist nicht nur ein Konzept, das in der Schublade liegt, sondern die Integration von verschiedenen Komponenten und Handlungsfeldern. Wir betrachten dabei das Thema Energie, Mobilität, Ernährung, Beschaffung, aber auch Governance und Lehre. Diese verschiedenen Komponenten integrieren wir in das Konzept und treiben so Klimaschutz und Nachhaltigkeit voran. Olaf Brinkmann: Wo entstehen denn an der Hochschule die Emissionen? Dr. Tobias Matusch: Überwiegend bei jedem Einzelnen. Ich glaube, der Hauptemittent ist die Mobilität. Also wie Mitarbeitende und Studierende zur Hochschule kommen. Natürlich machen wir im Winter die Heizung an und im Sommer kühlen wir die Gebäude. Also Energie, Strom und Wärme sind große Emittenten. Und auch die Beschaffung. Wir verbrauchen Papier, bestellen Geräte, Computer. Auch das verursacht Emissionen. Olaf Brinkmann: Dein Konzept steht fast. Was hat die Hochschule in den nächsten fünf oder zehn Jahren für Ziele? Dr. Tobias Matusch: Ganz steht es noch nicht fest. Ziel ist natürlich, irgendwann treibhausgasneutral zu sein. Das wird aber eher in den nächsten Jahrzehnten passieren. Was wir machen wollen, ist der Ausbau von PV-Anlagen. Wir haben schon einige, aber das soll großflächiger werden. Wir sind dabei, den Fuhrpark zu elektrifizieren. Wir hoffen, dass es künftig Ladesäulen auch für private Fahrzeuge gibt. Auch nachhaltige Beschaffung ist ein Thema. Das sind Dinge, die in den nächsten Jahren Schritt für Schritt umgesetzt werden sollen. Olaf Brinkmann: Du hast die Ladesäulen schon angesprochen. Wie geht es da voran? Dr. Tobias Matusch: Es gibt aktuell fünf Ladesäulen für Dienstfahrzeuge. Wir haben drei neue Elektrofahrzeuge bekommen. Für private Nutzung ist das noch nicht freigeschaltet. Das soll aber kommen und großflächig ausgebaut werden. Es ist ein langer Weg, aber wir sind ein gutes Stück vorangekommen. Vielleicht haben wir Ende 2025 oder 2026 die Möglichkeit, dass Ladesäulen an beiden Standorten vorhanden sind. Was das Laden von E-Bikes angeht, wird 2025 ein Fahrradparkhaus mit Lademöglichkeiten gebaut, zunächst am Campus Mülheim. Olaf Brinkmann: Wie gut ist das Thema Klimaschutz schon bei jedem Einzelnen angekommen? Dr. Tobias Matusch: Da gibt es noch Potenzial nach oben. In Gesprächen ist das Thema präsent. Die Leute sind sich bewusst, was sie tun. Aber es ist schwer, Gewohnheiten zu ändern. Auch ich bin kein Vegetarier oder Veganer und esse gerne mal eine Currywurst. Wenn man 30 Kilometer entfernt wohnt und keine gute ÖPNV-Anbindung hat, sind die Alternativen begrenzt. Die Menschen haben ihren Alltag mit Familie, Arbeit und Freizeit. Das zu ändern, ist eine Herausforderung und braucht Zeit. Olaf Brinkmann: Klimaschutz geht nur gemeinsam. Dr. Tobias Matusch: Genau. Es reicht nicht, wenn einzelne es machen. Olaf Brinkmann: Was kann jeder sofort tun? Dr. Tobias Matusch: Die Frage, wie man zur Arbeit kommt. Vielleicht Fahrrad oder Bus statt Auto. Fahrgemeinschaften sind eine Möglichkeit. Dann Ernährung. Was isst man, was bringt man mit? Und Strom sparen. Rechner ausschalten, Monitore aus, Heizung bewusst nutzen, richtig lüften. Das sind einfache Dinge, die wirksam sind. Olaf Brinkmann: Wo gibt es Hindernisse bei deinen Plänen? Dr. Tobias Matusch: Es gibt rechtliche Rahmenbedingungen. Es gibt hohe Investitionskosten, zum Beispiel für PV-Anlagen oder Ladesäulen. Und es gibt die Frage der Akzeptanz. Wenn Maßnahmen nicht angenommen werden, ist es schwierig, sie auszubauen. Gewohnheiten zu ändern, etwa bei Mobilität oder Ernährung, ist nicht einfach. Olaf Brinkmann: Die HRW möchte ein Ort des Wachsens sein. Was bedeutet das für dich? Dr. Tobias Matusch: Wir müssen Klimaschutz und Nachhaltigkeit wachsen lassen. Wir müssen mehr dafür tun und uns befähigen, das umzusetzen. Ich sehe viele positive Entwicklungen. Viele Kolleginnen und Kollegen arbeiten daran, auch in Lehre und Forschung. Ich bin optimistisch. Olaf Brinkmann: Was brauchst du selbst, um erfolgreich zu sein? Dr. Tobias Matusch: Es gibt zwei Ebenen. Einmal das Klimaschutzmanagement selbst. Dafür braucht es langfristige Sicherung und Finanzierung. Es braucht Rahmenbedingungen und Freiheiten. Und es braucht gute Kolleginnen und Kollegen. Das ist an der Hochschule gegeben. Olaf Brinkmann: Das klingt gut. Tobias, wir sind am Ende dieser Folge. Vielen Dank für das Gespräch. Dr. Tobias Matusch: Ich danke dir, Olaf, für die Fragen. Olaf Brinkmann: Liebe Hörerinnen und Hörer, wenn euch dieses Format gefällt, dann unterstützt uns bitte. 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