Olaf Brinkmann: Der hrw Podcast der Wissenschaft. In dieser Folge keine Angst vor Prüfungsangst, wo hrw Studierende Hilfe bekommen. Hallo und herzlich willkommen beim hrw Podcast der Wissenschaft. Mein Name ist Olaf Brinkmann. Schön, dass ihr wieder dabei seid. Heute haben wir ein super wichtiges Thema. Wir schauen, wo Studierende Hilfe bekommen, wenn sie seelisch gerade mal nicht so gut drauf sind. Das kann schnell passieren, zum Beispiel in Prüfungszeiten. Da geistern viele Fragen durch den Kopf. Schaffe ich das? Wie soll ich das alles nur lernen? Warum kriegen das andere so gut hin und ich nicht? Bin ich gut genug für so ein Studium? Katja Schanetzky kennt die Sorgen der Studierenden nur zu gut, denn sie ist an der hrw in der psychologischen Beratung tätig. Wie sie da genau unterstützt, das erzählt sie uns gleich. Jetzt sage ich erst mal Hallo, Katja. Schön, dass du da bist. Katja Schanetzky: Hallo, ich freue mich auch. Olaf Brinkmann: Zu Beginn wie immer die Frage, wollen wir Sie oder du sagen? Katja Schanetzky: Gerne du. Olaf Brinkmann: Schön, Katja, ich bin der Olaf. Katja Schanetzky: Hallo. Olaf Brinkmann: Katja, kennst du unseren Podcast? Katja Schanetzky: Ja, in Teilen habe ich auch schon mal reingehört. Olaf Brinkmann: Dann weißt du, wir spielen am Anfang immer ein kleines Spiel. Wir wollen unsere Gäste ein bisschen besser kennenlernen. Ich stelle dir jetzt ein paar Fragen und du wählst zwischen zwei Antworten. Entspannung, Sauna oder Meditation? Katja Schanetzky: Meditation. Olaf Brinkmann: Erster Kontakt, E Mail oder Anruf? Katja Schanetzky: Gerne E Mail. Olaf Brinkmann: Kurzurlaub, Städtereise oder Wellnesshotel? Katja Schanetzky: Städtereise. Olaf Brinkmann: Kuchen zum Geburtstag, backen oder kaufen? Katja Schanetzky: Backen, wenn ich es schaffe. Olaf Brinkmann: Lieblingskuchen? Katja Schanetzky: Obstkuchen. Olaf Brinkmann: Katja, erzähl mal, seit wann bist du an der hrw und was hast du davor gemacht? Katja Schanetzky: Ich bin seit 2019 an der hrw. Davor habe ich anderthalb Jahre in der psychologischen Beratung an der Bergischen Uni Wuppertal gearbeitet und davor an der Uni Duisburg Essen. Ich treibe mich schon eine Weile an Hochschulen in Nordrhein Westfalen rum. Olaf Brinkmann: Du warst aber auch mal Krankenschwester. Katja Schanetzky: Ja, genau, das ist richtig. Olaf Brinkmann: Jetzt bist du Diplompsychologin und berätst Studierende. Wie kam das? Katja Schanetzky: Ich habe die Ausbildung gemacht und nach der Krankenpflegeausbildung auch gearbeitet, im Bereich internistische Stationen. Ich mochte die Tätigkeit sehr gerne, aber die Umstände waren schon damals schwierig. Wenig Zeit für viel Arbeit, wo die Qualität auch darunter gelitten hat. Ich habe festgestellt, dass ich sehr unzufrieden war und befürchtet habe, dass ich nach 20 Jahren in dem Beruf so eine Schwester bin, vor der alle Auszubildenden Angst haben, weil sie immer schlechte Laune hat. Dann habe ich mich noch mal umgeguckt. Ich habe mit 25 angefangen zu studieren. Olaf Brinkmann: Arbeitest du an der hrw alleine als Psychologin oder seid ihr ein Team? Katja Schanetzky: Wir sind ein Team. Wir sind zu zweit. Wir teilen uns eine Stelle mit meiner Kollegin Alexandra Schallauf. Olaf Brinkmann: Die Studierenden, die zu euch kommen, weshalb kommen die? Wo drückt der Schuh? Katja Schanetzky: Aus Studierendensicht gibt es drei große Gruppen von Anliegen. Einmal, ich komme mit dem Studium nicht klar. Dann, ich komme mit mir selber nicht klar, mir geht es im Moment schlecht. Oder ich komme mit anderen nicht klar, zum Beispiel mit Lehrenden, mit Kommilitoninnen und Kommilitonen oder auch zu Hause. Die Themen können sich auch vermischen. Olaf Brinkmann: Ein großes Thema bei Studierenden ist die Prüfungsangst. Wie kannst du da helfen? Katja Schanetzky: Bei Prüfungsangst schaue ich zuerst, was genau beschrieben wird und wie der Zeitrahmen ist. Wenn jemand sagt, ich habe übermorgen eine Prüfung und konnte mich nicht vorbereiten, dann sind die Möglichkeiten begrenzt. Dann versuche ich zu schauen, warum die Angst da ist. Es gibt Menschen, die nicht ausreichend vorbereitet sind und aus gutem Grund Angst haben. Und es gibt Menschen, die sehr gut vorbereitet sind und trotzdem Angst haben. Es macht einen Unterschied, ob es eine mündliche oder schriftliche Prüfung ist, ob es der erste, zweite oder dritte Versuch ist. Das alles spielt eine Rolle. Olaf Brinkmann: Es gibt ja Fälle, wo sich Menschen gut vorbereitet haben und trotzdem in der Prüfung versagen. Was steckt dahinter? Katja Schanetzky: Ein gewisses Maß an Aufregung ist gesund. Wenn dieses Maß überschritten wird, tritt ein gegenteiliger Effekt ein. Dann funktionieren höhere kognitive Funktionen nicht mehr gut. Lerninhalte sind nicht mehr strukturiert abrufbar. Das kann sich steigern bis zu einem Blackout. Das kommt selten vor, aber ein eingeschränkter Zugriff durch zu hohe Aufregung schon. Das Ziel ist nicht, keine Angst zu haben, sondern die Aufregung auf ein gesundes Maß zu senken. Olaf Brinkmann: Wie gelingt das? Katja Schanetzky: Es gibt verschiedene Übungen. Entspannungsübungen oder Übungen, die aus dem Grübeln herausholen und in die Gegenwart bringen. Es gibt auch ein Training, bei dem man lernt, zwischen Problem und Lösungserleben hin und her zu wechseln. Es geht darum, einen Weg zu haben, wieder aus der starken Aufregung herauszukommen. Olaf Brinkmann: Die hrw bietet auch Workshops an, zum Beispiel Meditation. Was kann Meditation Studierenden bringen? Katja Schanetzky: Meditation hat viele positive Effekte. Sie wirkt entspannend und hilft bei der Emotionsregulation. Meditation fokussiert auf das Jetzt und ist ein gutes Anti Grübel Training. Man übt, wohlwollend und nicht wertend auf das zu schauen, was passiert. Das ist nicht nur für Studierende hilfreich. Olaf Brinkmann: Was ist, wenn Beratung und Meditation nicht ausreichen und ein Therapieplatz gebraucht wird? Katja Schanetzky: Das ist sehr unterschiedlich. Oft gibt es Wartezeiten. Wenn jemand viele Stellen kontaktiert, findet man irgendwann etwas. Bis dahin sind Gespräche bei uns zur Überbrückung und Stabilisierung möglich. Olaf Brinkmann: Das heißt, man ist nicht allein. Katja Schanetzky: Genau. Olaf Brinkmann: Viele haben auch finanzielle Sorgen. Was erlebst du da? Katja Schanetzky: Das ist bei uns noch nicht stark angekommen. Bei existenziellen Sorgen versuche ich, andere Stellen einzubeziehen, zum Beispiel die Studienberatung oder die Sozialberatung des Studierendenwerks. Olaf Brinkmann: Wie kontaktiert man dich am besten? Katja Schanetzky: Am besten per E Mail. Ich bin drei Tage in der Woche an der hrw erreichbar. Dann vereinbaren wir einen Termin. Telefonisch, per Video oder persönlich. Olaf Brinkmann: Bist du auch in den Semesterferien erreichbar? Katja Schanetzky: Ja. Olaf Brinkmann: Vielen Dank für den Einblick in deine Arbeit. Jetzt kommen wir zum Claim Never Stop Growing. Antworte bitte kurz und spontan. Was bedeutet Never Stop Growing in deiner Arbeit? Katja Schanetzky: Ich arbeite mit jungen Menschen. Da gilt noch ganz viel. Olaf Brinkmann: Wie können Studierende seelisch wachsen? Katja Schanetzky: Ich glaube, das machen sie sowieso. Olaf Brinkmann: Was braucht es, um junge Menschen beim Wachsen zu unterstützen? Katja Schanetzky: Manchmal Leichtigkeit zu vermitteln und den Blick darauf wieder auszurichten. Olaf Brinkmann: Never Stop Growing ist in deinen Ohren eine Grundhaltung. Katja Schanetzky: Der Mensch strebt nach innerem Wachstum. Olaf Brinkmann: Die hrw schafft gute Rahmenbedingungen, indem sie? Katja Schanetzky: Psychologische Beratung anbietet, eine zentrale Studienberatung hat und gut zusammenarbeitet. Olaf Brinkmann: An der hrw bleibt niemand allein, weil? Katja Schanetzky: Weil Studium etwas ist, das gemeinsam passiert. Olaf Brinkmann: Katja, vielen Dank für deine Antworten. Die Kontaktdaten von Katja Schanetzky findet ihr auf der Internetseite der hrw. Danke fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Euer Olaf.