Olaf Brinkmann: Köpfe der HRW, ein Podcast der Hochschule Ruhrwest. Beraten und coachen, wie die HRW ihre Beschäftigten unterstützt. Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge von Köpfe der HRW. Mein Name ist Olaf Brinkmann. Wir freuen uns riesig, dass ihr dabei seid. Ihr wisst ja sicher, dass wir hier in diesem Podcast hinter die Kulissen gucken. Wir schauen einfach mal, wer sorgt Tag für Tag mit seiner Arbeit dafür, dass die HRW ein Ort des Wachsens ist. Wer setzt den Claim Never Stop Growing um? Heute spreche ich darüber mit Murat Keskin. Er ist Personalentwickler an der HRW und hat das Wachstum quasi per Stellenbeschreibung an Bord. Er schaut, wie er die Mitarbeitenden in ihren Rollen und auf ihrem Weg beraten und unterstützen kann. Hallo Herr Keskin, schön, dass Sie da sind. Herzlich willkommen. Murat Keskin: Hallo Herr Brinkmann. Olaf Brinkmann: Gleich zu Beginn wie immer die Frage. Wie wollen wir es halten? Sie oder du? Murat Keskin: Sehr gerne per Du. Olaf Brinkmann: Ja gerne, ich bin der Olaf. Murat, seit wann bist du an der HRW und wie hat es dich in die Personalentwicklung verschlagen? Murat Keskin: Ich bin ziemlich genau seit anderthalb Jahren jetzt an der HRW. Ich habe angefangen in Teilzeit und dann fand ich die HRW so toll, dass ich in Vollzeit rübergekommen bin. In die Personalentwicklung hat es mich relativ stringent verschlagen. Eigentlich komme ich aus der Wissenschaft und war vorher am Lehrstuhl für Arbeit, Personal und Führung unterwegs. Das heißt, das ist eigentlich auch genau das, wo ich beheimatet bin. Die Personalentwicklung als Instrument von dem Human Resource Management, an dem ich vorher tätig war in der Wissenschaft. Da habe ich auch bisher meine Karriere hingelegt, sowohl fachlich als auch in der Praxis. Und daher bin ich von Haus aus Personaler mit besonderem Mehrwert in der Entwicklung von Arbeits- und Personalprozessen. Olaf Brinkmann: Und du gehörst an der HRW zum Dezernat 1. Wie groß ist dein Team, also die Organisations- und Personalentwicklung? Murat Keskin: Zur Organisations- und Personalentwicklung gehört jetzt ein vierköpfiges Team inklusive der Führung. Das heißt, wir sind zu fünft insgesamt. Und das Dezernat 1, ich glaube, das sind so circa 30 Personen. Ganz unterschiedlich. Olaf Brinkmann: Wenn ich dich bitten würde, an eine Pinnwand Zettel zu heften mit den Menschen, für die ihr da seid, wen notierst du da? Murat Keskin: Da haben wir ganz unterschiedliche Zielgruppen. Ich würde einfach mal irgendwo anfangen. Da wäre zum Beispiel erst mal die Unterscheidung zwischen den Mitarbeitenden der Technik und Verwaltung und den Wissenschaftlern. Dazu fallen mir zum Beispiel die wissenschaftlichen Mitarbeitenden ein, die Profs oder auch die Dekane. Auf der anderen Seite bei den Technik- und Verwaltungsmitarbeitenden sind es die Fach- und Führungskräfte. Also wirklich allerlei. Auch das Präsidium. Das heißt, jede Ebene, die mitarbeitend ist an der HAW, mit Ausnahme der Studierenden, ist eigentlich unsere Zielgruppe, die wir bespielen. Olaf Brinkmann: Und jetzt gebe ich dir noch mal drei Zettel. Oder reichen überhaupt drei? Was sind eure Hauptaufgaben? Murat Keskin: Unsere Hauptaufgabe in der Personal- und Organisationsentwicklung ist es eigentlich, Personalentwicklungsinstrumente einzusetzen, um der Veränderungsdynamik der Arbeitswelt gerecht zu werden. Das heißt, wir machen ganz konkrete Maßnahmen, um unsere Mitarbeitenden, die schon sehr kompetent sind an solch einer Hochschule, noch besser dastehen zu lassen. Was sind Bedarfe, die unsere Mitarbeitenden haben, und wie können wir die ganz individuell oder auch auf größerer Ebene entwickeln, sodass sie dahin kommen, wo sie hinwollen, müssen oder auch möchten? Olaf Brinkmann: Lass uns mal ganz konkret schauen. Zuerst mal auf die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wie unterstützt ihr die? Murat Keskin: Für unsere Neuen haben wir ein richtig cooles Onboarding-Programm. Das nennt sich die HR Welcome Days. Und das liegt uns ganz besonders am Herzen, dass man, wenn man bei uns anfängt, nicht einfach irgendwo reingeschmissen wird, sondern schön begleitet wird. Insbesondere auch durch unsere Instanz der Personalentwicklung. Die HR Welcome Days sind eine Veranstaltung, wo wir als Personalentwicklung die Neuen an die Hand nehmen und mal über den Bottroper Campus und den Mülheimer Campus führen. Sie dürfen auch die einzelnen Fachbereiche kennenlernen, bekommen einen Einblick in die Forschungsprojekte, die dort gemacht werden. Das ist eine super Plattform, wo man sich vernetzen kann mit denen, die auch gerade neu angefangen haben. Das heißt, unsere neuen Schäfchen haben ein tolles Auffangbecken bei uns, wo sie erst mal loslegen dürfen. Olaf Brinkmann: Was ist mit den Schäfchen, mit den Teams? Neu oder vielleicht schon länger formiert. Was könnt ihr da machen oder anbieten? Murat Keskin: Teambuilding oder zumindest Teammaßnahmen, das ist so ein bisschen mein Baby. Ganz unterschiedlich, je nachdem, wo gerade das Team steht. Ob es noch in einer anfänglichen Gründungsphase ist, gerade Mitarbeitende neu dazugekommen sind oder Veränderungsdynamiken stattgefunden haben. Oder ob ein lang etabliertes Team da ist. Teambildende oder teamentwickelnde Maßnahmen, sei es die Begleitung in Form eines Teamcoachings meinerseits oder durch Kolleginnen und Kollegen. Wir schauen: Wo steht das Team gerade? Wo möchte es hin? Zum Beispiel über Ziele und Visionen sprechen, über Rollen, Zuständigkeiten, Aufgaben und Projekte. Also sehr konkrete Zuordnungen machen. Oder auch in einem ersten Schritt überhaupt teambildende Maßnahmen machen. Das heißt: Wer sind wir eigentlich? Als was identifizieren wir uns? Was macht uns besonders? Da so eine Begleitung an die Hand zu nehmen als Coaches, da sehen wir eine ganz große Aufgabe unsererseits. Olaf Brinkmann: Und du hast schon gesagt, Führungskräfte coacht ihr auch. Wie coacht ihr die? Was gibt es da? Murat Keskin: Da haben wir ganz unterschiedliche Angebote. Wir bieten individuelle Coachings an. Jede Führungskraft hat ja ihre eigenen Herausforderungen. Dann setzen wir mit unserer Expertise auf unseren Trainerpool und schauen, wer vielleicht für dich ganz gut passen könnte. So eine Begleitung im Arbeitsalltag als unterstützende Leistung. Neben dieser individuellen Beratung schaffen wir auch Angebote, die für alle unsere Führungskräfte gelten. Zum Beispiel Stress- und Resilienztraining oder teambildende Maßnahmen mit neuen Methoden, die wir anwenden. Zum Beispiel das Lego Serious Play. Also spielerisch mit Lego ranzugehen und zu sagen: Wir machen jetzt mal etwas für euer Team und stärken dabei auch noch das Thema Entrepreneurial Mindset, was uns besonders wichtig ist. Dieses Hands-on, einfach mal anpacken. Das funktioniert super gut mit dieser Methode. Olaf Brinkmann: Da musst du mir aber sagen, wie das funktioniert. Was genau passiert da? Murat Keskin: Das war eine coole Geschichte, die letztes Jahr initiiert wurde. Zum Dezember hin haben wir zwölf Lego Serious Play Facilitator ausgebildet, also Trainerinnen und Trainer, die diese Methode anwenden können. Da wird dieses Thema Lego wirklich dinglich gemacht für Arbeitsprozesse. Zum Beispiel stellt der Trainer eine Frage und die Leute bauen darauf los, was sie glauben, was die Antwort sein könnte. Beispielsweise: Baue deinen idealen Kollegen. Dann legst du als Olaf los und zeigst spielerisch Eigenschaften auf, die dir wichtig sind. Was dein Kollege oder deine Kollegin mitbringen sollte. Wenn das alle im Team machen, haben wir ein super Ergebnis, das man teilweise gar nicht so herausbekommen würde. Olaf Brinkmann: Aber wie baut man Kollegialität aus Lego? Murat Keskin: Das ist die Frage, die sich dann jeder selbst stellen muss. Man stellt Fragen, auf die man per se keine direkte Antwort hat. Das macht die Methode besonders. Es ist das, was du als richtig erachtest. Also das, was du als Kollegialität siehst. Dann haben wir ein tolles Bild. Nehmen wir an, wir sind sechs Personen im Team und bauen das Thema Kollegialität. Dann sehen wir, wie unterschiedlich wir eigentlich darüber denken. Du verstehst vielleicht etwas ganz anderes darunter als jemand anderes. Und vielleicht muss das erst mal in Einklang gebracht werden. Die Methode zeigt symbolisch und plakativ mit dem, was du gebaut hast, was du eigentlich denkst oder fühlst. Olaf Brinkmann: Klasse, super. Ganz coole Methode. Was ist denn, wenn ich jetzt mit so einem ganz individuellen Thema zu euch komme? Vielleicht arbeite ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter oder wissenschaftliche Mitarbeiterin und stecke in meiner Promotion fest. Macht ihr da auch Angebote? Murat Keskin: Ja, wir haben natürlich auch oftmals sehr individuelle Anfragen. Jeder hat seinen eigenen Entwicklungspfad, den er oder sie gehen möchte. Dann stehen wir als beratende Experten zur Seite und schauen, wer die richtige Expertin oder der richtige Experte sein könnte, der unterstützen kann. Unsere fachliche Expertise ist auch irgendwo begrenzt. Wir haben aber einen großen Trainerpool, auf den wir zurückgreifen können. Oder auch Kontakte in dieser PE-Landschaft über das Universitätsnetzwerk. Dann hören wir mal rein, wer vielleicht das passende Unterstützungsangebot leisten könnte. Oftmals sehen wir aber auch einen kollektiven Bedarf und schauen aus diesem Einzelbedarf heraus, wie man ein Angebot schaffen kann, das nicht nur einer Person hilft, sondern der Gemeinschaft der HRW. Das ist unser Bestreben. Aber auch ganz individuelle Dinge nehmen wir uns an und schauen, wie wir eine gute Lösung finden können. Olaf Brinkmann: Themen, die viele betreffen, sind vermutlich auch Zeit- und Stressmanagement. Murat Keskin: Zum Beispiel. Das ist eines der Klassikerangebote, die wir versuchen, immer in unserem Portfolio zu halten. Auch ausgerichtet auf unterschiedliche Zielgruppen. Das heißt, Zeit- und Stressmanagement kann für eine Führungskraft ganz anders wirken als für jemanden, der gerade in der Promotion steckt. Olaf Brinkmann: Wie oder wo erfahre ich überhaupt, was angeboten wird? Murat Keskin: Ganz einfach. Erst mal über die Homepage. Wenn man bei uns auf die HRW-Seite geht und unter Personal- und Organisationsentwicklung schaut, haben wir dort einen Veranstaltungskalender, wo die nächsten Events stehen. Wir haben uns aber auch auf die Fahne geschrieben, aktiv auf die Leute zuzugehen. Wenn du danach suchst, findest du es auf der Homepage. Wenn wir ein Angebot für eine bestimmte Zielgruppe schaffen, versuchen wir das auch über unsere Kommunikationskanäle zu verbreiten. Also über Anrufe, E-Mails oder andere Wege. Zu sagen: Hey Olaf, für dich haben wir da was. Stressmanagement wäre super. Du bist herzlich willkommen zum nächsten Training. Olaf Brinkmann: Wir haben jetzt viel darüber gesprochen, wie ihr dafür sorgt, dass die Beschäftigten an der HRW sich entwickeln können und wachsen können. Wie kannst du denn an der HRW wachsen? Murat Keskin: Mit jeder Herausforderung, die reinkommt. Ich schmeiße mich da gerne immer wieder ins kalte Wasser und bin super dankbar dafür, wie sehr Aufgaben und Verantwortung an einen herangetragen werden. Man traut uns als Personalentwicklung sehr viel zu. Das führt immer wieder zum Wachstum, dass ich Aufgaben habe, vor denen ich stehe, die ich vorher so noch nicht gemacht habe. Zum Beispiel die Moderation von einem neu berufenen Event für Professorinnen. Ich saß selten in einem Raum mit 15 oder 16 Professorinnen und habe das Ganze moderiert. Aber das erste Mal war dann auch ein gutes Mal. Oder eine Podcastaufzeichnung machen. Olaf Brinkmann: Oder auch das. Murat Keskin: Genau. Einfach mal mutig sein. Das charakterisiert uns, glaube ich, auch. Zu sagen: machen. Olaf Brinkmann: Wenn du einen Wunsch frei hättest. Was wäre die bestmögliche Wirkung, die von dieser Podcastfolge ausgeht? Murat Keskin: Unser Bekanntheitsgrad. Dass die Leute sagen: Der klang doch sympathisch. Vielleicht so sehr, dass ich mich jetzt mal traue, eine E-Mail hinzuschicken und mein Anliegen preiszugeben. Zum Beispiel zu sagen: Wir stecken gerade als Team hier oder da fest. Was habt ihr da für ein Unterstützungsangebot? Oder auch zu sagen: Ich stecke in meiner persönlichen Entwicklung gerade hier und dort und es wäre denkbar, dass vielleicht ein Angebot dafür geschaffen wird. Dass das einfach ein bisschen ins Bewusstsein der Mitarbeitenden kommt. Dass sie sagen: Die sind ganz nett in der PE. Da frage ich doch mal an. Olaf Brinkmann: Die sind auf jeden Fall ganz nett in der PE. Murat, vielen lieben Dank für das spannende Gespräch. Murat Keskin: Dankeschön. Olaf Brinkmann: Sehr gerne. Danke auch, liebe Hörerinnen und Hörer. Das war die dritte Folge von Köpfe der HRW. Unser Podcast ist noch ganz neu und deswegen die Bitte: Teilt unsere Folgen, damit wir schnell bekannt werden. Ihr könnt sie Kommilitoninnen und Kommilitonen senden oder natürlich auch Kolleginnen und Kollegen. Und setzt bitte auch den Haken fürs Abo. Dann werdet ihr informiert, wenn die nächste Folge da ist. Eine besondere Freude macht ihr uns auch mit einer Rezension bei Apple Podcasts oder ein paar Sternchen bei Spotify. Jetzt sage ich Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. Euer Olaf Brinkmann.