Olaf Brinkmann: Der hrw-Podcast der Wissenschaft. In dieser Folge Hass, Mobbing und Falschinformationen in Social Media. Wie ein virtueller Begleiter Jugendlichen helfen soll. Hallo und herzlich willkommen zum hrw-Podcast der Wissenschaft. Mein Name ist Olaf Brinkmann und ich freue mich, dass ihr wieder mit dabei seid. Unser Thema heute ist für mich als Papa ganz besonders wichtig, denn meine Kinder machen es wie viele andere Mädchen und Jungen auch. Sie daddeln, sie texten auf verschiedenen sozialen Netzwerken und posten, was das Zeug hält. Ich muss da immer mal ein Auge drauf haben, damit das nicht aus dem Ruder läuft. Wie ein virtueller Begleiter dafür mehr Sicherheit sorgen soll, darüber spreche ich gleich mit Prof.in Dr. Sabrina Eimler vom hrw-Institut Informatik. Sie arbeitet zusammen mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern am Projekt Courage. Jetzt begrüße ich sie erstmal und sage freundlich hallo Frau Dr. Eimler, schön, dass Sie da sind. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Ja hallo auch von meiner Seite. Olaf Brinkmann: Bevor wir loslegen erstmal die Frage wie immer. Wollen wir Sie oder du sagen? Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Sehr gerne du. Olaf Brinkmann: Okay Sabrina, jetzt erzähl mal bitte ganz kurz und knapp. Du hast selbst einen Bachelor und einen Master in angewandten Kommunikations- und Medienwissenschaften und dann hast du promoviert. Was machst du an der hrw genau. Was lernen deine Studierenden bei dir. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Ich habe sogar auch noch einen Bachelor und einen Master in Kulturwissenschaften, also in einem Fach, das Kulturwirt heißt. Das heißt, ich habe neben der Kommunikations- und Medienwissenschaften mit Psychologie und Informatik auch noch Kulturwissenschaften und Wirtschaftswissenschaften studiert, weil mir das alles so viel Freude gemacht hat. Das war auch eine gute Entscheidung, weil mich das jetzt befähigt, meinen Studierenden dieses interdisziplinäre Potpourri zu bieten, aber eben aus einer psychologischen Perspektive. Ich beschäftige mich mit der Schnittstelle von Mensch und Technik und damit, wie man das so gestalten kann, dass der Mensch involviert ist, partizipiert und dass wir das inklusiv gestalten, um Menschen eine Teilhabe an Digitalisierungsprozessen zu ermöglichen. Olaf Brinkmann: Was hast du denn im Büro, damit es wirklich dein Büro ist. Gibt es da ein spannendes Urlaubsmitbringsel oder Fotos. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Sowohl als auch. Ich habe eine kleine Bildercollage. Da sind ganz viele Fotos von schönen Erlebnissen, die ich privat oder auch beruflich in den letzten Jahren hatte. Es gibt ganz viele Mitbringsel von Kolleginnen und Kollegen von Reisen, die ich in meinem Büro gesammelt habe. Das Büro ist nicht so groß, muss es aber auch gar nicht sein, weil ich meistens unterwegs bin, wenn ich im Gebäude bin. Das Tollste ist unser Bällebad. Wir wollten ein bisschen so sein wie moderne Tech-Companies und haben uns ein schönes Bällebad gegönnt mit sehr vielen tausend Bällen, in dem wir auch als Erwachsene spielen können. Olaf Brinkmann: Nein, das ist großartig. Wie groß ist dieses Bällebad. Wie viele können da rein. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Ich glaube, man kann mit vier Erwachsenen drin liegen und auch spielen. Und man kommt auch wieder raus. Olaf Brinkmann: Sabrina, du kennst unseren Podcast. Das ist unsere zehnte Folge. Wir haben immer das Tool Drei Fragen an. Ich stelle dir jetzt drei Fragen und du antwortest bitte ganz schnell, was dir spontan einfällt. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Alles klar. Olaf Brinkmann: Womit hast du als Kind richtig gerne gespielt. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Mit den Legosteinen von meinem Bruder. Olaf Brinkmann: Wann bist du glücklich. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Wenn ich an einem schönen Ort bin, egal wo, und einen sehr guten Kaffee in der Hand habe. Olaf Brinkmann: Im Bällebad. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Zum Beispiel. Olaf Brinkmann: Wer ist für dich ein echtes Vorbild. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Menschen, die Hürden überwinden, die sich nicht abschütteln lassen und die Dinge für andere durchsetzen und in dieser Welt etwas bewegen. Das ist in jedem von uns angelegt. Wenn ich das bei Menschen beobachte, finde ich das vorbildlich. Olaf Brinkmann: Lass uns jetzt durchstarten. Unsere Hörerinnen und Hörer sind gespannt auf diesen virtuellen Begleiter. Euer Projekt heißt Courage. Für was steht das. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Es ist kein Kürzel. Es bedeutet Mut oder Durchsetzungskraft. Genau das steckt dahinter. Hinter dem Begleiter steckt eine Forschungsgruppe aus verschiedenen europäischen Ländern, aus Italien, Großbritannien, Spanien und Deutschland. Wir haben gemerkt, dass es ein Problem mit Hass und Diskriminierung im Netz gibt. Wir wollten gemeinschaftlich etwas dagegen tun auf europäischer Ebene, weil es unterschiedliche Perspektiven gibt, die man einbeziehen muss. Olaf Brinkmann: Wie sieht dieser Begleiter aus. Gibt es ihn schon. Ist es ein Programm, ein Spiel oder eine Figur. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Darüber streiten wir uns noch im Projekt. Ob es ein Plug-in für Social Media wird, eine Eigenschaft eines Netzwerks oder etwas ganz anderes. Wir diskutieren auch, ob der Begleiter eine Form haben soll, einen Körper, ob es abstrakt ist, ob er spricht. Das alles müssen wir erforschen und das tun wir gerade. Olaf Brinkmann: Kannst du erklären, wie ihr das erforscht. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Wir entwickeln eine browserbasierte Anwendung, die aussieht wie Instagram, weil viele Jugendliche dieses Netzwerk nutzen. Es muss nah an der Realität sein. Wir entwickeln Minispiele, um Kinder und Jugendliche spielerisch an Themen heranzuführen. Diese Spiele werden zu einer Spielstory zusammengefügt. Es gibt Spiele zum Erkennen von Verschwörungstheorien, zum Überprüfen von Daten, zu Hass und Diskriminierung. Die Spiele werden mit Kindern und Jugendlichen gespielt und mit Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrern getestet. Wir messen Einstellungen vorher und nachher. Wir nutzen Experimente, Interviews und Fokusgruppen und fügen alle Erkenntnisse zu einem Gesamtbild zusammen. Olaf Brinkmann: Künstliche Intelligenz spielt bei euch auch eine Rolle. Warum. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Die Idee ist, dass KI irgendwann live erkennen kann, ob es sich um Hassrede oder Diskriminierung handelt. Wir bauen Testdaten auf, um zu sehen, wie Hass unter Jugendlichen aussieht. So können Systeme lernen, Situationen zu erkennen, in denen Hass entsteht. Anhand von Wortwahl, Dichte und emotionaler Ladung kann man erkennen, ob Hass vorliegt. Dann kann das System darauf aufmerksam machen. Olaf Brinkmann: Was sind die besonderen Gefahren von Hate Speech für Kinder und Jugendliche. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Die größte Gefahr ist, dass Kinder und Jugendliche das als normal empfinden. Es kann gesundheitliche Folgen haben, sie fühlen sich ausgeschlossen, sprechen nicht darüber und werden krank. Manche werden selbst zu Täterinnen oder Tätern. So entsteht ein Teufelskreis. Genau den wollen wir durchbrechen. Olaf Brinkmann: Wie sind die Studierenden in das Projekt eingebunden. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Sie haben Prototypen für die Minigames entworfen und entwickelt. Wir hatten viele studentische Projekte zu spielerischen Ansätzen, Storytelling und Spielmechaniken. Olaf Brinkmann: Woher kommt die Finanzierung. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Von der Volkswagen Stiftung im Förderbereich KI und die Gesellschaft von Morgen. Organisationen oder Schulen, die mitarbeiten möchten, können sich jederzeit bei uns melden. Olaf Brinkmann: Zum Auflockern spielen wir noch ein Spiel. Zitatequiz oder Ratespiel. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Das Ratespiel. Olaf Brinkmann: Wie viele Säulen hat das Brandenburger Tor. Sechs, zehn oder zwölf. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Sechs. Olaf Brinkmann: Es sind zwölf. Sechs auf jeder Seite. Warst du schon mal auf der Zugspitze. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Nein. Olaf Brinkmann: Wie hoch ist sie. 1.997 Meter, 2.962 Meter oder 3.498 Meter. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: 2.962 Meter. Olaf Brinkmann: Richtig. Was bedeutet ein grünes Herz Emoji. Hoffnung und Leben, Geduld und Gelassenheit oder Liebe und Verbundenheit. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Hoffnung. Olaf Brinkmann: Richtig. Jetzt beende bitte meine Sätze. Lernen an der HRW ist. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Die pure Leidenschaft. Olaf Brinkmann: Das mag ich an der HRW besonders. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Meine Kolleginnen und Kollegen, meine Studierenden und die Kooperationspartner aus Vereinen, Unternehmen und der Stadtgesellschaft. Olaf Brinkmann: Mein Lieblingsgericht in der Mensa ist. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Die Brötchen. Ich bestelle sie direkt beim Koch und er belegt sie mir so, wie ich es mag. Olaf Brinkmann: Was kommt drauf. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Jeden Tag etwas anderes. Olaf Brinkmann: Sabrina, vielen Dank, dass du mir von deiner Arbeit erzählt hast. Prof.in Dr. Sabrina Eimler: Danke auch. Olaf Brinkmann: Liebe Hörerinnen und Hörer, im kommenden Jahr wird unser Podcast öfter erscheinen. Ganz im Sinne unseres Claims Never Stop Growing sprechen wir dann auch mit wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir zeigen, wie Lehre an der HRW gestaltet wird und berichten aus spannenden Projekten. Der HRW Förderverein unterstützt unsere Podcast-Produktion. Abonniert unseren Podcast, damit ihr keine Folge verpasst, und teilt ihn gerne mit Freunden, Familie oder Kolleginnen und Kollegen. Danke, dass ihr eingeschaltet habt. Bis zum nächsten Mal. Euer Olaf.