(Transcribed by TurboScribe.ai. Go Unlimited to remove this message.) Der hrw-Podcast der Wissenschaft. In dieser Folge digitaler Werkzeugkoffer. Das ist HappyKid. Hallo und herzlich willkommen beim hrw-Podcast der Wissenschaft. Ich bin Olaf Brinkmann und ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid. Heute sprechen wir über ein Thema, das für jeden von uns wichtig ist. Mentale Gesundheit. Gerade für Studierende kann der Hochschulalltag nämlich sehr herausfordernd sein. Leistungsdruck, Prüfungsstress und auch die Balance zwischen Studium, Job und Privatleben. Das ist oft gar nicht so leicht zu bewältigen. Und genau hier setzt das Projekt HappyKid an. Es soll Studierenden helfen, mentale Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und einfache und interaktive Lösungen direkt in die Lehre zu integrieren. Verantwortlich für die Koordination dieses spannenden Projekts ist Maike Graf und sie ist heute mein Gast. Hallo Maike, schön, dass du da bist. Hallo Olaf, danke, dass ich dabei sein darf. Maike, unsere Hörerinnen und Hörer wollen dich natürlich erst einmal ein bisschen kennenlernen und deswegen spielen wir wie immer unser kleines Spiel. Ich stelle dir einige Fragen und du wählst zwischen zwei Antworten, okay? Aufregend, ja, ich bin dabei. Am Morgen Meditation oder Yoga? Eher Yoga. Eher Yoga. Beim Arbeiten Musik im Hintergrund oder absolute Ruhe? Tatsächlich absolute Ruhe. Morgens produktiv oder erst ab dem Nachmittag im Flow? Erst ab dem Nachmittag. Maike, geht mir genauso. Du gehörst zum Institut Informatik. Seit wann bist du da und was sind da deine Aufgaben? Ich bin, ich würde immer noch sagen, recht frisch da. Das ist witzig. Ich bin jetzt ein halbes Jahr da, aber für mich ist es immer noch so die Anfangszeit. Ich bin seit Mitte Oktober 2024 dort als wissenschaftliche Mitarbeiterin angestellt für das Projekt Happy Kid und das ist so meine Hauptaufgabe. Kannst du mal erklären, worum geht's bei Happy Kid? Also das Happy Kid ist immer der Klassiker. Das erste, die erste Erklärung dazu ist eigentlich Kid hinten mit T, mit T. Richtig. Genau, also wir hoffen hinterher, dass wir ganz viele Happy Kids mit DS hinten haben, ganz viele Happy Students. Aber das Happy Kid ist, wie das Wort Kid eben sagt, ein Baukasten, einen Werkzeugkoffer, den wir mit Tools füllen möchten, die wir selbst erarbeitet haben, um letztendlich die mentale Gesundheit, das psychische Wohlbefinden von Studierenden präventiv, das ist das nächste Starkwort, zu steigern. Und das eben im Rahmen der Lehre, also im Rahmen der Lehre und des Hochschulkontakts rein theoretisch. Gehen wir gleich noch genauer darauf ein. Welche Herausforderungen gibt es denn aktuell besonders häufig für Studierende? Ja, da hattest du am Anfang ja schon so ein paar genannt. Das sind immer noch die Klassiker, würde ich sagen, die Balance vor allem zu finden aus Privatleben und aus dem Alltag. Und das Privatleben, muss man sagen, ist das aktuell bei Studierenden, sieht das schon ganz, ganz anders aus, als wir es vielleicht noch kennen von vor 30 Jahren, als andere jetzt auch zurzeit Dozierende studiert haben. Denn da gibt es doch immer mehr Herausforderungen, sei es Care Arbeit, vielleicht auch andere Konflikte, die man im Alltag hat und kennt. Und da letztendlich kommt es immer wieder zu höheren Belastungen. Das ist ein Faktor, würde ich sagen. Der Leistungsdruck wird auch immer höher. Es wird immer wieder beschrieben von Studierenden. Ja, immer kürzere Zeiten, sehr viel Gebalter, Stress, der da eigentlich reinkommt. Und dann letztendlich kann man sagen, dass seit der Corona-Pandemie da auch noch ein paar andere Faktoren mit reinspielen. Damals ging das eigentlich los, als gesagt wurde, es spielt Einsamkeit mit rein im studentischen Leben, auch im studentischen Alltag. Dann aber auch die soziale Verknüpfung letztendlich auch wieder hinterher erst mal aufzubauen. Das ist jetzt so ein bisschen der Struggle, würde ich sagen, den die aktuelle Kohorte hat, also zurück ins richtige Leben zu kommen. Und da spielt natürlich mentale Gesundheit letztendlich in allen Bereichen irgendwo auch mit rein. So und jetzt das Happy Kid. Was genau kann das Happy Kid den Studierenden bieten oder was soll es ihnen bieten? Gibt es konkrete Beispiele? Ihr sprecht ja von einem digitalen Werkzeugkoffer. Erzähl mal. Genau, also der digitale Werkzeugkoffer wird stattfinden auf Moodle. Moodle ist eine Online-Plattform. Das kennen eben alle HRW-Zugehörigen. Und das ist erst mal das Format, über das wir den Kurs bespielen und auch eben zur Verfügung stellen möchten. Warum? Natürlich, weil das eben an der HRW einfach integriert ist und dementsprechend alle Lehrenden darauf zugreifen können. Und in diesem Kurs möchten wir diese Tools zur Verfügung stellen. Und das sind letztendlich so kleine, man könnte sagen Intervention, so kleine Methoden oder Maßnahmen, die basieren auf der positiven Psychologie. Das ist ein bestimmter Ansatz in der Psychologie durch kleine Übungen, die sich in den Hochschulkontext integrieren lassen. Also beispielsweise ein Dankbarkeitstagebuch. Das kann man jederzeit so einfach führen, sich jeden Abend beispielsweise zu fragen, für welche drei Dinge bin ich denn heute dankbar? Und es ist interessant, weil wirklich die Studienlage so eindeutig ist, dass das Gefühl von Dankbarkeit und sich auch zu fragen, warum bin ich denn dankbar, mit einem enorm erhöhten subjektiven Wohlbefinden einhergeht, einer erhöhten Lebenszufriedenheit, zum Teil auch mit verringerten Depressionssymptomatiken. Das wäre dann schon wirklich ein weites Ergebnis. Und das haben wir übertragen auf den Hochschulkontext und haben zum Beispiel uns überlegt, man könnte doch auch diese Dankbarkeit auf Veranstaltungen übertragen. Und das so ein bisschen Frame im Sinne von, wofür bin ich dankbar im Rahmen dieser Vorlesung beispielsweise? Was habe ich in den letzten zwei Stunden gelernt? Was war ein interessanter Fakt? Welche Begegnung war nett? Welche Methode war gut? Also was ist eigentlich gut gelaufen letztendlich? Und das zu sammeln, das kann dann für sich dienen, dass man eben das Gefühl von Dankbarkeit hat, kann aber natürlich auch genauso ganz nett sein als Zusammenfassung von einer Veranstaltung. Also was haben wir eigentlich in den letzten zwei Stunden gemacht? Moderiert von den Lehrenden? Im Idealfall moderiert von den Lehrenden, so ist es angesetzt. Das Happy Kid steht immer zur Verfügung und Lehrende können dadurch, dass sie den Zugriff haben, einfach mal durchschauen und sich inspirieren lassen von unseren Tools und überlegen, welche passen denn ganz gut zu mir, welche passen in meine Veranstaltung und was möchte ich denn fördern? Also, dass ich als Lehrperson mir sagen kann, ich möchte die Atmosphäre positiv beeinflussen. Dann schaue ich mal, welche Tools sind denn dafür geeignet. Kannst du da mal noch ein, zwei konkrete Beispiele nennen? Also beispielsweise, wenn jetzt das Ziel ist, dass die Studierenden besser zusammenarbeiten, was ist da denn speziell das Tool? Also wir haben speziell für den Bereich der Zusammenarbeit und auch so in dem wissenschaftlichen Bereich würden wir sagen, Beziehungen fördern. Das ist eine Säule von tatsächlich, ja, Lebenszufriedenheit unter dem PERMA-Modell. Das R steht für Relationships, also wirklich für gute Beziehungen. Da haben wir zwei Ideen und zwar ist das eine ein Tool, das nennen wir Best Possible Team. Also, dass man sich wirklich mal überlegt, was ist denn meine Vision für eine gute Zusammenarbeit? Was sind vielleicht meine Werte, die ich da zugrunde legen würde? Ich schreibe das runter, das machen meine Teammitglieder genauso und wir kommen einfach darüber ins Gespräch und haben quasi eine Vision davon, was wir wollen. Und das andere ist der sogenannte Bell-Bean-Test. Das ist ein Team-Rollen-Test. Jede einzelne Person schaut da durch und beantwortet spezifische Aussagen für den Arbeitsstil. Also, wie arbeite ich gerne, welche Rolle nehme ich gerne in einem Team ein und kriege dann eine Auswertung davon? Und so weiß man eben auch, dass Teams, die gemischt sind mit unterschiedlichen Charakteren, mit unterschiedlichen Team-Rollen aus verschiedenen Bereichen, sehr viel kreativer zum Beispiel arbeiten, effizienter arbeiten, innovativer. Und das sind alles ja auch so Grundsätze an der HRW, die gefördert werden sollen. Und das haben wir auch im Bereich der Beziehungen angeordnet und finden, dass das gerade zu Beginn von Projektarbeiten, die auch häufig stattfinden oder von Gruppenarbeiten, wirklich eine andere Team-Dynamik nochmal reinbringen kann oder auch eine andere Team-Zusammensetzung. Das ist ja auch eine Erfahrung oder ein Input. Wenn ich den mitnehme ins Berufsleben, ist das ja wahnsinnig hilfreich. Absolut, finde ich auch. Ich finde auch den Begriff von Future Skills da wieder recht passend. Das ist ein Future Skill, der definitiv notwendig ist und der definitiv in verschiedensten Seminaren, Veranstaltungen auch verankert werden sollte. War das denn jetzt schon ein Beispiel für die positive Psychologie, über die wir vorhin schon gesprochen haben? Oder kannst du da nochmal ein extra Beispiel nennen? Für die positive Psychologie an sich, was darunter verstanden wird? Genau. Der Gedanke davon ist, wir schauen, welche Bereiche im Leben tragen zu einem erfüllten Leben bei? Es gibt das sehr bekannte Modell, es ist das PERMA-Modell, oft das wir uns auch stützen. Das sind fünf Bereiche. Diese fünf Bereiche tragen zum Wohlbefinden bei, wenn sie verankert sind im eigenen Leben. Wofür steht denn PERMA? Also das P steht für positive Emotions, also positive Emotionen. Das E steht für Engagement, Engagement, eine Tätigkeit zu haben, in der man aufgehen kann. R habe ich schon angerissen, R steht für Relationships, also positive Beziehung. Das M, da sind wir gelandet bei Meaning, also was ist sinnstiftend für mich? Was möchte ich verfolgen? Was gibt meinem Leben einen wirklichen Sinn? Und das A steht für Accomplishment oder Achievement, also sich Ziele setzen zu können, die zu erreichen und dann sich dafür aber auch durchaus zu feiern und stolz empfinden zu können, wenn ich etwas erreicht habe, was im Idealfall wahrscheinlich auch noch mit dem Sinn meines Lebens oder mit bestimmten Charakterstärken von mir zusammenhängt. Das Projekt läuft über zwei Jahre. Wann sind die denn um und was passiert nach dem Ende der Laufzeit? Das Projekt läuft bis Oktober 2026, das heißt jetzt noch gut anderthalb Jahre, die wir Zeit haben und dann hoffe ich natürlich sehr, dass wir innerhalb der nächsten anderthalb Jahre auch noch Verknüpfung zu weiteren Stellen an der HRW schaffen. Also beispielsweise haben wir schon gesprochen mit der Hochschuldidaktik. Das ist natürlich aus einem hochschuldidaktischen Sinne total interessant, auch weitere Elemente in die Lehre zu integrieren und das ist letztendlich der Wunsch dahinter. Also es soll an der HRW bleiben, so dass Lehrende sich auch neu inspirieren lassen können und vielleicht, es gibt den Labelpreis hier an der HRW für gute Lehre, vielleicht könnte auch das ja mal ein Punkt davon sein. Also wie gut achte ich auf die mentale Gesundheit von Studierenden oder neuberufene ProfessorInnen? Werden auch darin ausgebildet, solche Elemente mit in ihre Lehre zu integrieren. Das wäre so meine Vision für das Happy Kid, auch nach Laufzeitende. Und dafür drücke ich alle Daumen. Meike, bis hierher erstmal ganz, ganz lieben Dank. Wir haben in unserem Podcast ja auch das Format Never Stop Growing und Du und ich stelle dir dafür jetzt drei Fragen und du antwortest ganz kurz und spontan, okay? Was brauchst du als HRW Mitarbeiterin, um mit Happy Kid auch selbst zu wachsen? Ich brauche vor allem kreativen Freiraum und ich brauche dafür den persönlichen Kontakt und deshalb ist es sehr schön, dass das jetzt auch mehr stattfinden kann und wir nicht mehr alle nur vor dem Laptop sitzen. Never Stop Growing soll ja nicht nur ein Claim sein, sondern auch gelebt werden. Wie spürst du das in deinem Alltag? Also ich merke diesen unfassbaren Willen, sich immer mit den neuesten Themen zu beschäftigen. Also ich muss sagen und zugeben an der Stelle, dass ich mit KI zum Beispiel wirklich nicht sehr bewandert bin und dass die HRW dementsprechend für mich eine unfassbare Möglichkeit ist, mich damit auseinanderzusetzen und dann auch das entsprechend zu nutzen, in meinen Alltag zu integrieren, vielleicht auch in den Lehralltag. Also da merke ich, dass die HRW immer so an vorderster Front ist, was Innovation und was Neuerungen angeht. Und wenn du nach vorn schaust, Meike, was ist dein nächstes Ziel? Mein nächstes Ziel ist, mich vorzubereiten auf Konferenzen, also noch besser das Happy Kid eigentlich auch präsentieren zu können und das jetzt an den Mann und an die Frau zu bringen und darüber einen Austausch zu kommen. Meike, wir sind am Ende des Podcasts. Vielen, vielen Dank für die spannenden Einblicke. Danke für das spannende Gespräch. Sehr gerne. Danke dir. Liebe Hörerinnen und Hörer, wenn euch unser Podcast gefällt, dann abonniert uns doch gerne, um keine Folge zu verpassen, empfiehlt uns weiter an Kommilitoninnen und Kommilitonen oder Kolleginnen und Kollegen, die sich für mentale Gesundheit oder Forschung an der HRW interessieren. Schaut auch gern in unsere weiteren Formate, zum Beispiel Köpfe der HRW. Dort erfahrt ihr mehr über spannende Berufsbilder und die Menschen, die hinter den Kulissen der Hochschule wirken. Danke fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal. (Transcribed by TurboScribe.ai. Go Unlimited to remove this message.)