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Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//blog/fulbright/
Datum: 27.01.2022, 14:03Uhr

Interview mit HRW Fulbright-Stipendiaten

Christopher Jahn (Maschinenbau im 5. Semester) und Tobias Kentgens (Bauingenieurwesen im 5. Semester) zählen zu den ersten Fulbright-Stipendiaten an der HRW. Dank Fulbright verbrachten die beiden im letzten Sommer rund vier Wochen in den USA. Im Gespräch erzählen sie, wie man das begehrte Stipendium erhält.

HRW: Bitte erzählen Sie uns einige Details über Fulbright sowie über das entsprechende Stipendium, welches Sie beide erhalten haben.

Christopher Jahn: Fulbright ist eine amerikanische Organisation mit dem Ziel den Austausch zwischen amerikanischen und internationalen Studierenden zu fördern.

Tobias Kentgens: Bei unseren erhaltenen Stipendien handelte es sich um ein 4-wöchiges Stipendium an einer amerikanischen Universität, mit dem Ziel den deutschen Studierenden das Studium an einer amerikanischen Universität näher zu bringen.

HRW: Wie kamen Sie darauf, sich bei Fulbright zu bewerben?

C.J.: Durch eine Anzeige des Career Services auf dem Schwarzen Brett unserer internen Plattform eCampus wurde ich auf das Stipendienangebot seitens der Fulbright Kommission aufmerksam. Zusätzlich informierte uns das Institut Maschinenbau von diesem Angebot per E-Mail.

T.K.: Unser Dekan Herr Prof. Dr.-Ing. Jun hat uns Bauingenieure auf dieses Summer Institute hingewiesen.

HRW: Wie sah denn das Bewerbungsverfahren für die Summer School aus?

C.J.: Die erforderlichen Bewerbungsunterlagen mussten wir auf der Internetseite der Deutschen Fulbright Kommission herunterladen und ausfüllen. Ansonsten lief das gesamte Bewerbungsverfahren per Post und per Mail ab.

T.K.: Zur Bewerbung musste man zwei Motivationsschreiben so genannte "Letters of motivation" einreichen und ebenfalls ein Gutachten eines Dozenten. Meines hat Frau Prof. Dr. rer. nat. Primbs verfasst, wohingegen Christopher von Frau Prof. Dr.-Ing. Rösler unterstützt wurde.

HRW: Etwas knifflig sind schon die englischen Motivationsschreiben. Wo haben Sie sich die nötigen Informationen besorgt?

C.J.: Leider überschnitt sich der Bewerbungszeitraum für dieses Programm mit der Klausurenphase, sodass ich zeitlich ein wenig eingeschränkt war. Kurzerhand entschied ich mich die von Tobias bereits erwähnten Motivationsschreiben zuerst auf Deutsch vorzuschreiben, um diese anschließend ins Englische zu übersetzen.

T.K.: Ich konnte meinen Bruder fragen, welcher bereits 2014 am Erasmus-Programm teilgenommen hat und konnte mir so ein paar Ideen und Hinweise geben worauf man besonders achten muss.

HRW: Fulbright legt generell viel Wert auf ehrenamtliches Engagement. Wo haben Sie beide hier punkten können?

C.J.: Ich habe mein Engagement bei dem HRW Buddy-Programm und meine kirchliche Tätigkeit angegeben.

T.K.: Ich engagiere mich ehrenamtlich im Tauchverein, u.a. als Kassenwart.

HRW: Wie ging es weiter, nachdem Sie die Zusage erhalten hatten?

Beide: Natürlich haben wir uns erst einmal wahnsinnig über die Zusage gefreut. Zuerst konnten wir dies nicht glauben, da wir die Zusage bereits vor dem angekündigten Bekanntgabedatum per Mail erhalten hatten.

C.J.: Die anderen Programmteilnehmer haben wir im Juni in Berlin bei einem Vorbereitungsseminar getroffen. Dort habe ich auch Tobias das erste Mal kennengelernt.

T.K.:  Dies war ein lustiger Zufall! Bevor das Seminar stattgefunden hat, mussten wir zusätzlich noch einige Formalitäten (z.B. Visumsbeantragung, etc.) erledigen.

HRW: Wo waren Sie denn genau in den USA?

T.K.: Bei der Bewerbung konnte man Präferenzen angeben, an welchem der beiden zur Verfügung stehenden Programmorte man teilnehmen möchte. Ich war in Binghampton an der Binghampton University im Bundesstaat New York und Christopher war in Greensboro an der University of North Carolina at Greensboro im Bundesstaat North Carolina.

HRW: Inwiefern wurden Sie von Fulbright unterstützt?

C.J.: Fulbright übernahm die Kosten für den Flug sowie die Unterkunft inklusive Transfer während des ganzen Aufenthaltes. Zusätzlich erhielten die Teilnehmer in Greensboro ein Taschengeld, wovon die Verpflegung bezahlt werden konnte.

T.K.: Im Gegensatz zu Greensboro war für uns das Essen in der Mensa bereits inkludiert. Für die Tage außerhalb der Universität haben wir auch zusätzliches Taschengeld für unsere Verpflegung erhalten.

HRW: Wie lief das Programm innerhalb der Summer School ab?

T.K.: Unter der Woche hatten wir regelmäßige Vorlesungen zum Thema „U.S. Cultural Diversity“ und „Problems and Promise in American Diversity“, wozu wir am Ende des Programms einen Vortrag zu einem gegebenem Thema hielten. Aktuelle Informationen dazu konnten wir bei einigen arrangierten Gesprächen sammeln.

C.J.: Wir hatten den Schwerpunkt „Entrepreneurship“, weswegen wir diverse Vorlesungen zu diesem Thema besuchten. Anhand eines Planspiels, bei dem es darum ging im Team ein virtuelles Café zu leiten, konnten wir die zuvor erlernten Kenntnisse vertiefen.  Des Weiteren besuchten wir unterschiedliche Firmen und kamen mit den entsprechenden Vorgesetzten in direkten Kontakt. Unter anderem waren dies folgende Firmen: Honda Aircraft Co., Krispy Kreme (bedeutender Donut-Hersteller in den USA, vergleichbar mit Dunkin‘ Donuts), Tanger Outlets (44 Outlet Centers in 26 Staten) und viele mehr.  Zusätzlich behandelten wir gesellschaftliche Themen, die zum interkulturellen Verständnis beitrugen. Diese wurden durch Besuche von Indianerreservaten, einem Civil Rights Museum sowie einem Sommercamp für Kinder mit chronischen Erkrankungen unterstrichen.

HRW: Wie sah das Programm außerhalb der universitären Aktivitäten aus?

T.K.: Zu Beginn des Programms waren wir in New York City und hatten das Glück uns die Stadt angucken zu können. Außerdem haben wir eine Tour über die Städte Seneca Falls bis nach Syracuse gemacht. Dort haben wir uns hauptsächlich Museen zum Thema „U.S. Cultural Diversity“ angeguckt. Ansonsten gab es noch einige Führungen über den Campus.

C.J.: Parallel zu den Aktivitäten an der Universität hatten wir auch freie Wochenenden, an denen wir die Wälder North Carolinas sowie die Ostküste (Carolina Beach) erkundeten. Zum Schluss des Programmes stand der Besuch der Stadt Washington D.C. auf der Agenda. Dort erkundeten wir das US Capitol und wurden in das Büro des Senators von North Carolina eingeladen.

HRW: Was hat Ihnen das Stipendium für das Studium gebracht?

C.J.:  Durch die Gesprächsrunden mit Vorstandsvorsitzenden von Firmen mit weitaus mehr als tausend Beschäftigten, wurde uns die Möglichkeit gegeben mit einem Personenkreis zu reden, welche sich in unserem normalen Studienalltag nicht sehr oft ergibt. Des Weiteren konnte man auch seine Vortragsweise im Englischen durch zahlreiche Präsentationen stark verbessern.

T.K.: Bei uns war es sehr ähnlich. Wir hatten auch diverse Gesprächsrunden zu interessanten gesellschaftlichen Themen und haben auch Unternehmensbesuche gemacht, u.a. bei Ernst & Young. Dadurch konnte man sein Englisch unheimlich gut aufbessern. Einen tiefen Einblick in die dortige Kultur und Gesellschaft hatte man zudem auch noch erhalten.

HRW: Was war denn das Highlight?

C.J.: Alles. Wirklich alles war in diesem Monat ein Highlight! Angefangen bei der Gastfreundschaft der Amerikaner, über die extra für uns abgehaltenen Vorlesungen sowie geplanten Aktivitäten, bis hin zu der 25-köpfigen Gruppe, die großartig war.

T.K.: Da kann ich mich wirklich nur anschließen!! Sowohl die Programmteilnehmer als auch die Programmverantwortlichen waren sehr nett und außerordentlich sympathisch. Außerdem gehören zu meinen Highlights noch der Aufenthalt in New York City und ein freies Wochenende in Toronto.

HRW: Haben Sie einen Tipp für die HRW Studierenden?

Beide: Auf alle Fälle bewerben und hierzu die Hilfestellung von Frau Gronau (Career Service HRW) nutzen!

T.K.: Für zwei Seiten englisches Motivationsschreiben winkt ein großartiges Programm, welches sich wirklich lohnt. Bewerben lohnt sich definitiv!

HRW: Würden Sie wiederholt an solch einem Programm teilnehmen?

C.J.: Sofern ich die Möglichkeit hätte, würde ich sofort noch einmal an diesem oder einem vergleichbaren Programm teilnehmen, da es mir sehr viel Freude bereitet hat eine fremde Kultur als auch das amerikanische Hochschulsystem kennenzulernen.

T.K.: Ich würde mich sofort wieder bewerben!

Beide: Auf diesem Wege noch einmal vielen Dank an die Fulbright Kommission für die Ermöglichung dieses sehr besonderen Abschnittes in unserem Leben!

HRW: Herr Jahn und Herr Kentgens, Danke für das Gespräch!

Das Gespräch führten Christiane Hinrichs (International Office), Deborah Gronau (Career Service) und Paul-Richard Gromnitza (Referat „Kommunikation & PR“).