Sprungnavigation

  1. Zur Volltextsuche springen
  2. Zum Inhalt springen
  3. Zur Hauptnavigation springen
  4. Zur Servicenavigation springen
Never Stop Growing Slogan
Seite: https://www.hochschule-ruhr-west.de//besichtigung-garden-arena/
Datum: 28.02.2024, 21:07Uhr

Studierende der Baustudiengänge erkunden Münchens Bauprojekte: Von der zweiten Stammstrecke zur SAP Garden Arena

Studierende gewinnen spannende Einblicke in komplexe Bauverfahren und innovative Technologien von zwei Großprojekten in München

Zwei beeindruckende Bauprojekte erkundeten 15 Studierende der Baustudiengänge der Hochschule Ruhr West (HRW) bei einer Exkursion nach München. Unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Peter Vogt, Lehrgebiet Baukalkulation und Bauverfahrenstechnik, fuhren die Studierenden aus verschiedenen Studiengängen des Instituts Bauingenieurwesen nach München. Die Plätze waren unter den Studierenden begehrt, denn auf dem Programm standen gleich zwei Highlights: Die Baustelle der zweiten Tunnelröhre, der sogenannten zweiten Stammstrecke der Münchner S-Bahn sowie die Besichtigung des Baus einer neuen Sportarena, des „SAP Garden“. Die Studierenden erhielten an beiden Standorten spannende Einblicke in komplexe Bauverfahren und innovative Technologien. Die Tour verdeutlichte nicht nur die aktuellen Projekte, sondern auch die Vielfalt der Herausforderungen im Bauwesen.

Exkursion zum SAP Garden

Einen sehr spannenden Einblick in den Bau von Münchens neuer Sportarena, dem „SAP Garden“, erhielten 15 Studierende der Baustudiengänge während der Projektwoche im November 2023. Seit dem Herbst 2020 entsteht am Rande des Olympiaparks ein Stadion, das Platz für bis zu 11.500 Besucher bietet. Ab Sommer 2024 werden darin der Eishockeyclub EHC Red Bull München und das Basketballteam des FC Bayern München ihre Heimspiele austragen. Nachdem die Rohbauarbeiten im Herbst 2022 abgeschlossen wurden, stehen die Fertigstellung der charakteristischen Fassade sowie der Ausbau in allen Bereichen der Halle im Fokus. Die Tour über die Baustelle führte über die Zuschauerränge und durch den Innenraum, durch die VIP- und Spielerbereiche sowie über die Wartungsstege der aus Stahl gefertigten Deckenkonstruktion. Ein besonderes Highlight stellten die Installationsarbeiten von Lüftungskanälen und weiteren Einbauteilen innerhalb der Decken-Fachwerkkonstruktion dar; hier konnten aus nächster Nähe Höhenkletterer und Installateure, die von Hubsteigerbühnen aus arbeiteten, bei ihrer Tätigkeit beobachtet werden. Während der über dreistündigen Tour wurde die Gruppe von einem Projektleiter begleitet, der alle Planungs- und Ausführungsdetails kennt und an vielen Stellen anspruchsvolle Konstruktionsdetails und Herausforderungen erläuterte. Die Tour endete in den angegliederten Trainingshallen, die z.T. auch über kleine Zuschauertribünen verfügen. Zusammenfassend enthielt diese Baustellentour einige Superlative und verdeutlichte den Studierenden die Bandbreite der an einem Bauprojekt beteiligten Spezialist:innen.

Exkursion zur 2. Stammstrecke

An mehreren Stellen in der Münchener Innenstadt lässt sich erkennen, dass im Untergrund Großes passiert. Der seit den 1970er Jahren in Betrieb befindliche S-Bahntunnel mit mehreren Haltestellen kann das zukünftige Bahn- und Passagieraufkommen nicht mehr decken. Aus diesem Grund wird seit einigen Jahren eine zweite Tunnelröhre, die sogenannte zweite Stammstrecke für die S-Bahn errichtet. Der Baustellenbesuch begann im Infozentrum der Deutschen Bahn, das sich hinter dem Rathaus befindet. Hier wurde die Besuchergruppe der Hochschule Ruhr West freundlich empfangen und bekam einen ausführlichen Überblick zum Gesamtprojekt. Neben der Erklärung von Projektzielen und den Projektmeilensteinen, wurde der Studierendengruppe das Projekt durch ausgeklügelte 3D-Visualisierungen der Tunnelstrecken und der unterirdischen Bahnhöfe veranschaulicht. Im zweiten Vortragsteil lag der Schwerpunkt auf der Errichtung der Haltestelle „Marienhof“, die aufgrund von kreuzenden U-Bahntunneln bis rund 40 Meter unter dem Straßenniveau liegt. Diese besondere Tiefenlage stellt aufgrund der geologischen Schichtung in Verbindung mit mehreren Grundwasserstockwerken besondere Herausforderungen an die Bauverfahren. Die Teilnehmenden erfuhren, dass die gesamte Baugrube von sehr tiefen Schlitzwänden umschlossen ist, sodass nun der „etagenweise Aushub“ der Baugrube erfolgen kann. Nach einer Sicherheitseinweisung erfolgte der Abstieg in das Haltestellenbauwerk. Vor Ort erläuterte eine DB-Projektleiterin die massiven Konstruktionselemente, die sich aus Stützen, Deckenrosten und Zwischendecken zusammensetzen. Darüber hinaus erfolgten horizontale Bohrungen ins umliegende Erdreich, die beim späteren Tunnelbau nach Bedarf mit Zementsuspension verpresst werden können. So kann die umliegende Bebauung stabilisiert und vor Setzungen geschützt werden. Die Tour durch den Untergrund führte der Gruppe vor Augen, welchen massiven Geräteeinsatz der Spezialtiefbau erfordert und welche Bauteildimensionen benötigt werden, um die auf das Bauwerk wirkenden Lasten sicher abzuführen.