Olaf Brinkmann: Der hrw-Podcast der Wissenschaft. In dieser Folge Bachelor und Ausbildung, so funktioniert das duale Studium. Hallo und herzlich willkommen beim hrw-Podcast der Wissenschaft. Mein Name ist Olaf Brinkmann. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Vielleicht grübelt ihr gerade, wie es für euch weitergehen soll. Vielleicht habt ihr deswegen heute eingeschaltet. Eine Ausbildung, ein Studium oder vielleicht sogar beides. Das geht gleichzeitig auch an der HRW. Duales Studium nennt sich das. Was das ist und wie genau das funktioniert, das weiß mein heutiger Gast. Es ist Beatrix Holzer. Sie ist an der HRW die Koordinatorin für das duale Studium. Und jetzt sage ich erst mal Hallo, Frau Holzer. Schön, dass Sie da sind. Beatrix Holzer: Ja, hallo und herzlichen Dank für die Einladung. Olaf Brinkmann: Zu Beginn wie immer die Frage, wollen wir Sie oder du sagen? Beatrix Holzer: Sehr gerne du. Olaf Brinkmann: Gerne, Beatrix. Ich bin der Olaf. Beatrix Holzer: Hallo Olaf. Olaf Brinkmann: Wir machen am Anfang immer ein kleines Spiel. Du kennst unseren Podcast schon. Unsere Hörerinnen und Hörer lernen dich so noch ein bisschen besser kennen. Ich stelle dir einige Fragen und du wählst zwischen zwei Antworten. Beatrix Holzer: Okay, sehr gerne. Olaf Brinkmann: Lieblingsjahreszeit, Sommer am Wasser oder Winter am Kamin? Beatrix Holzer: Sommer am Wasser. Olaf Brinkmann: Ich auch. Kuchen mit Sahne oder ohne? Beatrix Holzer: Ohne. Olaf Brinkmann: Morgens nach dem Aufstehen Zeitung oder Handy? Beatrix Holzer: Ehrlich gesagt beides nicht. Frühstück und Tee trinken. Olaf Brinkmann: Weg zur Arbeit, Bus und Bahn oder Auto? Beatrix Holzer: Leider oftmals Auto. Ich versuche aber immer mehr mit dem Fahrrad zur Hochschule zu kommen. Olaf Brinkmann: Wie weit hast du es? Beatrix Holzer: Es geht. Ich habe das Glück, dass ich am gleichen Ort wohne, wo ich auch arbeite. Olaf Brinkmann: Jetzt erzähl mal, seit wann bist du an der HRW? Beatrix Holzer: An der HRW bin ich 2016 über Umwege gekommen. Nach meinem Studium war ich in verschiedenen sozialpolitischen Projekten unterwegs. Ich wohne erst seit zwölf Jahren im Ruhrgebiet und bin über Umwege an die Universität Duisburg Essen gekommen und dann über ein Projekt an die Hochschule Ruhr West. Seit 2017 bin ich zuständig für das duale Studium. Olaf Brinkmann: Und was hast du studiert? Beatrix Holzer: Ich bin Diplom Sozialwissenschaftlerin. Ich habe an der Universität Mannheim Politikwissenschaft, Soziologie, Öffentliches Recht und Europarecht studiert. Olaf Brinkmann: Jetzt koordinierst du an der HRW das duale Studium. Für alle, die sich noch nicht damit beschäftigt haben, was genau ist das? Beatrix Holzer: Das ist die Kombination zwischen Studium und Praxistätigkeit. Duales Studium ist stärker formalisiert. Viele Studierende arbeiten nebenbei, aber beim dualen Studium gibt es eine organisatorische, vertragliche und inhaltliche Verbindung zwischen Hochschule und Unternehmen. Wichtig ist, dass die Praxis einen Bezug zu den Studieninhalten hat. Olaf Brinkmann: Beim dualen Studium unterscheidet man zwischen ausbildungsintegriert und praxisintegriert. Was ist der Unterschied? Beatrix Holzer: Wir bieten an der HRW zwei Formate im Bachelor an, nicht im Master. Ausbildungsintegriert kombiniert eine klassische Berufsausbildung mit einem Studium. Praxisintegriert verbindet ein Bachelorstudium mit einer parallelen Praxistätigkeit ohne zusätzliche Berufsausbildung. Olaf Brinkmann: Was sind die Vorteile eines dualen Studiums? Beatrix Holzer: Man hat einen starken Praxisbezug. Die HRW ist ohnehin anwendungsorientiert, beim dualen Studium kommt noch mehr Praxis dazu. Man arbeitet von Anfang an im Unternehmen und sammelt Berufserfahrung. Das Studium wird in der Regel vom Unternehmen finanziert. Man erhält eine Vergütung und hat gute Chancen, nach dem Studium übernommen zu werden. Olaf Brinkmann: Ist die Vergütung geregelt oder Verhandlungssache? Beatrix Holzer: Das ist sehr unterschiedlich und branchenabhängig. Meist orientiert es sich an einer Ausbildungsvergütung im höheren Ausbildungsjahr. Es ist auch Verhandlungssache. Olaf Brinkmann: Welche Nachteile hat ein duales Studium? Beatrix Holzer: Ich sehe eher Herausforderungen. Man muss gut organisiert sein und ein gutes Zeitmanagement haben. Es gibt keine vorlesungsfreie Zeit, da man Urlaubstage wie im Berufsleben hat. Die zeitliche Belastung ist höher. Olaf Brinkmann: Bleibt da noch Zeit für Spaß und Partys? Beatrix Holzer: Ja, auf jeden Fall. Es gibt tolle Fachschaften und Veranstaltungen. Mit gutem Zeitmanagement bleibt auch Zeit für Freizeit und Partys. Olaf Brinkmann: Die Belastung ist aber höher als bei einem reinen Studium, oder? Beatrix Holzer: Ja, das ist so. Aber man wird nicht allein gelassen. Es gibt Unterstützung durch die Studiengangsleitungen, durch mich und durch die Unternehmen. Das macht das duale Studium zu einer guten Kombination. Olaf Brinkmann: Wie läuft ein duales Studium konkret ab? Beatrix Holzer: Der Einstieg im Unternehmen ist meist am ersten August oder ersten September. Die Lehrveranstaltungen starten Ende September. Wie oft man im Unternehmen oder an der Hochschule ist, hängt vom Studienverlaufsplan ab. Der Semesterplan zeigt genau, an welchen Tagen welche Veranstaltungen stattfinden. Das wird mit dem Unternehmen abgestimmt. Zusätzlich gibt es eine Einführungsveranstaltung für alle Dualstudierenden. Olaf Brinkmann: Wie lange dauert das duale Studium? Beatrix Holzer: Die Regelstudienzeit beträgt neun Semester. Ein regulärer Bachelor an der HRW dauert sieben Semester. Durch Praxisphasen oder Ausbildung kommen zwei Semester dazu. Olaf Brinkmann: In wie vielen Studiengängen bietet die HRW das duale Studium an? Beatrix Holzer: In 15 Bachelorstudiengängen. Zum Beispiel Maschinenbau, Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, BWL, internationales Handelsmanagement, Logistik, Energie und Wassermanagement sowie Informatik. Olaf Brinkmann: Bei welchen Unternehmen kann man landen? Beatrix Holzer: Bei kleinen, mittelständischen und großen Unternehmen. Ein großer Partner ist Siemens Energy aus Mülheim an der Ruhr. Außerdem gibt es viele kleinere Unternehmen und auch Städte als Partner. Auf unserer Website unter Duales Studium gibt es eine Übersicht aller Partner. Olaf Brinkmann: Welchen Vorteil haben Unternehmen davon? Beatrix Holzer: Sie bilden ihre eigenen Fachkräfte aus. Angesichts des Fachkräftemangels ist das eine gute Strategie. Nach dem Abschluss haben sie gut ausgebildete Fachkräfte und oft auch zukünftige Führungskräfte. Olaf Brinkmann: Ich will jetzt ein duales Studium anfangen. Was brauche ich für die Bewerbung? Beatrix Holzer: Am besten auf unserer Website unter Studium Duales Studium informieren. Dort gibt es aktuelle Stellenangebote unserer Partner. Die Bewerbung läuft klassisch mit Lebenslauf, Motivation und gegebenenfalls ersten Erfahrungen. Olaf Brinkmann: Vielen Dank erst mal. Jetzt kommen wir zu Never Stop Growing. Was bedeutet Never Stop Growing in deiner Position an der HRW? Beatrix Holzer: Sich stetig weiterzuentwickeln, offen zu sein für Neues und bereit zu sein, Dinge auszuprobieren. Olaf Brinkmann: Können junge Menschen doppelt wachsen im dualen Studium? Beatrix Holzer: Ja, durch das Studium und gleichzeitig durch die Entwicklung im Unternehmen. Olaf Brinkmann: Vervollständige bitte diesen Satz. Der Slogan Never Stop Growing ist klug gewählt, weil? Beatrix Holzer: Weil er gut zu unserer Hochschule passt. Wir sind eine junge, aufstrebende Hochschule. Olaf Brinkmann: Die HRW lebt den Slogan, indem? Beatrix Holzer: Indem es einen guten Zusammenhalt gibt und man viel voneinander mitbekommt. Olaf Brinkmann: Beatrix, vielen Dank für das spannende Gespräch. Beatrix Holzer: Ich danke auch ganz herzlich. Es hat großen Spaß gemacht. Olaf Brinkmann: Liebe Hörerinnen und Hörer, empfehlt unseren Podcast gerne weiter und abonniert uns. Ihr könnt uns auch Sterne bei Spotify dalassen. Darüber freuen wir uns sehr. Danke fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Euer Olaf.